Dr. med. Dietrich Stoevesandt
Dr. med. Dietrich Stoevesandt und Laudatorin Dr. med. Simone Heinemann-Meerz

Dr. med. Dietrich Stoevesandt wurde am 16.12.1976 in Rinteln (Niedersachsen) geboren. Nach Besuch von Grundschule und Gymnasium zog es ihn in der 11. Klasse in die USA, wo er 1994 in Nebraska den High School-Abschluss machen konnte.

Nach dem Abitur 1996, dem Zivildienst mit Ausbildung zum Rettungssanitäter studierte er an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von 1997 bis 2004 Medizin. Von Anfang an zog es ihn in die Radiologie, als AIP und dann als Weiterbildungsassistent. Nach dem Staatsexamen und der Approbation 2004 wurde ihm der Titel Dr. med. verliehen. Das Thema der Dissertation lautete: „Prognostische Wertigkeit inflammatorischer Marker und natriuretischer Peptide bei Patienten mit akutem Myokardinfarkt“. Die Facharztanerkennung „Diagnostische Radiologie“ erfolgte 2010.

Seit Oktober 2012 bekleidet Dr. Stoevesandt die Funktion des Oberarztes in der Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Was macht den Kollegen Stoevesandt für unsere Ärztekammer interessant und vor allem wichtig? Zum einen ist es natürlich soziales Engagement. In diesem Zusammenhang möchte ich nur die von 1998 bis 2002 ehrenamtliche Tätigkeit im stationären Hospiz in Halle nennen.

Neben Ihrer ärztlichen Tätigkeit widmen Sie sich der für uns so wichtigen studentischen Ausbildung. Sie sind seit 2013 Leiter des Dorothea-Erxleben-Lernzentrums an der MLU Halle. Dies umfasst das SkillsLab, das Simulationszentrum, den studentischen Lernraum, eine Simulations-Arztpraxis und die Studentenbibliothek unter einem Dach.

Hier werden praktische Fertigkeiten (Blutabnahme, Injektionen, Basic-Life- Support) gelehrt sowie komplexe medizinische Szenarien (Narkose-Einleitung, Auffinden einer leblosen Person) simuliert. Für das Training werden speziell angefertigte realistische Modelle und Simulatoren verwendet. Daran werden Abläufe und Fertigkeiten trainiert, bevor der Student diese erstmalig an einem Patienten durchführt. Hierfür wurde eine Schulung für die studentischen Tutoren entwickelt.

Ein weiterer Schwerpunkt der praktischen Ausbildung des SkillsLab stellt die Kommunikationsausbildung mit einem Schauspielpatienten-Programm dar. Dabei werden speziell geschulte Schauspielpatienten eingesetzt, die eine entsprechende Rolle simulieren, um mit den Studenten bestimmte Gesprächssituationen, wie das Überbringen schlechter Nachrichten oder das Anamnesegespräch, zu üben. Die Kommunikationsausbildung findet in eigens dafür ausgestatteten Räumlichkeiten statt, die eine Videoaufnahme sowie die direkte Beobachtung durch eine verspiegelte Scheibe ermöglichen.

Dietrich Stoevesandt war es, der im Frühjahr 2009 die studentische Initiative für die Initiierung eines SkillsLab mit Unterstützung durch den Studiendekan und Herrn Fichtner zum Erfolg geführt hat. Im Frühjahr 2010 fanden die ersten fakultativen Kurse statt. Im Wintersemester 2010/2011 wurde das SkillsLab erstmals als Lehrform in Halle aufgenommen und 2011 durch die damalige Wissenschaftsministerin, Prof. Dr. Birgitta Wolf, eingeweiht. Im Januar 2013 zog auch das Simulationszentrum in das Dorothea-Erxleben-Lernzentrum um, Dr. Dietrich Stoevesandt übernahm die Leitung. Seit Juni 2013, mit Neugestaltung des klinischen Curriculums, wird der SkillsLab-Unterricht curricular integriert. Unser Vorstand durfte sich bei seinem Besuch am 12. Dezember 2012 von all dem überzeugen.

Durch zahlreiche andere Aktivitäten in der ärztlichen Selbstverwaltung hat sich Herr Dr. Stoevesandt verdient gemacht: Von 2011 bis 2016 war er stellvertretender Vorsitzender der Fach- und Prüfungskommission „Kardiale Magnetresonanztomographie/Kardio-MRT“ und seit 2017 ist er ihr Vorsitzender. Sachsen-Anhalt war das erste Bundesland, welches die Zusatzbezeichnung „Kardio-MRT“ in die Weiterbildungsordnung eingeführt hat, allen Anfeindungen außer- und innerhalb unserer Landesgrenzen zum Trotz. Herr Dr. Stoevesandt, wir beide haben aus Überzeugung in der Sache diese Zusatzweiterbildung konzipiert und letztendlich durchgesetzt. Dazu war Ihr Verständnis der Arbeit der Kammer und ihrer Regularien mit allen Zwängen in Sache und Form mehr als hilfreich.

Seit 2015 ist die Integration nicht nur von Flüchtlingen, sondern generell von ausländischen Kolleginnen und Kollegen in den Fokus gerückt. Die Notwendigkeit von Fachsprachenprüfungen zur Gewährleistung der Voraussetzungen und der Qualität ärztlicher Berufsanerkennungen stand für die Ärztekammer akut auf der Tagesordnung.

Herr Dr. Stoevesandt konzipierte 2014 den Deutsch-Sprachtest für ausländische Berufsangehörige in Sachsen-Anhalt und etablierte den Sprachtest im SkillsLab der Martin-Luther-Universität. Seit 2015 ist er Mitglied dieser Prüfungskommission und Verantwortlicher für die Organisation und Durchführung der Fachsprachenprüfungen im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum Halle. In diesem Zeitraum wurden knapp 700 Sprachprüfungen mit Ärztinnen und Ärzten aus 68 Herkunftsländern im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum durchgeführt.

Bei der Bundesärztekammer ist Herr Dr. Stoevesandt seit 2016 Mitglied der Projektgruppe zur Umsetzung der Fachsprachenprüfungen in den Landesärztekammern und seit 2017 Teilnehmer der ÄKSA am Erfahrungsaustausch Fachsprachenprüfungen der Landesärztekammern bei der BÄK.

Seit Mitte 2014 übernimmt er die Organisation und Durchführung der Kenntnisprüfung im Auftrag der Approbationsbehörde. Hier werden pro Jahr ca. 50 Prüfungen mit Hilfe von Simulationspatienten durchgeführt.

Herr Kollege Stoevesandt hat sich um das Ansehen der Ärzteschaft und deren Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt und darüber hinaus verdient gemacht.

Für seine Tätigkeit und sein berufspolitisches Engagement wird Herr Dr. med. Dietrich Stoevesandt mit dem Ehrenzeichen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Lieber Herr Stoevesandt, wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute, Glück und Gelassenheit. Bleiben Sie uns mit Ihrem Engagement gewogen. Wir zählen auf Sie.

Die Laudatio hielt
Dr. Simone Heinemann-Meerz
Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Foto: ÄKSA