Drei Monate Klinisches Krebsregister Sachsen-Anhalt – ein erstes Resümee

Am 16.04.2018 fand die Eröffnungsveranstaltung der Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH in den Räumen des Ministeriums für Arbeit, Soziales und Integration statt. Geladen waren Menschen, die den Aufbau des Registers begleitet haben, Vertreter von Krankenkassen, Verbänden und Organisationen sowie Melder.

Eröffnungsveranstaltung Klinisches Krebsregsiter Sachsen-Anhalt
Zahlreiche Gäste waren zu Besuch bei der Eröffnungsveranstaltung

Ministerin Petra Grimm-Benne unterstrich im Grußwort die Bedeutung der Erhebung und Auswertung von Daten zu Krebserkrankungen in Sachsen-Anhalt. Sie dankte den bisherigen Krebsregistern und ihren Trägern für die geleistete Arbeit. Sie hob das Engagement der Ärztekammer Sachsen-Anhalt hervor, die trotz komplexer Herausforderungen 2017 die Trägerschaft des Klinischen Krebsregisters Sachsen-Anhalt übernahm. „Sachsen-Anhalt kann auf eine mehr als 20-jährige Geschichte in der Krebsregistrierung zurückblicken. Die Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH hat diese Erfahrungen genutzt. Mit Augenmaß und beherztem Vorgehen konnte die Gesellschaft das Klinische Krebsregister schnell arbeitsfähig machen“, erklärte Ministerin Grimm-Benne.

Ärztekammer Sachsen-Anhalt lobte Arbeit der Tochterfirma
Die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. Simone Heinemann-Meerz, unterstrich die Ausführungen der Ministerin. „Innerhalb von kürzester Zeit schuf die gGmbH eine neue berufliche Heimat für die Mitarbeiter der bisherigen Register, suchte und plante neue Geschäftsräume und setzt nun konsequent das neue Datenverarbeitungssystem auf höchstem Niveau von Technik und Datenschutz um. Klinische Krebsregistrierung ist eine komplexe Materie mit viel inhaltlichem und juristischem Neuland. Mit großem Engagement meistern die Mitarbeiter des Klinischen Krebsregisters Sachsen-Anhalt diese Herausforderungen. Hemmnisse und Anlaufschwierigkeiten, zum Beispiel die Fertigstellung einiger Geschäftsräume, werden von ihnen gemeistert. Dafür danke ich Ihnen.“ Sie ergänzte, dass das Krebsregister konstruktive Lösungsansätze auf Bundesebene einbringt und ein Aushängeschild gesundheitswirtschaftlicher Kompetenz aus Sachsen-Anhalt ist.

Die Präsidentin lobte die Kommunikation der gGmbH. „Die Melder werden auf verschiedenen Kanälen angesprochen. Die modern gestaltete Website des Registers ist der zentrale Anlaufpunkt, hier sind alle wichtigen Informationen und Dokumente zur Einsicht und zum Download verfügbar. Zusätzlich stehen die Mitarbeiter den Meldern persönlich zur Verfügung, ob per Telefon oder vor Ort in Form von Schulungen und Präsentationen.“

Prof. Dr. Edgar Strauch (Geschäftsführer der Klinische Krebsregister gGmbH)
Prof. Dr. Edgar Strauch (Geschäftsführer der Klinische Krebsregister gGmbH)

Prof. Carsten Claussen – Digitalisierung und Krebserkrankung
Prof. Edgar Strauch, Geschäftsführer der Klinische Krebsregister gGmbH, begrüßte als Festredner Prof. Claussen, Leiter des Fraunhofer IME ScreeningPort und Experte im Bereich der Krebsforschung, der die Tragweite und Bedeutung der Digitalisierung für die Krebsforschung und die Gesundheitswirtschaft eindrücklich vermitteln konnte. Die anschließende Diskussion gab Gelegenheit zum regen Meinungsaustausch.

Klinisches Krebsregister Sachsen-Anhalt geht neue Wege
Prof. Edgar Strauch sieht zuversichtlich in die Zukunft: „Wir wurden in der neuen Struktur sofort als solider Partner von den Kollegen der anderen Bundesländer anerkannt, man brachte uns Vertrauen entgegen.“ In Sachsen-Anhalt wird zukünftig der Sitz der Koordinierungsstelle der 65c-Register-Plattform des Bundesgremiums, das die Arbeit der Klinischen Krebsregister in Deutschland koordiniert, beheimatet sein.

v. r. n. l.: Beate Bröcker (Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt), Dr. Simone Heinemann-Meerz (Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt) und Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt)
v. r. n. l.: Beate Bröcker (Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt), Dr. Simone Heinemann-Meerz (Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt) und Petra Grimm-Benne (Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt)

„Die Reaktionen auf unsere ersten Rundschreiben an die Melder haben gezeigt, dass noch viel Informations- und Aufbauarbeit zur Umsetzung einer flächendeckenden Krebsmeldung erforderlich ist. Das Interesse an der Krebsregistrierung ist groß und wir versuchen, alle Melder nach besten Kräften zu unterstützen“, erklärt der Geschäftsführer. Mit vielen Kliniken in Sachsen-Anhalt wird bereits ein einheitliches elektronisches Meldeverfahren durchgeführt. Dies wurde durch eine frühzeitige und vertrauensvolle Zusammenarbeit der Melder mit dem Register erreicht. Es gilt nun, diese Arbeit zu stabilisieren und mittelfristig nur noch in Ausnahmefällen Meldeformulare in Papierform zu nutzen.

„Wir sind ein verhältnismäßig junges Team, welches innovativ an die Thematik Krebsregistration herangeht. Wir wollen unseren Service für die Melder weiter ausbauen. Daher entwickeln wir derzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbeauftragten für den Datenschutz ein System, das Organkrebszentren die Möglichkeit bietet, in geschützten Systemen eine spezifische Datenspeicherung durchzuführen und dabei mit bewährten und zertifizierten Softwarelösungen zu arbeiten“, erklärt der Geschäftsführer.

Für onkologisch tätige Zentren und das Krebsregister bringt die Bereitstellung des Systems und die Arbeit mit einer einheitlichen Dokumentationssoftware erhebliche Vorteile. So wird das Befüllen der sogenannten OnkoBox zur Re- und Zertifizierung der onkologisch tätigen Zentren erleichtert, die Umsetzung des gesetzeskonformen Meldeverfahrens wird beschleunigt sowie der Austausch der Dokumentare bei Unstimmigkeiten vereinfacht. Generell stützt sich das Krebsregister auf die neuen Leitlinien von Onkozert, die die Zusammenarbeit mit dem zuständigen klinischen Krebsregister beinhalten.

Viele Herausforderungen wurden bisher vom Klinischen Krebsregister gemeistert, sehr viele und komplexe Aufgaben gilt es noch zu lösen. „Es ist wichtig die Zusammenarbeit zwischen Melder und Register stetig weiter zu intensivieren. Neue Ansätze zur Krebsregistrierung haben wir bereits im Hinterkopf. Zunächst heißt es für das Register jedoch: Erst die Pflicht, dann die Kür“, fasst Prof. Strauch zusammen. Weitere Informationen finden Sie unter www.kkr-lsa.de.

Kontakt:
Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH
Doctor-Eisenbart-Ring 2, 39120 Magdeburg
Geschäftsführer: Prof. Dr. Edgar Strauch
Tel.: 0391 60745340, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Pressekontakt: Susanne Seidler,
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Fotos: ÄKSA