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  Home Ausgabe 02/2012 Kammermitteilungen Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt -Wo stehen wir?  
     
 
     
   
     
     
 
Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt
Wo stehen wir?

Nach 2009 ist nun auch die zweite Runde der „Evaluation der Weiterbildung in Deutschland“ beendet. Unmittelbares Ziel der erneut sehr aufwendigen Befragung war, die Rahmenbedingungen ärztlicher Weiterbildung darzustellen sowie Stärken und Schwächen aufzudecken. Mittelbar soll eine Verbesserung/Beseitigung erkennbar gewordener Schwächen und Defizite dazu führen, dem Ärztemangel entgegen zu wirken.

Eine wesentliche Veränderung zur ersten Befragung von 2009 bestand darin, dass die in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte (WBA) ihre Zugangsdaten zum Webportal nicht mehr durch den Weiterbildungsbefugten (WBB), sondern direkt von der zuständigen Ärztekammer erhielten. Dies wurde nach Auswertung der Befragung von 2009, in der Hoffnung, mehr Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung zu erreichen, geändert, setzte aber nach wie vor voraus, dass die Befugten der Kammer meldeten, wer sich bei ihnen in Weiterbildung befindet. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, sich als in Weiterbildung Befindlicher auch direkt an seine Kammer zu wenden, was etwa zu 15 % genutzt wurde.

 

In ganz Deutschland wurden 40.039 Weiterbildungsbefugte mit der Bitte um Teilnahme durch die jeweils zuständigen Ärztekammern angeschrieben. 22.647 WBB meldeten zurück, dass sie aktuell keine/n in Weiterbildung befindlichen Ärztin/Arzt betreuen. Somit verblieben noch 17.392 Weiterbildungsbefugte, davon waren 9.276 (53,3 %) aktiv an ihrer eigenen Befragung beteiligt. Weitere 1.442 meldeten ihre in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte, ohne den Fragebogen auszufüllen.
Die Rücklaufquote der Weiterbildungsbefugten konnte im Vergleich zur ersten Befragung von 58,03% auf 68,60% gesteigert werden. Damit liegen wir im bundesdeutschen Vergleich im guten Mittelfeld (siehe Tabelle 1).

Tabelle 1 : WBB-Befragung; Rücklaufquote

Tabelle 1 : WBB-Befragung; Rücklaufquote

Tabelle 2: WBA-Befragung; Rücklaufquote

Tabelle 2: WBA-Befragung; Rücklaufquote

Tabelle mit ausgewählten Befragunsgergebnissen

Tabelle 3

Tabelle 4

Von den in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten beteiligten sich jedoch nur 32,14 % an der Evaluation (siehe Tabelle 2).
Hierfür muss es Gründe geben, die im Rahmen der Auswertung zu hinterfragen sind.

Tabelle 3 zeigt einige ausgewählte Befragungsergebnisse.

Die Befragung der in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzte im Bundesrapport 2011 zu ausgewählten Themen sind aus meiner Sicht nicht unproblematisch, da die Formulierung der Fragen im Zusammenhang mit den Antwortmöglichkeiten, die nicht durch ja oder nein, sondern von 1 = trifft voll und ganz zu bis zu 6 = trifft überhaupt nicht zu, zu beantworten sind, missverständlich sein könnten.

Tabelle 4: Für 2011 sind z. B. die folgenden Fragen bundesweit mit entsprechenden Bewertungen versehen worden:

(1= trifft voll und ganz zu bis 6 = trifft überhaupt nicht zu)

Weitere Befragungen ergaben bundesweit für 2011:

  • zu 90,45 % fallen Mehrarbeit bzw. Überstunden an
  • 58,60 % der Mehrarbeit/Überstunden werden dokumentiert
  • 13,46 % der dokumentierten Mehrarbeit/Überstunden werden nicht ausgeglichen bzw. bezahlt
  • zu 62,56 % betreut in erster Linie der Oberarzt die Weiterbildung
  • 42 % der WBA erhielten weder mündlich noch schriftlich einen strukturierten Weiterbildungsplan
  • 32,70 % vereinbarten weder mündlich noch schriftlich Weiterbildungsziele

Diese Darlegungen sollten bei Ihnen das Interesse für Mehr wecken. Den Bundes- und Länderrapport finden Sie auch über www.aeksa.de.
Jeder einzelne Weiterbildungsbefugte, für den eine ausreichende Anzahl an Rückmeldungen von in Weiterbildung befindlichen Ärztinnen und Ärzten vorliegt, kann seinen individuellen Befugtenbericht noch bis zum 31.03.2012 im passwortgeschützten Bereich des Webportals unter www.evaluation-weiterbildung.de einsehen. Danach wird von der ETH- Zürich das Portal geschlossen.
Über Möglichkeiten eines späteren Zugriffs mit Hilfe der Ärztekammer Sachsen-Anhalt werden wir Sie informieren.

Dr. med. Rüdiger Schöning
Ärztlicher Geschäftsführer