Arbeitsgruppe „Junge Ärzte“ der Ärztekammer Sachsen-Anhalt – Nachschau des Dialogs „Junge Ärzte“
anlässlich des 121. DÄT 2018 in Erfurt


Junge Ärzte


In der Auftaktveranstaltung zum 121. DÄT 2018 in Erfurt wurde durch den Bundesärztekammerpräsidenten Prof. Montgomery die Etablierung der berufspolitischen Nachwuchsarbeit an den Landesärztekammern gefordert.

Im Rahmen des im Vorfeld des DÄT durchgeführten Forums „Dialog mit jungen Ärztinnen und Ärzten“ wurden die Probleme des Berufsalltages der jungen Mediziner umfassend thematisiert. Interessenvertreter der Nachwuchsverbände sowie „alte Hasen“ äußerten sich zu Themen der unzureichenden Weiterbildung, der überbordenden Bürokratisierung sowie zu Generationskonflikten innerhalb der Ärzteschaft und der zunehmenden Merkantilisierung des Gesundheitswesens.

Wie die Teilnehmer des Forums feststellten, „ [...] war die Zitrone vor Jahren ausgequetscht, jetzt ist sie ultrazentrifugiert“ und ist „Weiterbildung [...] kein Abfallprodukt der täglichen Arbeit“.

Forderungen der bürokratischen Entlastung und Rückbesinnung auf die originären ärztlichen Tätigkeiten sowie erneut die Vereinbarkeit von beruflicher Entwicklung und privater Erfüllung wurden laut. Die Etablierung von flexiblen Arbeitszeitmodellen sowie die Anpassung der Weiterbildungsstruktur und -kultur an individuelle Umstände sind notwendig. Die im Forum aufkommende Diskussion zeigte deutlich die Brisanz der Thematik aber auch, dass es eines weiterführenden generationenübergreifenden konstruktiven Diskurses darüber bedarf.

Seid ihr satt und fett?

Bundesweite Meldungen beklagen den Mangel an berufspolitischer Mitarbeit der jungen Ärzte-Generation. Offen bleiben dabei noch die Ursachen. Liegt dies etwa an persönlichem Desinteresse, Unwissenheit der Gestaltungsmöglichkeiten oder einer subjektiven Sättigung der Ärzteschaft?

v. l. n. r.: Martin Lohrengel, Dipl.-Ing. Angelika Henze,
Dr. Ekkehard Röpke, Dr. Ellen Lundershausen, Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery

Seit 2017 sind wir in Sachsen-Anhalt als Arbeitsgruppe „Junge Ärzte“ aktiv. Thematisch befassen wir uns mit den alltäglichen Problemen der jungen Ärzte. Dazu gehört z. B. neben der Evaluation der Weiterbildung auch die Verbesserung der Erreichbarkeit Ihrer gewählten Vertreter der ÄKSA. Die Ärztekammer ist per Gesetz als koordinierendes und legitimierendes Organ für die Weiterbildung zuständig und als Ansprechpartner zu nutzen!

Unsere Forderung: Berufspolitische Selbstverwaltung unseres freien Berufes ist ein zu schützendes Privileg und muss stets gegen äußere Regulierung und Einflussnahme verteidigt werden. Dieses Privileg geht mit der Verantwortung einher, Gestaltungsspielräume zu nutzen. Auch als junge Ärzte-Generation stehen uns die Strukturen der Landesärztekammern und Berufsverbände offen. Wir sollten sie nutzen, um u. a. Probleme in der Aus- und Weiterbildung zu thematisieren, um so im konstruktiven Dialog miteinander Veränderungen herbeizuführen.

Für den 122. Deutschen Ärztetag ist eine Fortsetzung des Dialoges, offenbar auch als Stimmungsbarometer der „Jungen Wilden“ geplant.

Engagieren Sie sich in Ihren Verbänden und unseren berufspolitischen Strukturen! Die Gestaltung unseres Berufes durch die junge Ärzteschaft ist notwendig und gewünscht, wir müssen aber auch liefern! Wir sind unsere Zukunft!

Mitglieder der Arbeitsgruppe:
Dr. Ekkehard Röpke, Martin Lohrengel, Dr. Till Leber, Jens Hildebrandt

Fotos: ÄKSA