Der 121. Deutsche Ärztetag 2018 in Erfurt beschloss die Gesamtnovelle der Musterweiterbildungsordnung unter Einbeziehung der Beschlüsse des 120. DÄT 2017 in Freiburg.
 
Im engen Abstimmungsprozess mit unendlich vielen Beratungen, auch unter Nutzung moderner Kommunikationsmöglichkeiten (WIKI-BAEK), hat die Bundesärztekammer, unter Einbeziehung der Fachgesellschaften, Berufsverbände, Dachverbände, weiterer ärztlicher Organisationen sowie der Gremien der Landesärztekammern, die Novellierung auf dem 121. DÄT in Erfurt nach 6 Jahren verabschiedet.

Unter dem Vorsitzenden Dr. Franz Bartmann sowie dem Team des Dezernats 2 der BÄK mit der Leiterin Dr. Annette Güntert wurde in enger Zusammenarbeit mit den Vertretern der Landesärztekammern eine enorme Arbeit geleistet. Abgeschlossen ist der Novellierungsprozess jedoch noch nicht. Aktuell werden die Inhalte der Zusatzweiterbildungen im Auftrag des Ärztetagbeschlusses durch den Vorstand der BÄK abgestimmt.

Ein wesentlicher Teil der Umsetzung der MWBO hängt am elektronischen Logbuch (e-Logbuch). Auch hier bedarf es noch einiger Zeit und zahlreicher Abstimmungen. Die Entwicklung des e-Logbuchs soll weiter vorangetrieben werden, um dem 122. Deutschen Ärztetag ein betriebsfertiges Produkt vorzulegen. Aufgrund der unterschiedlichen Entwicklung der IT-Infrastruktur in den 17 Ärztekammern erscheint das nicht unproblematisch. Eine Übergangslösung könnte darin bestehen, dass die Endversion ausgedruckt wie bisher bearbeitet wird. Dem nachfolgen wird die Umsetzung der MWBO auf Landesebene. Die Bundeärztekammer hofft dabei auf Einheitlichkeit.

In der Novelle wurde die bewährte Gliederung in einzelne Abschnitte, wie Paragrafenteil, Facharzt- und Schwerpunktweiterbildungen sowie Zusatzweiterbildungen beibehalten.


Was wird neu sein?


„Inhalte statt Zeiten sind die wesentlichen Neuerungen. Es geht nicht mehr darum, die Weiterbildungszeiten nur zu erbringen, sondern wie Erfahrungen und Fertigkeiten erlernt wurden“, so Dr. med. Franz Bartmann. Eine moderne kompetenzbasierte Weiterbildung, die künftig regelmäßig an aktuelle Entwicklungen angepasst wird, ist das Ziel. Das Prinzip der Mindestweiterbildungszeiten bleibt jedoch auch zukünftig erhalten. Am Ende der Weiterbildung soll ein Facharzt mit den nötigen Kompetenzen versehen sein, die er auch tatsächlich erbringen kann.

Die Kompetenz ist im Paragrafenteil wie folgt definiert: Kompetenz umfasst die während einer Facharzt-, Schwerpunkt- oder Zusatz-Weiterbildung erworbenen und nachgewiesenen Kenntnisse, Erfahrungen und Fertigkeiten auf der Grundlage der Weiterbildungsinhalte der Abschnitte B (Facharzt- und Schwerpunktkompetenz und C (Zusatz-Weiterbildungen) der Weiterbildungsordnung und stellt eine Teilmenge eines Gebietes dar. Die jeweiligen Kompetenzen werden insbesondere im Rahmen der beruflichen Tätigkeit während der Weiterbildung erworben und durch eine Prüfung vor der Ärztekammer nachgewiesen.

Der Nachweis im Logbuch erfolgt getrennt nach

  • kognitiver und Methodenkompetenz = Kenntnisse
  • Handlungskompetenz = Erfahrungen und Fertigkeiten

Die Umsetzung der MWBO auf Landesebene wird nach Beratungen der Fachgremien und des Vorstands durch die Kammerversammlung beschlossen. Wie immer wird es mehrjährige Übergangszeiten geben. Wir werden Sie rechtzeitig informieren.

Dr. med. Rüdiger Schöning

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