Krebsregister schult Melder

Das Gesetz über die Krebsregistrierung im Land Sachsen-Anhalt schreibt die elektronische Übermittlung der Meldungen vor. Doch auch aus ressourcensparenden Gründen ist dieses Verfahren zu priorisieren. Das Krebsregister bietet seinen Partnern hierzu verschiedene Möglichkeiten an.

„Wir müssen zügig weg vom Papier! Wir erhalten große Mengen von Arztbriefen mit verschiedensten Informationen, aus denen wir die für die Krebsregistrierung erforderlichen Anteile in ‚Manufakturarbeit‘ extrahieren müssen“ erklärt Prof. Strauch, Geschäftsführer der Klinische Krebregister Sachsen-Anhalt gGmbH. Für eine Übergangszeit ist es noch möglich, die gesetzliche Meldepflicht durch Übersendung einer Epikrise oder vergleichbarer Dokumente zu erfüllen. Ein Angebot, das den Meldern ermöglicht wurde, um den kontinuierlichen Informationsfluss von Daten zur Krebserkrankung in Sachsen-Anhalt nicht ins Stocken kommen zu lassen. Momentan erhält das Register noch 70 % der Meldungen als Papier auf dem Postweg. Eine Methode, die für Melder und Register zeitraubend ist und materielle Ressourcen verschwendet. „Bei unseren Meldern drucken Mitarbeiter Dokumente aus, sammeln und verpacken diese dann und übersenden uns Briefe, Päckchen oder Pakete. Unsere Dokumentare digitalisieren nach dem Posteingang und beginnen mit der Bearbeitung. Bei umfangreichen Arztbriefen kann durchaus bis zu eine Stunde notwendig sein, um die Informationen zu verschiedenen Meldeanlässen aus dem Brief zu extrahieren und dem Melder die bestmögliche Meldevergütung zuzuschreiben“, erklärt der Geschäftsführer, „das deckt langfristig niemals die dem Register zugewiesene Krebsregisterpauschale ab.“

Schaut man bei diesem Prozess auf die Seite des Melders, ist dieses Verfahren ebenfalls ineffizient. Das umfangreiche Ausdrucken und Versenden von Dokumenten wurde bereits dargestellt. Andere Melder sitzen stundenlang und füllen Meldebögen per Hand aus. Ein Vorgehen, das bei kontinuierlichen Behandlungsprozessen schwer zu bewältigen ist. Doch häufig herrscht Verunsicherung, wie die Meldungen vereinfacht werden könnten.


Verschiedene Wege möglich

Das Krebsregister Sachsen-Anhalt bietet Meldern verschiedene Möglichkeiten an, ihre Meldung elektronisch durchzuführen. Die neueste Variante ist das „Annahmeportal“ des Registers. Webbrowserbasierend kann der Melder unterschiedliche Dateitypen sicher, verschlüsselt übertragen. Die z. B. einfachste Variante ist es, einen Meldebogen als ausgefüllte PDF-Datei hochzuladen. Alle Meldebögen können auf der Internetseite des Registers heruntergeladen und elektronisch ausgefüllt werden.

Das Meldeverfahren muss grundsätzlich auf die Gegebenheiten und technischen Möglichkeiten des einzelnen Melders abgestimmt werden. Daher empfiehlt das Register, das Vorgehen zur Erstellung der Meldung individuell für die eigene Einrichtung zu analysieren und zu strukturieren und sich danach mit dem Softwarehersteller in Verbindung zu setzen, um die technische Umsetzung zu erörtern. Selbstverständlich gibt das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt hier auch gern Hilfestellung. Seit Oktober 2019 werden hierfür Schulungen zu festen Terminen angeboten.


Schulungen als Unterstützung


Das Krebsregister hat ein zweiteiliges Schulungskonzept entwickelt, das unterschiedliche Themenfelder einschließt. Die Basisschulung erklärt, auf welchen Grundlagen und wie die Meldung technisch an das Klinische Krebsregister übermittelt werden kann. Es werden gesetzliche Rahmenbedingungen und Grundbegriffe erklärt sowie das Register mit seinen vielfältigen Angeboten der Zusammenarbeit vorgestellt. Die Dokumentationsschulung beschäftigt sich dann spezifisch mit den Meldungsinhalten. Anhand eines anonymen Testpatienten wird hier die Dokumentation der Informationen erklärt. Alle Schulungen werden regional in Dessau, Halle und Magdeburg angeboten. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie auf der Internetseite des Registers www.kkr-lsa.de.

Das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt dankt an dieser Stelle allen Meldern, Kooperationspartnern und Unterstützern für die konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit im Jahr 2019. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der gemeinsamen Arbeit und wünschen eine friedliche, besinnliche und gesegnete Adventszeit sowie einen guten Start in ein erfolgreiches Jahr 2020.

Kontakt:
Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt gGmbH
Doctor-Eisenbart-Ring 2
39120 Magdeburg
Geschäftsführer: Prof. Dr. Edgar Strauch
Tel.: 0391/60745340
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Pressekontakt: Susanne Seidler
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