Mitteilungen aus der Kammer

  • Klinisches Krebsregister Sachsen-Anhalt +

    Qualitätskonferenzen – ein Instrument der onkologischen Versorgung Durch das Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz (KFRG) vom 03.04.2013 wurde die Grundlage für den bundesweiten Ausbau Klinischer Krebsregister geschaffen. Das Klinische Krebsregister sorgt für eine Weiterlesen...
  • 120. Deutscher Ärztetag in Freiburg vom 23. bis 26. Mai 2017 +

    Eröffnungsveranstaltung Der Ärztetag wurde gemeinsam mit 1000 Delegierten und Gästen im Konzerthaus Freiburg eröffnet. In den Worten der Redner, wie dem Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, spiegelte sich der anstehende Bundeswahlkampf deutlich Weiterlesen...
  • Ärztliche Weiterbildung in Sachsen-Anhalt +

    Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben Telefonische Sprechzeiten der Abteilung Weiterbildung: Mo. bis Do. 10 Weiterlesen...
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Hans Lilie wurde am 18.08.1949 in Duderstadt geboren. Nach dem Abitur in Düsseldorf studierte er von 1971 bis 1977 Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen. Im Jahr 1977 absolvierte er die erste juristische Staatsprüfung und anschließend eine wissenschaftliche Assistenz. Darauf folgte von 1978 bis 1979 ein Stipendium an der Law School der University of California. Ein Jahr später wurde er mit der Arbeit „Ärztliche Dokumentationspflicht und Informationsrechte des Patienten – Eine arztrechtliche Studie zum deutschen und amerikanischen Recht“ an der Universität Göttingen promoviert.

Nach der zweiten juristischen Staatsprüfung 1981 hatte er eine Forschungsstelle für Arztrecht und Arzneimittelrecht an der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen inne. Dort habilitierte sich Hans Lilie im Februar 1990 mit der Arbeit „Obiter dictum und Divergenzausgleich im Strafverfahren“.

Im Anschluss vertrat er eine C4-Professur im Fachbereich Rechtswissenschaften der Universität Hannover. 1991 erhielt er einen Lehrauftrag an der Universität Halle-Wittenberg. Ein Jahr später wurde er dort zum Gründungsprofessor für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsvergleichung und Medizinrecht.

Herr Professor Lilie war Dekan und Mitglied der Struktur- und Finanzkommission der Juristischen Fakultät der Universität Halle-Wittenberg und von 2001 bis 2014 geschäftsführender Direktor des Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrums Medizin-Ethik-Recht der Universität Halle-Wittenberg. Dieses Zentrum ist am 18.09.2001 unter seiner Federführung gegründet worden. Sein Direktorium und der wissenschaftliche Beirat setzen sich aus national und international anerkannten Wissenschaftlern der Fachbereiche Theologie, Medizin, Philosophie und Recht zusammen. Ziel des Studienganges Medizin-Ethik-Recht ist es, vertiefte Kenntnisse in medizinethischen, bioethischen und rechtlichen Fragestellungen unter Einbeziehung der medizinischen Praxis zu vermitteln. Es soll die Wechselwirkung der Fachgebiete interdisziplinär gelehrt und unter Bezug auf medizinische und gesundheitspolitische Probleme durchdrungen werden. Als Gründungsprofessor und Direktor hat Herr Professor Lilie hier Neuland betreten und nicht nur der Juristischen Fakultät der Martin-Luther-Universität ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland verschafft. Auch die Ärztekammer Sachsen-Anhalt profitiert hiervon in besonderem Maße. „Nicht so viel reden, einfach machen...das ist immer Ihre Einstellung gewesen, lieber Herr Professor Lilie, die nicht nur mir immer sympathisch war und ist.“
Die unzähligen Funktionen und Aktivitäten, die mit seiner Person und der Ärztekammer verbunden sind, haben eine große Schnittmenge von Medizin und Medizinrecht produziert. Hans Lilie wird dabei nicht müde, Kollegen bzw. Personen aus der Region bei seinen Aktivitäten zu berücksichtigen, insbesondere bei Themen mit überregionaler Reichweite, wie z. B. Vorlesungen im Interdisziplinären Wissenschaftlichen Zentrum Medizin-Ethik-Recht. Ein gutes Beispiel war hier das Symposium „Rituelle Beschneidung in Judentum und Islam aus juristischer, medizinischer und religionswissenschaftlicher Sicht“.

Professor Hans Lilie wirkte bzw. wirkt in vielen Gremien und Ausschüssen auf Bundes- und Landesebene mit. So ist er u. a. seit 2002 Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer und seit 2006 deren Vorsitzender. Zudem ist er seit 2012 stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) sowie Mitglied des Ausschusses Transplantation und Organspende der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, die er bei vielen Fortbildungen unterstützt.
 
Für seine vielfältigen Verdienste wurde Herrn Professor Lilie 2012 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

„Auch nach Ihrer Pensionierung 2014, Herr Professor Lilie, nehmen Ihre Aktivitäten nicht ab. So wurden Sie z. B. 2014 vom Bundesjustizministerium in eine Expertengruppe zur ‚Überarbeitung der Tötungsdelikte‘ berufen.“

„Sie sind ein überzeugter Sachsen-Anhaltiner und natürlich auch ein überzeugter Hallenser, was man nicht nur an Ihrem ganz bewusst gewählten Autokennzeichen sehen kann. Aufgrund Ihrer langjährigen medizinjuristischen Begleitung von Studenten, Ärzten und Kollegen des Masterstudienganges in Halle, Ihrer Mitarbeit in den Gremien der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und der Bundesärztekammer haben Sie sich, Herr Professor Lilie, um den Berufsstand der Ärzteschaft in Sachsen-Anhalt verdient gemacht.“

Für sein großes Engagement wird Herrn Prof. Dr. jur. Hans Lilie das Ehrenzeichen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt verliehen.

Die Laudatio hielt
Dr. med. Simone Heinemann-Meerz
Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt