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Klinisches Krebsregister Sachsen-Anhalt

Seit 2018 ist das Gesetz zur Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt (KRG LSA) wirksam. Die Datenübermittlung an das Klinische Krebsregister ist seither an Meldeanlässe gebunden. Eine Verordnung hierzu trat im August 2018 in Kraft. Sehr oft kommen die Fragen auf: Welche Meldeanlässe gibt es? Welche Ereignisse im Krankheitsverlauf eines Patienten lösen eine Meldeverpflichtung aus?

Auf den ersten Blick erscheint es oft schwierig, das Regelwerk der Meldeanlässe zu überblicken, im täglichen Handeln wird es jedoch schnell zur Routine. Insgesamt wurden sechs formale Meldeanlässe festgelegt:

  • die Diagnosestellung
  • die histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung der Diagnose
  • der Beginn und der Abschluss einer therapeutischen Maßnahme
  • jede Änderung im Verlauf
  • das Ergebnis der Nachsorgeuntersuchungen
  • der Tod des Patienten.

Sehr häufig werden die Mitarbeiter des Klinischen Krebsregisters mit Nachfragen von Ärzten konfrontiert, welche konkreten Sachverhalte sich hinter diesen Beschreibungen verbergen. Grundsätzlich ist jeder an der Versorgung eines Krebspatienten beteiligte Arzt für die Meldung des Ereignisses zuständig, das in seinem direkten Handlungsbereich auftritt: zum Beispiel der Chirurg für die Operation, der Pathologe für die histologische Befundsicherung und der Hausarzt für die im Todesfall zu meldende Sterbemeldung.

Jede Meldung muss neben den Informationen zur Patientenidentifikation (Name, Vorname …) auch dessen Versichertennummer und Krankenkasse enthalten. Nur damit ist es mög lich, gegenüber den Krankenkassen die entsprechenden Meldevergütungen abzurechnen und anschließend an die Melder weiterzuleiten. Nur vollständige Meldungen können vergütet werden und nur an den Melder, der die Informationen als Erster dem Klinischen Krebsregister übermittelt. Die für die jeweilige Meldung notwendigen Informationen können den Meldeformularen entnommen werden. Diese sind unter https://www.kkr-lsa.de/melder/meldeboegen einzusehen und downloadbar. Auszugsweise werden nachfolgend einige Meldeanlässe erläutert.

Diagnosestellung (18 € je Meldung)
Die Meldung erfolgt durch den die Diagnose stellenden Arzt, der in der Regel mit dem Patienten die weitere Diagnostik und Therapie erörtert. Verdachtsdiagnosen sind grundsätzlich nicht zu dokumentieren, die Krebserkrankung muss gemäß den Leitlinien gesichert sein, die Meldung enthält klinische Informationen zu Staging und Grading des Tumors sowie zu dessen Ausbreitung. Die vollständige Meldung wird mit 18 € vergütet.

Histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung
Die Meldung erfolgt durch rein diagnostisch tätige Ärzte nach Befundsicherung, zum Beispiel Pathologen. Die vollständige Meldung wird mit 4 € vergütet.

Beginn und Abschluss einer therapeutischen Maßnahme (Meldevergütung 5 €)
Die Meldung erfolgt durch den durchführenden Arzt.

Operationen
Gemeldet wird das OP-Datum der Haupt-OP, rein explorative Eingriffe sind nicht zu melden. Ein mehrzeitiges operatives Vorgehen oder Revisionsoperationen während eines stationären Aufenthaltes sind als eine OP zu melden, Operationen mit palliativer Intention sind zu melden, rein diagnostische Eingriffe unterliegen nicht der Meldepflicht.

Strahlentherapie
Beginn und Abschluss einer Strahlentherapie sind getrennt zu melden. Als Therapie ist zu werten, wenn die gemäß Leitlinie geplante Dosis appliziert wurde. Therapieabbrüche erfordern auch die Abschlussmeldung

Systemische Therapie, medikamentöse Therapie
Beginn und Ende der Durchführung eines leitlinienkonformen Schemas sind Meldeanlässe, der einzelne Zyklus ist nicht zu melden. Der Wechsel eines Therapieprotokolls oder auf eine Second-Line-Therapie sind meldepflichtig, Änderung einzelner Substanzen oder Dosierungen, die keine Änderungen des Therapieprotokolls auslösen, müssen nicht gesondert gemeldet werden.

Weitere Regelungen:

  • lokal ablative Verfahren und Watchful-Waiting-Konzepte sind zu melden,
  • die Behandlung von Folgeerscheinungen oder Nebenwirkungen lösen keine gesonderte Meldeverpflichtung aus.
  • wirkt eine Therapie gleichzeitig auf verschiedene Primärtumore, ist je Tumor eine Meldeverpflichtung gegeben.
  • Ablehnungen von Therapien sind als Abschluss einer Therapie zu melden.
  • Therapieempfehlungen sind nicht zu melden.


Verlaufsmeldung (8 € je Meldung)
Jede Änderung des Krankheitszustandes im Verlauf einer Tumorerkrankung z. B. Auftreten von Rezidiven oder Metastasen nach hinreichender Sicherung sind zu melden. Mehrere gleichzeitig auftretende Ereignisse bilden eine Meldung (z. B. gleichzeitiges Auftreten von späten Lungen- und Lebermetastasen = Metastasierung).

Nachsorgemeldung (8 € je Meldung)
Die Meldung zum Ergebnis der Nachsorgeuntersuchungen gemäß Leitlinien bzw. die jährliche Meldung bei Tumorfreiheit bis 10 Jahre nach Therapieende ist zu melden. Es wird jeweils die erste, dem Klinischen Krebsregister vorliegende, Nachsorgemeldung vergütet.

Tod des Patienten (5 € je Meldung)
Der Tod eines Patienten mit einer Krebserkrankung ist in jedem Fall, unabhängig von der Todesursache, zu melden.

Wichtig!
Nachsorge- und Todesmeldung bei nicht-melanotischem Hautkrebs sind kein Meldeanlass.

Das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt wird zu festen Terminen Informationsveranstaltungen zum Meldeverfahren und damit verbundenen speziellen Fragestellungen anbieten. Ab sofort steht allen Meldern das neue Portal zur sicheren Informationsannahme zur Verfügung. Voraussetzung zur Nutzung ist eine vom Register vergebene Melder-ID. Die Übertragung aller digitalisierten oder elektronischen Informationen wird damit deutlich vereinfacht. Weiterführende Informationen sind auf der Website des Klinischen Krebsregisters unter www.kkr-lsa.de verfügbar.

Kontakt:
Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH
Doctor-Eisenbart-Ring 2
39120 Magdeburg

Geschäftsführer: Prof. Dr. Edgar Strauch
Tel.: 0391 60745340
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Pressekontakt: Susanne Seidler
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