Mitteilungen aus der Kammer

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    Monatlich möchten wir an dieser Stelle die Ärztinnen und Ärzte benennen, die erfolgreich ihre Facharztprüfung an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt abgelegt haben Telefonische Sprechzeiten der Abteilung Weiterbildung: Mo. bis Do. 10 Weiterlesen...
  • Klinisches Krebsregister Sachsen-Anhalt +

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Logo des Ministerium für Arbeit und SozialesIm Nord- und Ostseeraum verursachen Vibrionen (u. a. Vibrio vulnificus) seit einigen Jahren insbesondere bei Menschen mit vorbestehenden chronischen Erkrankungen schwere Wundinfektionen, z. T. mit der Ausbildung eines septischen Schocks und Multiorganversagen.

Vibrionen sind gramnegative, leicht gekrümmte Stäbchen. Sie sind streng halophil (salzbedürftig), gehören zur natürlichen Bakterienflora in Küsten- aber auch salzhaltigen Binnengewässern und können sich in den Sommermonaten bei Temperaturen ab 20°C stark vermehren. Durch Baden und Waten im erregerhaltigen Salzwasser dringen die Vibrionen in Wunden ein. Vibrionen können auch oral über den Verzehr kontaminierter roher Meerestiere, wie Austern und Muscheln, aufgenommen werden und verursachen dann schwere Gastroeneritiden und Septikämien mit hoher Letalität (> 50%). Nach dem Eindringen des Erregers in vorbestehende Wunden oder Mikroläsionen der Haut verursacht er ausgeprägte Wundinfektionen bis zur Ausbildung einer nekrotisierenden Fasciitis. Häufig ist ein chirurgischer Eingriff oder sogar eine Amputation betroffener Gliedmaßen erforderlich.

Betroffen sind vor allem ältere Menschen und Risikopatienten, u. a. mit offenen Wunden, chronischer Hepatitis, Leberzirrhose, Alkoholabusus, Diabetes mellitus oder Immunsuppression. Diesen Personen sollte ärztlich empfohlen werden, auf das Baden oder Wasserwaten in der Nord- und Ostsee zu verzichten. Auch Meerestiere sollten nicht roh verzehrt werden.
Beim Auftreten von Wundinfektionen in Verbindung mit Kontakt zu salzhaltigem Wasser muss immer differentialdiagnostisch an Infektionen mit Vibrionen gedacht werden. Der Nachweis der Erreger erfolgt aus Stuhl- und Blutproben sowie aus Wundabstrichen. Um einen foudroyanten Krankheitsverlauf zu verhindern, ist schon bei Verdacht frühzeitig, auch ohne mikrobiologische Bestätigung, eine Antibiotikatherapie einzuleiten. Häufig ist zusätzlich auch eine chirurgische Behandlung erforderlich.

Beim Auftreten von Vibrionen-Infektionen sollte nach § 6 Abs. 1 Nr. 5a Infektionsschutzgesetz (IfSG) eine ärztliche Meldung an das zuständige Gesundheitsamt erfolgen, damit entsprechende Ermittlungen eingeleitet und Schutzmaßnahmen erlassen werden können.

Weitere Informationen zu Vibrionen erhalten Sie auf den Internetseiten der norddeutschen Küstenländer sowie des Robert Koch-Institutes und des Umweltbundesamtes.

Mecklenburg-Vorpommern: www.t1p.de/Vibrionen-MV
Niedersachsen: www.t1p.de/Vibrionen-NS
Schleswig-Holstein: www.t1p.de/Vibrionen-SH
Umweltbundeamt: www.t1p.de/Umweltbundesamt
Robert Koch-Institut: www.t1p.de/Robert-Koch-Institut

Dr. med. A. Kaline
Dr. rer. nat. F. Benkwitz
Ministerium für Arbeit und Soziales Sachsen-Anhalt