Durch die „Richtlinie zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen und zur Anwendung von Blutprodukten“ (Richtlinie Hämotherapie), Gesamtnovelle 2017, sind die Anforderungen an die Qualitätssicherung in der Transfusionsmedizin festgelegt. Für das Jahr 2017 müssen bis zum 01.03.2018 alle Einrichtungen der Krankenversorgung, die ≥ 50 Erythrozytenkonzentrate und/oder Plasmaderivate zur Behandlung von Hämostasestörungen anwenden, einen vom Qualitätsbeauftragten Hämotherapie unterschriebenen Bericht über die Ergebnisse seiner Überprüfungen bei der zuständigen Ärztekammer einreichen. Der Bericht ist zeitgleich an die Leitung der Einrichtung zu senden.

Zusätzlich muss der Qualitätsbeauftragte Hämotherapie neben seiner Approbation und einer 3-jährigen ärztlichen Tätigkeit seine Qualifikation (Teilnahme am 40-Stunden-Kurs „Qualitätsbeauftragter Hämotherapie“ oder Erfüllung der Voraussetzungen für die Zusatzweiterbildung „Ärztliches Qualitätsmanagement“) gegenüber der Ärztekammer nachweisen. Bei Vorliegen der Nachweise in der Abteilung Qualitätssicherung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ist ein jährliches erneutes Einreichen bei Beibehaltung der Funktion nicht erforderlich.

Alle Einrichtungen, die unter 50 Erythrozytenkonzentrate pro Jahr bei Erfüllung der weiteren Voraussetzungen (Transfusion nur bei jeweils 1 Patienten zum selben Zeitpunkt, keine Verwendung anderer Blutkomponenten oder Plasmaderivate zur Behandlung von Hämostasestörungen) benötigen keinen Qualitätsbeauftragten. Diese Einrichtungen müssen ebenfalls zum 01.03.2018 für 2017 die Qualifikationsvoraussetzungen des Transfusionsverantwortlichen (gemäß 6.4.1.3.2.3 der Richtlinie Hämotherapie – bei Vorliegen ist kein erneutes Einreichen notwendig), eine vom Transfusionsverantwortlichen unterzeichnete Arbeitsanweisung zur Transfusion eines Erythrozytenkonzentrats (bei Vorliegen ist ein erneutes Einreichen nur bei Änderungen erforderlich) sowie den Nachweis der Meldung an das Paul-Ehrlich-Institut nach § 21 TFG an die zuständige Ärztekammer einreichen.

Einrichtungen, die hämatopoetische Stammzellzubereitungen anwenden, sind gem. der „Richtlinie zur Herstellung und Anwendung von hämatopoetischen Stammzellzubereitungen“ (2014) ebenfalls verpflichtet, zum 01.03. einen jährlichen Bericht des entsprechenden Qualitätsbeauftragten für das Vorjahr gegenüber der zuständigen Ärztekammer abzugeben. In diesem Bericht stellt der Qualitätsbeauftragte die Ergebnisse seiner Überprüfungen des Qualitätssicherungssystems dar. Für Einrichtungen, die hämatopoetische Stammzellzubereitungen anwenden, ist der abzugebende Bericht für Sachsen-Anhalt bereits in den o.g. Jahresbericht Hämotherapie integriert.

Die erforderlichen Unterlagen werden den Einrichtungen wie gewohnt auf dem Postweg von uns zur Verfügung gestellt.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Abteilung Qualitätssicherung, Frau Dr. med. M. Wolf, Telefon (0391) 6054-7950.