Die 12. Sitzung der Kammerversammlung begann mit der Verleihung des Ehrenzeichens der Ärztekammer Sachsen-Anhalt an zwei bedeutende Persönlichkeiten der sachsen-anhaltischen Ärzteschaft, die am 10. April 2021 unter Einhaltung eines stringenten Hygienekonzepts im Acamed Resort in Neugattersleben stattfand.

„Herrn MR Dr. med. Koch ist es mit seiner ruhigen und menschlichen Art gelungen,
auszugleichen und beste Werbung für das Fach ‚Allgemeinmedizin‘ zu machen.“

Zunächst ehrte Dr. med. Jörg Federbusch in seiner Laudatio den Einsatz für die Selbstverwaltung und Allgemeinmedizin von MR Dr. med. Peter Koch, der schon zu DDR-Zeiten begann.

Dr. Jörg Federbusch
Dr. Jörg Federbusch

Seit 1990 war er als Mitglied der Fachkommission Allgemeinmedizin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und seit 1995 als Weiterbildungsbefugter tätig. Er engagierte sich auch in Phasen der Neugestaltung – seit Gründung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt als Mitglied der Vertreterversammlung und bei der Initiierung der ambulanten Ärztefortbildung im Altkreis Zeit Anfang der 90er Jahre, die bis heute Bestand hat.

„Professor Gekle hat sich um das Ansehen der Ärzteschaft
mehr als verdient gemacht.“

Mit einer weiteren Laudatio wurde das Engagement des Dekans der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Prof. Dr. med. habil. Michael Gekle, gewürdigt. Dr. med. Simone Heinemann-Meerz hob dabei sein vielfältiges Wirken und seine Arbeit als Dekan der Medizinischen Fakultät hervor. So hat er u. a. mit persönlichem Einsatz einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Medizinischen Fakultät geleistet und die Curriculumsreform der Medizinischen Fakultät in kürzester Zeit auf den Weg gebracht. Er setzt nicht nur die Interprofessionalität in der medizinischen Lehre, wie in der (Zahn-)Medizin oder Pflege praktisch um, sondern lässt keine Gelegenheit aus, mit der Ärztekammer zu kooperieren.

Dr. Simone Heinemann-Meerz mit Prof. Dr. Michael Gekle (r.) und MR Dr. Peter Koch (l.)
Dr. Simone Heinemann-Meerz mit Prof. Dr. Michael Gekle (r.) und MR Dr. Peter Koch (l.)

Der Gewürdigte durfte sich auch über persönliche Worte des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, von Prof. Dr. Christian Tietje, Rektor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, und Mitarbeitern des Julius-Bernstein-Instituts für Physiologie freuen, die per Video während der Laudatio eingespielt wurden. Die vollständigen Laudationes können Sie auf den folgenden Seiten nachlesen.

In ihrem Statement zur aktuellen Gesundheitspolitik äußerte sich die Kammerpräsidentin über die Bundespolitik, wie den Gesetzesentwurf zur Zusammenführung von Krebsregisterdaten und die Reform zur Approbationsordnung für Ärzte, sowie die Corona-Pandemie.

Der Deutsche Bundestag hat am 4. März dieses Jahres das „Gesetz zur Fortgeltung der die epidemischen Lage von nationaler Tragweiter betreffenden Regelungen“ beschlossen, d. h. die wegen der Corona-Pandemie ausgerufene Notlage wird bis zum 30. Juni 2021 verlängert. Einige Neuerungen, die das Gesetz enthält, sind zu erwähnen: So werden Impfziele festgelegt, um den rechtlichen Rahmen für die Prioritäten beim Impfen zu stärken. Das Gesetz schreibt zusätzlich fest, dass sich Beschränkungen zukünftig neben dem Inzidenzwert auch an anderen Kennzahlen wie dem R-Wert oder der Impfquote orientieren, erläuterte Dr. Simone Heinemann-Meerz.

„Ein wichtiger Schritt zur Bewältigung der Corona-Pandemie.“

Sachsen-Anhalt will künftig die Luca-App nutzen, führte die Kammerpräsidentin weiter aus. Bis Ende April sollen alle 14 Gesundheitsämter an das Luca-System zur digitalen Kontaktnachverfolgung angeschlossen werden. Das Interesse an der Einführung der Luca-App sei sehr groß. Dr. Simone Heinemann-Meerz betonte, dass das Land Sachsen-Anhalt die Kosten von rund 1 Millionen Euro für die Einführung des Systems tragen werde. Mit dieser App können die Behörden sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich zügiger und einfacher Kontakte nachverfolgen. „Bei den anstehenden Öffnungsschritten werde dies besonders wichtig sein, um so schnell wie möglich auf Infektionsfälle reagieren zu können.“

Ein Blick zurück

Die Kammerpräsidentin äußerte sich zur aktuellen Gesundheitspolitik
Die Kammerpräsidentin äußerte sich zur aktuellen Gesundheitspolitik

Abschließend warf sie einen Blick zurück auf die letzten zehn Jahre. So wurde u. a. zum 25-jährigen Jubiläum der Ärztekammer Sachsen-Anhalt eine Chronik veröffentlicht und 2017 ein Klinisches Krebsregister durch die Ärztekammer gegründet.

