Dr. rer. nat. Thomas Trantzschel
Dr. rer. nat. Thomas Trantzschel

Digitalisierung im Gesundheitswesen

Wie gehen Ärzte mit der Digitalisierung im Gesundheitswesen um? Dieser Frage widmete sich der 28. Fortbildungstag der Ärztekammer Sachsen-Anhalt am 28. September 2019 in Halle (Saale). Dabei wurde in drei Vorträgen zu unterschiedlichen Themen referiert.

Ein klinisches Krebsregister ist der positiven Seite bei der Erhebung von Gesundheitsdaten zuzurechnen. Dr. rer. nat. Thomas Trantzschel – Leiter Koordinierungsstelle, Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH, referierte im 1. Vortrag zum Thema „Klinische Krebsregistrierung – warum das denn?“ Das Gesetz über die Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt ist seit Beginn 2018 in Kraft. Der Vortrag gab einen Überblick zu den Zielen der klinischen Krebsregistrierung, dem aktuellen Stand und den damit verbundenen Regeln zur Meldung und Registrierung. Außerdem wurde eine Perspektive zur zukünftigen Entwicklung und möglichen Nutzung der Daten aufgezeigt. Informationen zum Klinischen Krebsregister finden Sie unter: https://www.kkr-lsa.de/

Patrick Weidinger
Patrick Weidinger

Ein weiteres wichtiges Thema des aktuellen Fortbildungstages war die Fernbehandlung. Patrick Weidinger – Rechtsanwalt der Deutschen Ärzteversicherung – ging in seinem Vortrag auf die „Fernbehandlung – die Zukunft der Medizin? Bestandsaufnahme, Ausblick und kritische Betrachtung“ ein.

Die Zukunft hat gerade erst begonnen: Durch Berufsordnungen gestattete ausschließliche Fernbehandlungen, etablierte TeleDoc’s der Krankenkassen und der Krankenversicherungen, computergenerierte Diagnosen und Behandlungen, digitale Dokumentationen und Abrechnungen. Diese Technisierung bietet große Chancen, aber auch Risiken, die es zu beherrschen gilt. In der Dezember-Ausgabe des Ärzteblattes Sachsen-Anhalt wird zu diesem Thema eine Zusammenfassung von Herrn Weidinger folgen.

Roboter und roboterähnliche Lösungen sind längst im medizinischen Alltag angekommen. Dr. med. Dietrich Stoevesandt – Leiter des Dorothea Erxleben Lernzentrums, Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – gab abschließend interessante Einblicke in das Thema „Roboter in Medizin und Pflege – Gegenwart oder Zukunft?“. Während in der industriellen Fertigung Roboter seit Jahrzehnten einen hohen Stellenwert haben, sind sie im Einsatz am Patienten bisher nur vereinzelt anzutreffen.

Dr. med. Dietrich Stoevesandt
Dr. med. Dietrich Stoevesandt

Mittelfristig will sich Sachsen-Anhalt als Region für innovative Gesundheitsversorgung etablieren. Als einen ersten Schritt in diese Richtung wurden bereits bestehende Anwendungen vorgestellt und mögliche Einsatzfelder der Zukunft diskutiert und kritisch hinterfragt. Dabei kam auch Thea, ein humanoider Roboter der Pepperfamilie, zu Wort.

Fotos: ÄKSA