An der Abschlussprüfung Winter, die am 11.12.2012 (schriftliche Prüfung sowie vom 16.01.2013 bis 23.01.2013 (praktische Prüfung) durchgeführt wurde, nahmen 138 Auszubildende/Umschüler teil. Das waren Prüflinge mit Ausbildungsbeginn Winter, mit verkürzter oder verlängerter Ausbildung, Auszubildende, die die Prüfung vorzeitig ablegten, Einzelumschüler, Lehrgangsumschüler, Prüflinge, die die Abschlussprüfung wiederholen mussten sowie externe Prüflinge.
Externe Prüflinge sind Mitarbeiterinnen aus Arztpraxen, die seit mindestens 4,5 Jahren die Tätigkeiten einer Arzthelferin ausführen, aber keinen Abschluss als Arzthelferin/Medizinische Fachangestellte nachweisen können.

Folgende Ergebnisse konnten erreicht werden:

Auszubildende, Einzelumschüler sowie externe Prüflinge

Prüfungsbereich Note 1 Note 2 Note 3 Note 4 Note 5 Nicht bestanden
Behandlungsassistenz 0 3 5 3(2) 3 0
Betriebsorganisation und -verwaltung 0 0 6 6 2(1) 0
Wirtschafts- und Sozialkunde 0 0 5 7 2 0
Praktische Prüfung 1 5(2) 2(8) 1(7) 18(2) 0

 Lehrgangsumschüler

Prüfungsbereich Note 1 Note 2 Note 3 Note 4 Note 5 Nicht bestanden
Behandlungsassistenz 11 27 13 2 2 0
Betriebsorganisation und -verwaltung 0 19 26 12 0 0
Wirtschafts- und Sozialkunde 0 26 22 6 3 0
Praktische Prüfung 8 9 11 20(1) 6 5(2)

Im Berufsabschluss Medizinische Fachangestellte werden alle Prüfungsbereiche auf dem Zeugnis ausgewiesen, eine Gesamtnote wird nicht mehr erteilt.
Die Zahlen in Klammern () sind die Noten für die Prüflinge, die die 1. oder 2. Wiederholungsprüfung abgelegt haben.


Eine Umfrage am Tag der praktischen Prüfung über die Vermittlung aller Prüflinge ergab folgendes Ergebnis:

Auszubildende/Einzelumschüler

Übernahme durch Ausbilder in ein Arbeitsverhältnis/Tätigkeit in einer anderen Arztpraxis        67 %

Lehrgangsumschüler

Deutsche Angestellten Akademie Halle        71 %
Fit Magdeburg                                         42 %
Fit Halberstadt                                         75 %
Oskar Kämmer Wernigerode                      60 %

 

Die Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten

Die Notwendigkeit der Ausbildung

Niedergelassene Ärztinnen bzw. Ärzte, die eine qualifizierte Arzthelferin/Medizinische Fachangestellte einstellen wollen, suchen in bestimmten Regionen Sachsen-Anhalts danach vergeblich. Auch in den zuständigen Arbeitsämtern sind häufig keine Arzthelferinnen/Medizinische Fachangestellten als Arbeit suchend registriert. Manchmal gelingt es uns Mitarbeiterinnen des Referates Ausbildung Medizinische Fachangestellte, hier helfend tätig zu werden.
Wir bieten den jungen Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten, die ihre Ausbildung erfolgreich beendeten und noch keine Anstellung haben, die Möglichkeit, sich in eine Liste von Arbeit suchenden Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten eintragen zu lassen, die Ärztinnen und Ärzten, die eine neue Mitarbeiterin suchen, zugeschickt wird.

Da verschiedentlich durch Ärztinnen und Ärzte diese Möglichkeit in Anspruch genommen wurde, entstanden hieraus auch schon dauerhafte Arbeitsverhältnisse.

Eine grundlegende Personalplanung ist so allerdings nicht möglich. Hier bietet sich an, die Ausbildung seiner künftigen Mitarbeiter langfristig selbst in die Hand zu nehmen, in dem man ihnen eine qualifizierte Ausbildung angedeihen lässt.

Die Ausbildung zur Med. Fachangestellten/zum Med. Fachangestellten  erfolgt im dualen System, d.h., die theoretische Ausbildung übernimmt eine Berufsbildende Schule und die praktische Ausbildung wird in der Arztpraxis durchgeführt. Der Berufsschulunterricht findet ein- bzw. zweimal wöchentlich im Wechsel statt.

Die Ausbildung dauert 3 Jahre, der Beruf Med. Fachangestellte/Med. Fachangestellter ist staatlich anerkannt.
In der Verordnung über die Berufsausbildung vom 28.04.2006 sind das Ausbildungsberufsbild, der Ausbildungsrahmenplan sowie die Prüfungsbedingungen veröffentlicht.

