Meldepflicht schon jetzt

Der Aufbau eines Klinischen Landeskrebsregisters für Sachsen-Anhalt (KKR-LSA) geht weiter voran. So befindet sich das erwartete Krebsregistergesetz (KRG-LSA) nunmehr im parlamentarischen Verfahren, in dem sich derzeit der Ausschuss für Arbeit, Soziales und Integration des Landtags federführend mit dem Entwurf befasst. Am 22.03.2017 erfolgte eine öffentliche Anhörung unter Beteiligung von Experten auf Seiten der Krankenkassen und der Klinischen Krebsregister sowie des Landesbeauftragten für Datenschutz. Auch wenn einzelne Punkte noch zur Diskussion standen, wie die Frage zur Fachaufsicht des zukünftigen Landeskrebsregisters oder auch datenschutzrechtliche Aspekte, waren sich die Beteiligten einig: Das Klinische Krebsregister, welches an der Ärztekammer Sachsen-Anhalt etabliert wird, ist wichtig und muss schnellstens realisiert werden.

Ein schneller Aufbau ist auch notwendig, um die Förderkriterien des GKV-Spitzenverbandes fristgerecht zu erfüllen und somit die Finanzierung des Landeskrebsregisters Sachsen-Anhalt sicherzustellen. Das zukünftige Landeskrebsregister muss dabei einem Prüfungskatalog mit über 40 Kriterien entsprechen, die vor allen Dingen die Qualität der dokumentierten Daten kontrollieren. So wird zum Beispiel eine Vollzähligkeit der Registrierung von mehr als 90 % erwartet. Eine Kennzahl, die die Aussagekraft des Registers beschreibt und nur durch beständige Meldung aller onkologischen Fälle an das Klinische Krebsregister erreicht werden kann.

Der Entwurf zum Landeskrebsregistergesetz stellt mit der Meldepflicht an das KKR-LSA diesen Anspruch stärker heraus. Es wird daher allen Ärzten und Zahnärzten, die Krebserkrankungen bei ihren Patienten diagnostizieren oder therapieren, dringend empfohlen, der derzeitigen existierenden epidemiologischen Meldepflicht (§ 27a GDG-LSA) nachzukommen, um auch dem zukünftigen Landeskrebsregistergesetz zeitnah entsprechen zu können. Die drei regionalen Klinischen Registerstellen Magdeburg, Halle und Dessau stellen hierfür allen Meldern papierbasierte oder elektronische Meldewege zur Verfügung. Für die Melder ist der Nutzen aus der Klinischen Krebsregistrierung schon jetzt groß und soll weiter ausgebaut werden: Den Ärzten stehen umfangreiche Daten mit vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten auf Grundlage eines bundesweit einheitlichen Datensatzes zur Verfügung. Da Klinische Krebsregister die Daten des Patienten von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachsorge erfassen, ist es dem jeweiligen behandelnden Arzt möglich, Informationen zu Krankheitsverläufen zu erhalten. Somit stellt die klinische Krebsregistrierung ein wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung dar. In regionalen Qualitätskonferenzen können zu verschiedenen Tumorentitäten vom Register bereitgestellte Auswertungen in aggregierter Form oder auch einzelfallbezogen besprochen werden. Des Weiteren sind onkologische Arbeitsgruppen angedacht, wie sie z. B. bereits in Brandenburg durchgeführt werden. In diesen Gruppen werden Entwicklungen in der onkologischen Versorgung im Fachgebiet diskutiert und eigene Fragestellungen abgeleitet, die mit Hilfe der Registerdaten beantwortet werden sollen. Ziel ist, die Zusammenarbeit gemeinsam zu gestalten, um den Nutzen für Ärzte und Patienten zu maximieren.

Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich des Klinischen Krebsregisters stellt u. a., wie im Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG vom 03.04.2013) festgeschrieben, die Zusammenarbeit mit onkologischen Zentren dar. In vielseitiger Form können dabei die Möglichkeiten des Klinischen Krebsregisters genutzt werden. Bereits jetzt sind die Register verschiedenen Zentren bei der Dokumentation und Kennzahlenermittlung behilflich. Zusätzlich kann das KKR-LSA aber auch Schulungen von Dokumentationspersonal begleiten oder bei der Etablierung neuer Dokumentationseinheiten in Kliniken und Zentren unterstützend tätig sein.

Auf den jeweiligen Webseiten der regionalen Krebsregister finden Sie alle Dokumente zur Meldung zum Download. Außerdem stehen die Register für individuelle Fragen zur Verfügung.

Klinisches Krebsregister Halle
Ernst-Grube-Str. 40 FG15/U01
06097 Halle (Saale)
Tel.: 0345/5 57 24 57
www.medizin.uni-halle.de/krebsregister
Einzugsgebiet: Halle, Burgenlandkreis, Landkreis Mansfeld-Südharz und Saalekreis

Klinisches Krebsregister Magdeburg
Leipziger Str. 44
39120 Magdeburg
Tel.: 0391/6 71 35 49
www.ibmi.ovgu.de/IBMI/kkr
Einzugsgebiet: Magdeburg, die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel, Börde, Harz, Jerichower Land, Stendal und der Bereich der Altkreise Aschersleben und Schönebeck im Salzlandkreis

Tumorzentrum Anhalt am SKD e. V./
Klinisches Krebsregister Dessau
Auenweg 38
06847 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340/5 01 43 23
www.tuz-anhalt.de
Einzugsgebiet: Dessau-Roßlau, die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg und der Bereich des Altkreises Bernburg im Salzlandkreis