Seit Februar 2018 ist die aktualisierte Website der Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH (www.kkr-lsa.de) verfügbar. Sie entwickelt sich in den nächsten Wochen und Monaten für Melder, Patienten und Interessierte zum zentralen Informationspunkt für die Registrierung von Krebserkrankungen in Sachsen-Anhalt. Hier werden auch die jeweils aktuellen Dokumente zur Patienteninformation und Tumordokumentation zum Herunterladen bereitgestellt.

Einführung elektronischer Meldeverfahren

Das Gesetz über die Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt (Krebsregistergesetz Sachsen-Anhalt – KRG LSA) vom 28. September 2017 ist die rechtliche Grundlage zur Meldung an das klinische Landeskrebsregister und sieht elektronische Meldeverfahren vor.

„Wir möchten das Meldeverfahren für alle Beteiligten ressourcensparend und gut handhabbar umsetzen. Unstrukturierte Meldungen in Papierform oder handschriftlich ausgefüllte Meldebögen sollen deshalb so schnell wie möglich der Vergangenheit angehören. Wir wissen natürlich um die technischen Schwierigkeiten, die beim Zusammenspiel verschiedener elektronischer Systeme entstehen können und die Zeit, die es zur Problemlösung benötigt“, sagt Prof. Strauch, Geschäftsführer des Landeskrebsregisters. Die Meldung basiert auf dem bundesweit einheitlichen ADT/GEKID-Basisdatensatz, den ihn ergänzenden, tumorspezifischen Modulen und einer entsprechenden XML-Datei. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die erforderlichen Daten aus den Dokumentationssystemen der meldenden Ärztinnen, Ärzte und Einrichtungen zu generieren und dann elektronische Meldungen an das Krebsregister durchzuführen. Krankenhausinformationssysteme bieten über spezielle Schnittstellen die Möglichkeit der Datenausleitung, ebenso Tumordokumentationssoftware, die von Organkrebszentren eingesetzt wird. Kommt hierbei das „Gießener Tumordokumentationssystem (GTDS)“ zum Einsatz, erleichtert sich der Meldevorgang erheblich, da das Klinische Krebsregister diese Software ebenfalls einsetzt und die Datenübertragung vereinfacht wird. Ab der 2. Jahreshälfte 2018 wird das Landesregister auch Unterstützung beim Betrieb dieser Dokumentationslösung anbieten können.

Das elektronische Meldeverfahren ist in jedem Fall von den individuellen Gegebenheiten der jeweiligen Gesundheitseinrichtung bzw. Praxis abhängig. Die Anforderungen und Wünsche des Meldenden und des Landesregisters sollten gemeinsam ermittelt werden, um dann das effizienteste Meldeverfahren zu planen. Es ist zu empfehlen, dass die Informatikabteilung der meldenden Einrichtung und des Klinischen Krebsregisters von Beginn an in die Planung und Umsetzung des elektronischen Meldeverfahrens einbezogen werden.

Meldeverfahren darf nicht ins Stocken geraten

Um die Kontinuität des bereits bestehenden Meldeprozesses nicht zu unterbrechen, ist es für eine Übergangszeit möglich, die Meldungen wie bisher mittels Epikrisen oder Arztbriefen zu übermitteln. Da diese Form der Meldung wenig strukturiert ist und oft gesetzlich vorgeschriebene Informationen nicht enthält, die dann einer besonderen Nachfrage und Recherche durch das Landesregister bedürfen, wird sie mit vollständiger Umsetzung der elektronischen Meldung und des Melderportals voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2018 entfallen. Ärztinnen, Ärzte und Einrichtungen, die zur Zeit noch diesen Weg der Meldung nutzen, sollten Kontakt zu ihrer Regionalstelle oder zur Geschäftsstelle des Klinischen Krebsregisters aufnehmen, um frühzeitig das zukünftige Meldeverfahren abzustimmen.

Meldevergütungen gemäß § 4 Abs. 7 des KRG LSA

Für Meldeanlässe mit Datum der Leistungserbringung ab
1. Januar 2018 zahlt das Klinische Krebsregister gemäß § 4
Abs. 7 des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt und § 65c Abs. 6 des SGB V an die Meldeverpflichteten oder die Einrichtung in der sie beschäftigt sind für jede vollständige und fristgerechte Meldung als Aufwandsendschädigung eine Meldevergütung. Die Vergütungssätze wurden in einem Schiedsspruch vom 24. Februar 2015 festgelegt:

  1. Meldung einer Diagnosestellung eines Tumors nach hinreichender Sicherung 18,00 €
  2. Meldung von Verlaufsdaten 8,00 €
  3. Meldung von Therapie- und Abschlussdaten 5,00 €
  4. Meldung eines histologischen oder labortechnischen oder zytologischen Befundes 4,00 €
  5. Vergütungsabschlag für zahnärztliche Diagnosemeldung ohne Angabe des ICD-Codes 3,00 €

Die gesetzliche Meldefrist beträgt 8 Wochen nach Auftreten des Meldeanlasses. Nähere Informationen zum Meldeverfahren, zur Meldevergütung sowie notwendige Dokumente finden Sie zum Herunterladen auf der Website des Landeskrebsregisters www.kkr-lsa.de.

Kontakt:
Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH
Doctor-Eisenbart-Ring 2
39120 Magdeburg
Geschäftsführer: Prof. Dr. Edgar Strauch
Tel.: 0391/60745340
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Pressekontakt: Susanne Seidler
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