Eine hallesche Ärztin trotzt dem Hausärzteschwund

Zum Beginn des Jahres 2014 schlug die Präsidentin der Ärztekammer, Frau Dr. med. Simone Heinemann-Meerz, Herrn Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff die Allgemeinmedizinerin Frau Dr. med. Anna-Elisabeth Hintzsche für die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes vor.

Dieser Vorschlag hat Gehör gefunden und so war es am 21. Januar 2016 in der Staatskanzlei in Magdeburg soweit, dass Frau Dr. Hintzsche für ihr jahrelanges Bemühen um neue Hausärzte mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Dieses wird für besondere Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet verliehen.

Die Anfänge
Die am 17. September in Halle geborene Ärztin verbrachte die Kindheit in Lettin und legte in Halle ihr Abitur ab. Es folgten ein Studium der Humanmedizin an der Martin-Luther-Universität und der Erhalt der Approbation 1983. Nach abgeschlossener Weiterbildung erhielt sie 1990 die Facharztanerkennung im Gebiet Allgemeinmedizin. Frau Dr. Hintzsche promovierte im März 1991 und im selben Jahr ließ sie sich als Fachärztin für Allgemeinmedizin in Halle nieder, wo sie bis heute praktiziert.

Ehrung für ehrenamtliches Engagement
Bereits 1995 wurde sie Sprecherin der Lehrbeauftragten für Allgemeinmedizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Seitdem setzt sie sich unermüdlich für die Nachwuchsgewinnung für die Allgemeinmedizin ein. Zugleich ist die ehrgeizige Ärztin Mitglied des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt, der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin, der Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin Deutschlands und der Kammerversammlung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt.

Ebenfalls fungiert sie seit 2007 als Sprecherin der „Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin Halle Saalekreis“.

Vermittlerin
Somit gelang es Ihr regelmäßig, die anteilhabenden Parteien an der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner wie Krankenhäuser, Fachärzte und Studenten in eine Gesprächsrunde zu bekommen und dies mit Erfolg. Durch ihre Initiativen im Bereich Halle-Saalekreis wurden seit 2011 insgesamt 69 Weiterbildungsstellen an junge Ärzte vermittelt und diese während der Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin bis zur Niederlassung begleitet. Ebenfalls war sie an der Eröffnung einer Klasse für Allgemeinmedizin an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beteiligt, in welcher bereits Studenten gezielt auf den Hausarztberuf vorbereitet werden.

Auch Friedensstifterin
Außerdem engagiert sich Frau Dr. Hintzsche ebenso als Sprecherin in der im Jahr 2007 gegründeten „Internationalen Georg-Wilhelm-Steller-Gesellschaft e. V.“
In diesem Verein widmet sich Frau Dr. Hintzsche, am Beispiel von G. W. Steller (1709 – 1746), der Herausarbeitung der Bedeutung der Stadt Halle mit Universität und Franckeschen Stiftungen für die Erkundung der Welt. Im Rahmen dieser Gesellschaft leistet sie durch aktiven internationalen und kulturellen sowie wissenschaftlichen Austausch Friedensarbeit, insbesondere zwischen Deutschland und Russland.

Jährlich finden hierzu deutsch-russische Begegnungen zu jeweils ausgewählten Themen statt.

Unterstützer
Als mögliche Unterstützer konnte sich Frau Dr. Heinemann-Meerz bei ihrem Antrag auf das Dekanat der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, den Hausärzteverband Sachsen-Anhalt e. V., die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt, die Deutsche Gesellschaft Allgemeinmedizin (DEGAM) und den Landesverband Freier Berufe e. V. berufen.