Die Eignung der ausbildenden Ärztin/des ausbildenden Arztes ist erfüllt durch die Approbation, die Eignung der Ausbildungsstätte (Praxis) ergibt sich aus dem ange-messenen Verhältnis zwischen der Anzahl der Fachkräfte und der Auszubildenden gemäß den Festlegungen des Berufsbildungsausschusses der Ärztekammer.

Die Auszubildenden werden entweder durch die Berufs- und Informationszentren (BIZ) der Arbeitsämter vermittelt, bewerben sich in eigener Initiative in den entsprechenden Praxen oder die künftige Ausbilderin/der künftige Ausbilder wirbt selbst für den Ausbildungsplatz (Inserat o. ä.).

Die Ausbilderin/der Ausbilder trägt die Kosten der Ausbildung

-     Eintragungs- und Prüfungsgebühren zurzeit – insgesamt 155,00 EURO

-    Ausbildungsvergütung  seit dem 01.04.2012 zurzeit
im 1. Ausbildungsjahr     610,00 € monatlich
im 2. Ausbildungsjahr    650,00 € monatlich
im 3. Ausbildungsjahr    700,00 € monatlich

Primärausbildung

Die Grundvoraussetzung für die Ausbildung einer Medizinischen Fachangestellten ist das Vorhandensein einer Fachkraft.
Fachkraft im Sinne der Berufsausbildung ist, wer den Abschluss als Sprechstundenschwester, Krankenschwester, Gesundheits- und Krankenpfleger, Arzthelferin (mit Arzthelferinnenbrief) oder Medizinische Fachangestellte nachweisen kann.

Bei Vorhandensein von

1 Arzt + 1 Fachkraft können bis zu 2 Auszubildende/Umschülerinnen
1 Arzt + 2 Fachkräften können bis zu 3 Auszubildende/Umschülerinnen
1 Arzt + 3 Fachkräften können bis zu 4 Auszubildende/Umschülerinnen
insgesamt ausgebildet werden.

Ist keine Fachkraft in der Praxis beschäftigt, kann keine Ausbildung erfolgen.

Haben Sie eine Mitarbeiterin, die bereits viele Jahre in Ihrer Praxis tätig ist, jedoch keinen Berufsabschluss besitzt, ist eine Ausbildung evtl. möglich. In diesem Fall halten Sie bitte Rücksprache mit den Mitarbeitern des Referates  Medizinische Fachangestellte.

Zulässige Besonderheiten

Bestimmte Berufsgruppen (Aufzählung ist in den Unterlagen enthalten) sowie Abiturientinnen haben die Möglichkeit, den Ausbildungsvertrag um 6 Monate vor Abschluss des Vertrages zu kürzen. Diese Vereinbarung muss vor Abschluss des Vertrages getroffen werden.

Es besteht aber die Möglichkeit, den Ausbildungsvertrag über 3 Jahre abzuschließen und dann einen Antrag auf Zulassung zur vorzeitigen Abschlussprüfung zu stellen, wenn die dazu erforderlichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Der Berufsausbildungsvertrag

Die Ärztekammer ist die zuständige Stelle für die Ausbildung der Medizinischen Fachangestellten, die  u.a. Informations-, Beratungs-, Aufsichts- und Prüfungsfunktionen wahrnimmt. Jeder Arzt, der sich zur Ausbildung einer Medizinischen Fachangestellten entschließt, erhält von der Ärztekammer die dazu erforderlichen Unterlagen, z. B.

-    Vertragsvordrucke
-    Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der
    Berufsausbildungsverhältnisse
-    Ausbildungsrahmenplan und Musterausbildungsplan
-    Erklärung zur Schweigepflicht
-    Schulanmeldung und Schulverzeichnis
-    Hinweise auf Berufsbildungs- und
    Jugendarbeitsschutzgesetz
-    Ausbildungsnachweis (Berichtsheft)

Hier sind alle notwendigen Informationen enthalten, wie

-    Ausbildungszeit, Probezeit
-    Ausbildungsvergütung, sonstige Leistungen
-    Urlaubsanspruch
-    Pflichten des/der ausbildenden Arztes/Ärztin
-    Pflichten des/der Auszubildenden
-    Möglichkeiten der Kündigung
-    Sonstige Vereinbarungen

Ärztinnen und Ärzte, die sich zur Ausbildung entschlossen haben, erhalten von der Ärztekammer die entsprechenden Unterlagen auf Anforderung zugeschickt.

Der vom Berufsbildungsausschuss beschlossene Einstellungstest, der bei der Auswahl eines Jugendlichen Hilfe und Unterstützung geben soll, kann auf Wunsch ebenfalls mit den Ausbildungsunterlagen zugeschickt werden.

Die für den Abschluss eines Ausbildungsvertrages erforderlichen Unterlagen können ab sofort von der Ärztekammer abgefordert werden.

Die Mitarbeiterinnen des Referates Ausbildung
Medizinische Fachangestellte
Frau Heber    Tel.: 0391/60547900
Frau Straube    Tel.: 0391/60547920
beraten Sie gern.