Mit der jährlichen Aktion „Wandern mit Herzblut“ des Vereins Herzblut für Sachsen-Anhalt e. V., die unter Beteiligung der Ärztekammer Sachsen-Anhalt stattfindet, wird auf Herz-Kreislauferkrankungen aufmerksam gemacht. Zu erwähnen sind

auch die Erxleben-Lecture, die von der Medizinischen Fakultät Halle und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt 2015 ins Leben gerufen wurden und die Sprachprüfungen für ausländische Kolleginnen und Kollegen – bis heute ca. 1.500 Prüfungen –, für die sich die Ärztekammer stark machte und seit 2015 im Dorothea-Erxleben-Lernzentrum durchgeführt werden. Herr Kollege Dr. Stoevesandt hat hier Richtungsweisendes geleistet.


Arbeit des Klinischen Krebsregisters


Der Geschäftsführer des Klinischen Krebsregisters informierte die Kammerversammlung über den Entwicklungsstand des Registers. Im Jahr 2020 wurden durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als 140.000 Meldungen entsprechend der gesetzlichen Meldeanlässe verarbeitet. Der Anteil elektronischer Meldungen stieg stetig an und soll ab 2021 die überwiegende Art der Informationsübermittlung werden.

Professor Dr. Edgar Strauch
Professor Dr. Edgar Strauch

Ab Januar 2023 soll das Klinische Krebsregister Sachsen-Anhalt landesspezifische Aufgaben des Gemeinsamen Krebsregisters der neuen Bundesländer und Berlins, das dann seine Arbeit einstellen wird, übernehmen. Hierzu werden umfangreiche Vorbereitungen eingeleitet sowie eine Anpassung des Krebsregistergesetzes Sachsen-Anhalt vorbereitet. Das Klinische Krebsregister wird seine Aufbauorganisation anpassen und ab Mitte 2021 die Position des Geschäftsführers neu besetzen. 2020 wurden erstmals Veranstaltungen im Online- und Hybridformat durchgeführt, die in diesem Jahr weiterentwickelt werden. Die wirtschaftliche Situation des Registers ist stabil.

Prof. Dr. Strauch dankte allen Melderinnen und Meldern für die konstruktive Zusammenarbeit, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihr Engagement und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt als Gesellschafter für das entgegengebrachte Vertrauen.

Dankeschön an die ausgeschiedenen Kammerversammlungsmitglieder

Verabschiedung der ausgeschiedenen Kammerversammlungsmitglieder (v. l.): Dr. med. Peter Eichelmann, Dr. med. Simone Heinemann-Meerz, Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann, Dipl.-Med. Dörte Meisel, Dipl.-Med. Holger Thurow, Dr. med. Anna-Elisabeth Hintzsche,  Dr. med. Wolf-Rainer Krause, Dr. med. Peter Wolf, Dipl.-Med. Petra Susanne Wienke, Dr. med. Michael Büdke und Dr. med. Ulrich Neumann
Verabschiedung der ausgeschiedenen Kammerversammlungsmitglieder (v. l.): Dr. med. Peter Eichelmann, Dr. med. Simone Heinemann-Meerz, Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann, Dipl.-Med. Dörte Meisel, Dipl.-Med. Holger Thurow, Dr. med. Anna-Elisabeth Hintzsche, Dr. med. Wolf-Rainer Krause, Dr. med. Peter Wolf, Dipl.-Med. Petra Susanne Wienke, Dr. med. Michael Büdke und Dr. med. Ulrich Neumann
Standing Ovations für Dr. Simone Heinemann-Meerz
Standing Ovations für Dr. Simone Heinemann-Meerz

Zum Abschluss der Kammerversammlung verabschiedete sich die Kammerpräsidentin von den Kolleginnen und Kollegen, die an diesem Tag zum letzten Mal an der Kammerversammlung der Ärztekammer teilnahmen. Sie dankte allen für ihre konstruktive Arbeit sowie ihr Engagement für die Ärzteschaft in den vergangenen Jahren. Dieses sei ein wichtiger Bestandteil im selbstbestimmten ärztlich-demokratischen Procedere. Dr. Simone Heinemann-Meerz wurde durch den Vizepräsidenten, Prof. Dr. Uwe Ebmeyer, verabschiedet. Sie hatte sich selbst eine Amtszeitbegrenzung auf zwei Wahlperioden gesetzt und ließ sich nicht mehr für die Wahl zur nächsten Kammerversammlung aufstellen. Seinen ausdrücklichen Dank für ihre zehnjährige Präsidentschaft erwiderte die Kammerversammlung mit Standing Ovations.

Die Beschlüsse der 12. Sitzung der Kammerversammlung entnehmen Sie bitte der nebenstehenden Übersicht. Weitere Informationen zur Einrichtung einer Schlichtungsstelle in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und die neue Satzung der Schlichtungsstelle für Arzthaftungsfragen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt finden Sie unter: https://t1p.de/schlichtungsstelle

Die konstituierende Sitzung der neu gewählten Kammerversammlung für die VIII. Wahlperiode (2021-2026) wird am 26. Juni 2021 im Haus der Heilberufe in Magdeburg stattfinden.

Nicole Fremmer
Redaktion Ärzteblatt Sachsen-Anhalt

Fotos: ÄKSA