Peter Jeschke wurde am 01.07.1952 in Halle (Saale) geboren. Im Jahr 1981 erhielt er nach erfolgreichem Staatsexamen die Approbation. Es folgten 1986 der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, 2001 die Fachkunde Suchtmedizinische Grundversorgung und 2006 die Zusatzbezeichnung Suchtmedizinische Grundversorgung.

Dipl.-Med. Peter Jeschke bei der Verleihung des Ehrenzeichens  der Ärztekammer Sachsen-Anhalt durch die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. med. Simone Heinemann-Meerz
Dipl.-Med. Peter Jeschke bei der Verleihung des Ehrenzeichens der Ärztekammer Sachsen-Anhalt durch die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. med. Simone Heinemann-Meerz

Wir, in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, sind froh, auf das Engagement und die Expertise von Peter Jeschke zugreifen zu können. Er ist seit November 2003 Mitglied im Ausschuss Sucht und Suchtbekämpfung und seit Januar 2017 stellvertretender Vorsitzender der Fach- und Prüfungskommission Suchtmedizinische Grundversorgung. Seit September 2018 steht er der Ärztekammer auch als Vertrauensperson gemäß „Sofortprogramm bei Verdacht auf Vorliegen einer Suchterkrankung bei Ärzten“ zur Verfügung.

Peter Jeschke ist Gründer und Vorsitzender der Ostdeutschen Arbeitsgemeinschaft Suchtmedizin e. V. (OGAS e. V.), die es seit 1996 gibt, und ist mit der Arbeit dieses Vereins sehr erfolgreich.

Zunächst tauschten sich suchtmedizinisch aktive Ärzte aus Halle (Saale) und Umgebung über aktuelle Probleme bei der Behandlung Suchtkranker aus. Zu den zwanglosen Treffen kamen sehr bald auch Mitarbeiter von Suchtberatungsstellen, kommunalen Verwaltungen, psychosozialen Vereinen und amtsärztlichen Diensten. Auch Kollegen aus Sachsen und Thüringen nutzten die Möglichkeit zu Austausch und Weiter- und Fortbildung. Aus dem Halleschen Arbeitskreis wurde bald eine überregionale Arbeitsgemeinschaft, die seit 2000 ein anerkannter Qualitätszirkel der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt ist.

Seit 2005 organisiert die OAGS e. V. Weiterbildungscurricula und überregionale Symposien für Suchtmedizin. An den Weiter- und Fortbildungen, die von der Ärztekammer zertifiziert werden, nehmen Ärzte, medizinische Fachassistenten, Apotheker und Suchtberater teil. Im Mittelpunkt stehen immer wieder aktuelle medizinische und gesundheitspolitische Themen mit direktem Bezug zum Praxisalltag. Der Verein fördert den Erfahrungsaustausch und Projekte sowie Weiter- und Fortbildungen für suchtmedizinisch engagierte und insbesondere für Drogenkonsumenten tätige Ärzte und Mitarbeiter in Ostdeutschland (Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt). Im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen Probleme der Versorgung von Suchtkranken und die Qualitätssicherung von Prävention, Therapie und Nachsorge sowie die Entwicklung und Koordination von Projekten der Suchtmedizin und des Hilfesystems.

Herr Jeschke ist Mitbegründer des Netzwerkes gegen Drogen in Halle (Saale) in den 90er Jahren und Moderator der AG Suchmedizin, später „Qualitätszirkel Suchmedizin“. Er ist an der Durchführung vieler ZEUS-Trainings und ZEUS-Curricula für Arzthelferinnen, Ärzte, Apotheker und Suchtberater federführend beteiligt.

Herr Kollege Jeschke substituiert selbst seit 1995 und hat auf diesem Gebiet einen großen Erfahrungsschatz. Viele praxisorientierte professionelle Weiter- und Fortbildungen sind seiner Initiative zu verdanken. 2014 führte die OAGS e. V. das gesamtdeutsche suchtmedizinische Symposium zum Methamphetamin-Problem („Crystal-Tag“) gemeinsam mit tschechischen Kollegen in Chemnitz mit 280 Teilnehmern durch. Der Verein organisiert außerdem eine anonyme Sprechstunde für Crystal-Konsumenten in Halle (Saale) und beteiligte sich an der Entwicklung der App „Checkpoint C“ für Crystal-Konsumenten, die seit November 2016 für Smartphones verfügbar ist. Ohne ein hohes menschliches Ethos und Verantwortungsbewusstsein wäre so Manches nicht möglich. Herr Kollege Jeschke kümmert sich nicht nur vorbildlich um seine Fachkollegen, sondern auch um seine Patienten und organisiert Fahrten, Ausflüge und Ganztagesprogramme. Hierfür gibt es keine finanzielle Förderung.

Vorbildliche Haltung

Peter Jeschke war um die Wendezeit 30 Jahre alt und hat sich auch hier durch eine vorbildliche Haltung verdient gemacht.
Er gehörte zu den Protagonisten des Runden Tisches in Halle (Saale) und war von 1990-2004 Mitglied des Stadtrates in Halle (Saale) für die Fraktion Neues Forum und HAL-Fraktion. 2014 hatte er eine Resolution gegen die Pegida-Bewegung mitgezeichnet.

Herr Kollege Jeschke hat sich um das Ansehen der Ärzteschaft und deren Selbstverwaltung in Sachsen-Anhalt und weit darüber hinaus verdient gemacht. Für seine Tätigkeit und sein berufspolitisches Engagement wird Herr Dipl.-Med. Peter Jeschke mit dem Ehrenzeichen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.

Lieber Herr Jeschke, wir wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute, Glück, Gelassenheit und Kraft für Ihre vielen Aktivitäten.

Die Laudatio hielt
Dr. med. Simone Heinemann-Meerz

Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Foto: AEKSA