Referat „Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten“ informiert

Die Tarifpartner – Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Arbeitsbedingungen von Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA) und der Verband der medizinischen Fachberufe e. V. – konnten in ihren Tarifverhandlungen vom 13. April 2016 eine Einigung erzielen. Die neuen Tarifverträge können auf der Website der Ärztekammer abgerufen werden.

Auch die Vergütung für Auszubildende wurde angehoben. Diese steigt in allen drei Ausbildungsjahren um jeweils 30,00 Euro monatlich.

Ab 1. April 2016 beträgt die Ausbildungsvergütung

  • im 1. Ausbildungsjahr monatlich 730,00 €
  • im 2. Ausbildungsjahr monatlich 770,00 €
  • im 3. Ausbildungsjahr monatlich 820,00 €.

 

Das bedeutet, dass ab 01.04.2016 die neue Ausbildungsvergütung zu zahlen ist, auch wenn bei Abschluss des Berufsausbildungsvertrages eine andere Vergütung vereinbart wurde.

Bitte beachten Sie, dass diese Erhöhung (Angleichung) für alle laufenden Berufsausbildungsverträge der einzelnen Ausbildungsjahre zutrifft.

Die Laufzeit des Gehalts- und des Manteltarifvertrages beträgt zwölf Monate bis zum 31.03.2017.

Einstiegsqualifizierung für Jugendliche (EQ)

Die Einstiegsqualifizierung ist auf die Vermittlung und Vertiefung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit ausgerichtet. Die zu vermittelnden Kenntnisse und Fertigkeiten bereiten die Jugendlichen auf die Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten vor. Die Förderung der Einstiegsqualifizierung wurde 2007 als Arbeitgeberleistung gesetzlich verankert.

Soweit die Jugendlichen zu Beginn der Förderung das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, können folgende Interessenten gefördert werden:

  • Ausbildungsplatzbewerber, die nach den bundesweiten Nachvermittlungsaktionen keinen Ausbildungsplatz erhalten haben.
  • Jugendliche, die noch nicht in vollem Maße über die erforderliche Ausbildungsbefähigung verfügen.


Der Vertrag über die Einstiegsqualifizierung muss mindestens sechs Monate betragen und darf 12 Monate nicht überschreiten. Diese Qualifizierung sollte in einem regulären Ausbildungsvertrag münden. Eine Anrechnung auf die Dauer einer nachfolgenden Berufsausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten kann nicht erfolgen.

Bei Interesse empfiehlt die Ärztekammer folgende Vorgehensweise:

  1. Vermittlungsauftrag bei der Arbeitsagentur stellen
  2. Arbeitsagentur vermittelt geeignete Praktikanten
  3. Abschluss des Vertrages „Einstiegsqualifizierung“
    (Hinweis: Die Unterlagen sind über die Ärztekammer erhältlich.)
  4. Antrag auf Leistungen zur Förderung bei der Arbeitsagentur stellen.


Ausbildung zur/zum Medizinischen Fachangestellten (MFA) – Informationen für ausbildende Arztpraxen

Ausbildungsplan und überbetriebliche Ausbildung
Die Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Medizinischen Fachangestellten schreibt vor, welche Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten während der Berufsausbildung mindestens vermittelt werden müssen. Der Ausbildungsrahmenplan in sachlicher und zeitlicher Gliederung wird durch den betrieblichen Ausbildungsplan untersetzt und bildet die Grundlage für die Ausbildung in der Praxis.

Durch den Berufsbildungsausschuss der Ärztekammer wurde am 05.09.2007 beschlossen, dass Auszubildenden, in deren Ausbildungspraxis nicht alle Ausbildungsinhalte vermittelt werden können, eine überbetriebliche Ausbildung in einer Facharztpraxis der Gebiete

  • Allgemeinmedizin oder
  • Innere Medizin oder
  • Chirurgie oder
  • Praktischer Arzt


ermöglicht werden muss.

Ausbildungsnachweis
Die Auszubildenden haben einen schriftlichen Ausbildungsnachweis zu führen. Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist Voraussetzung für die Teilnahme an der Abschlussprüfung.

Im monatlichen Fachbericht soll eine Verknüpfung zwischen den in der Berufsschule erworbenen theoretischen Kenntnissen und den Tätigkeiten in der Praxis hergestellt werden.
Im Ausbildungsnachweisheft sind die Themen für die Fachberichte und die Fehlzeitenliste enthalten. Fehlzeiten, die in der Berufsschule bzw. Ausbildungspraxis auftreten, sind monatlich einzutragen und von dem Klassenlehrer/in bzw. Ausbilder/in zu unterzeichnen. Die einheitlich vorgegebenen Themen für den Fachbericht sind monatlich aufgeführt und mit einem Verweis zum Ausbildungsrahmenplan versehen.

Jugendarbeitsschutz
Ein Jugendlicher, der in das Berufsleben eintritt, darf nur beschäftigt werden (§ 32 JArbSchG), wenn

  • er innerhalb der letzten 14 Monate von einem Arzt untersucht worden ist (Erstuntersuchung),
  • dem Arbeitgeber eine von diesem Arzt ausgestellte Bescheinigung vorliegt.


Ein Jahr nach Aufnahme der Berufsausbildung hat sich die ausbildende Ärztin/der ausbildende Arzt die Bescheinigung eines Arztes über die erste Nachuntersuchung vorlegen zu lassen (§ 33 JArbSchG). Eine Kopie dieser Bescheinigung ist der Ärztekammer zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres zuzuleiten.


Abschlussprüfung Sommer 2016 – Freisprechung
Die diesjährige Freisprechung findet am Mittwoch, 06.07.2016, um 15.00 Uhr, in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt statt.

Die Einladung für die Freisprechung erhielten die Prüfungsteilnehmer und Lehrer am Tag der schriftlichen Abschlussprüfung und die Mitglieder der Prüfungsausschüsse am Tag der praktischen Prüfung.