Hinweise zur Meldung (I)

Die Zusammenführung der klinischen Krebsregistrierung in Sachsen-Anhalt zu einem Landesregister nimmt konkrete Formen an. Das Krebsregistergesetz (KRG LSA) durchläuft derzeit das parlamentarische Verfahren, die Übertragung der Aufgabe an eine Gesellschaft in Trägerschaft der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist bereits Konsens. Es wird gezielt und konzentriert an der Errichtung der Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt GmbH gearbeitet.

Die zügige Arbeitsfähigkeit des Registers ist wichtig, um die ambitionierten Ziele der Dokumentation von Tumorerkrankungen zeitnah zu erreichen. Vordringlich muss die Vollzähligkeit, d.h. die Erfassung aller aufgetretenen bzw. behandelten Krebsfälle im Land, auf 90 % angehoben werden. Nur so wird die qualitativ bisher sehr gute Arbeit der bestehenden Registerstellen und der Nutzen der Daten für die onkologische Versorgung auf eine langfristig quantitativ solide Basis gebracht.

Das KRG LSA wird die Meldepflicht zu bestimmten Anlässen im Krankheitsverlauf einführen. Diese Meldeanlässe werden durch Bundesrecht vorgegeben und beschreiben folgende Zeitpunkte im Verlauf meldepflichtiger Erkrankungen (gem. Tabelle 1):
• Diagnosestellung
• Histologische, zytologische oder labortechnische Diagnosesicherung
• Beginn und Abschluss einer Therapie
• Veränderungen im Krankheitsverlauf bzw. Ergebnis einer Nachsorge
• Versterben der Patientin oder des Patienten1

Tabelle 1: Meldepflichtige Krebserkrankungen

ICD-10-Code

Bezeichnung

Bemerkung

C00.0 - C96.9

Bösartige Neubildung

außer C77.- bis C79.-

D00.0 - D09.9

In-situ-Neubildungen

 

D32.0 - D33.9

Gutartige Neubildung des Gehirns, Rückenmarks, ZNS

 

D35.2 - D35.4

Gutartige Neubildungen von Hypophyse,
Ductus craniopharyngealis und Epiphyse (Glandula pinealis, Zirbeldrüse)

Nur einzelne Erkrankungen. Details auf den Internetseiten der Register.

D39.1 - D47.5

Neubildung unsicheren oder unbekannten Verhaltens

 


Grundsätzlich sollte jeder Behandler die Diagnostik oder Therapie eines Patienten mit den o. g. Erkrankungen melden, die er selbst durchgeführt hat. Nach In-Kraft-Treten des KRG LSA wird er für eine vollständige Meldung dann entsprechend der Krebsregister-Meldevergütung-Vereinbarung2 eine Aufwandsentschädigung erhalten. Die Meldeinhalte richten sich nach dem ADT-GEKID-Datensatz3, d. h. nach bundesweit einheitlichen Kriterien, die in Fachgremien festgelegt wurden und so eine verlässliche Beobachtung von onkologischen Erkrankungen und ihrer Behandlung ermöglichen. Die Übermittlung an das Krebsregister sollte elektronisch erfolgen, die Meldung per Meldebogen oder Arztbrief wird mittelfristig der Vergangenheit angehören. Es stehen je nach Meldeanlass verschiedene Meldebögen zur Verfügung, die bevorzugt elektronisch ausgefüllt werden. Neben der postalischen Übermittlung werden zeitnah elektronische Übermittlungsverfahren etabliert. Als Beispiel ist hier der Bogen zur Meldung einer Diagnose abgedruckt.

Die Stammdatenfelder sind für einen Rezeptdruck ausgelegt. Alternativ können Patientenaufkleber, die alle Daten enthalten, verwendet werden. Im elektronisch ausfüllbaren Bogen ist es möglich, die Melderstammdaten dauerhaft zu hinterlegen. Die Stammdaten müssen für eine Vergütung zwingend vollständig ausgefüllt werden. Der Aufbau der Bögen ist für die übrigen Meldeanlässe vergleichbar. Beim Diagnosebogen ist insbesondere zu beachten, dass stets das klinische Tumorstadium anzugeben ist. Frühere Tumorerkrankungen sollten so genau wie möglich beschrieben werden (Jahr, ICD-10, ggf. Therapien). Nach einer prätherapeutischen Tumorkonferenz sollten die Empfehlung bzw. der Beschluss dem Register als Freitext mitgeteilt werden. Bei Anwendung der Ann-Abor-Klassifikation sollten neben dem Stadium auch Angaben zum extralymphatischen Befall und zur Allgemeinsymptomatik gemacht werden.

Elektronische Versionen der Bögen, gedruckte Exemplare und weitere Informationen zum Meldeprozess fordern Sie bitte bei den drei regionalen klinischen Registerstellen Magdeburg, Halle und Dessau ab.

Klinisches Krebsregister Halle
Ernst-Grube-Str. 40, FG15/U01, 06097 Halle (Saale)
Tel.: 0345/5 57 24 57, www.medizin.uni-halle.de/krebsregister
Einzugsgebiet: Halle, Burgenlandkreis, Landkreis Mansfeld-Südharz und Saalekreis

Klinisches Krebsregister Magdeburg
Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg
Tel.: 0391/6 71 35 49, www.ibmi.ovgu.de/IBMI/kkr
Einzugsgebiet: Magdeburg, die Landkreise Altmarkkreis Salzwedel, Börde, Harz, Jerichower Land, Stendal und der Bereich der Altkreise Aschersleben und Schönebeck im Salzlandkreis

Tumorzentrum Anhalt am SKD e. V./ Klinisches Krebsregister Dessau
Auenweg 38, 06847 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340/5 01 43 23, www.tuz-anhalt.de
Einzugsgebiet: Dessau-Roßlau, die Landkreise Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg und der Bereich des Altkreises Bernburg im Salzlandkreis