ZWISCHENPRÜFUNG

Die Teilnahme an der Zwischenprüfung ist nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Medizinischen Fachangestellten und nach dem Berufsbildungsgesetz eine der Zulassungsvoraussetzungen für die Teilnahme an der Abschlussprüfung. In Sachsen-Anhalt findet sie an einem Dienstagnachmittag statt und umfasst 120 Minuten. An diesem Tag finden vorher der planmäßige Berufsschulunterricht bzw. Unterricht beim Bildungsträger oder die normale Arbeitszeit in der ausbildenden Praxis statt.

Die Prüflinge erhalten 60 Multiple-Choice-Aufgaben. Hierzu wählen sie aus den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten die eine (ein Punkt) bzw. die zwei (für jede richtige Antwort ½ Punkt) richtigen Lösungen aus. Die Aufgaben umfassen die von der Ausbildungsverordnung für die Zwischenprüfung festgelegten Prüfbereiche. Die Zwischenprüfung dient der Ermittlung des Kenntnisstandes und fließt nicht in das Ergebnis der Abschlussprüfung ein. Trotzdem gelten bereits die Regularien der Abschlussprüfung. Die erste Prüfung ist ein Testlauf unter realen Bedingungen.

Erlaubte Hilfsmittel in der Prüfung sind der Taschenrechner, EBM- und GOÄ-Buch.

Die Prüfungsfragen für die MFA-Zwischenprüfung in Sachsen-Anhalt erstellt der Prüfungsaufgabenerstellungsausschuss der Ärztekammer. Er setzt sich aus Ärztinnen, Medizinischen Fachangestellten und Lehrerinnen der berufsbildenden Schulen zusammen.

Das Ergebnis der Zwischenprüfung wird allen, die an der Ausbildung beteiligt sind (Auszubildende, Ausbilder und berufsbildende Schule), ca. ein bis zwei Wochen nach der Prüfung zugeschickt.

Besteht der Prüfling die Zwischenprüfung nicht, muss sie nicht wiederholt werden. Eine nicht bestandene Zwischenprüfung (Noten 5 und 6) sollte aber ein „Warnschuss“ für den Prüfling sein, sich intensiver um die Ausbildung zu kümmern.

Prüfungsbereich, Anzahl der Aufgaben, Inhalte


Bewertungsmaßstab

100 % – 92 % = Note 1
Unter 92 % – 81 % = Note 2
Unter 81 % – 67 % = Note 3
Unter 67 % – 50 % = Note 4
Unter 50 % – 30 % = Note 5
Unter 30 % = Note 6

Termin für die Zwischenprüfung Frühjahr 2022
Die nächste Zwischenprüfung findet am 15.03.2022 um 14:00 Uhr statt. Die Anmeldung muss bis zum 15.01.2022 erfolgt sein. Alle in Frage kommenden Auszubildenden und Umschüler wurden durch die Mitarbeiterinnen des MFA-Referates der Ärztekammer informiert.


ABSCHLUSSPRÜFUNG

Die Ausbildung zum/zur Medizinischen Fachangestellten endet mit einer Prüfung vor dem zuständigen Prüfungsausschuss der Ärztekammer Sachsen-Anhalt. Diese besteht aus zwei Teilen: dem schriftlichen und dem praktischen Teil. Die schriftliche Abschlussprüfung umfasst die drei Bereiche Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und -verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde und dauert insgesamt 300 Minuten (120, 120, 60 min). Die praktische Abschlussprüfung dauert maximal 70 Minuten. Für die Durchführung und Abnahme der Prüfungen gilt die von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt beschlossene Prüfungsordnung.

Teil: Schriftliche Abschlussprüfung
Der schriftliche Teil der Prüfung besteht aus den Prüfungsbereichen Behandlungsassistenz, Betriebsorganisation und -verwaltung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

Behandlungsassistenz
Die gültige Prüfungsordnung formuliert:
„Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der Prüfung zeigen, dass er im Bereich der Diagnostik und Therapie Arbeitsabläufe planen und die Durchführung der Behandlungsassistenz beschreiben kann. Dabei soll er gesetzliche und vertragliche Bestimmungen der medizinischen Versorgung, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz sowie Maßnahmen der Arbeits- und Praxishygiene berücksichtigen. Der Prüfling soll nachweisen, dass er die fachlichen Zusammenhänge verstehen, Sachverhalte analysieren sowie Lösungsmöglichkeiten entwickeln und darstellen kann. Dem Prüfungsbereich sind folgende Gebiete zugrunde zu legen.“

Relevant sind dabei Inhalte des Lernfeldes 3, 4, 5, 8, 9, 10, 11 des MFA-Lehrplanes.

Praxishygiene und Schutz vor Infektionskrankheiten

  • Allgemeine Hygiene
  • Unfallverhütungsvorschriften
  • Infektion/Desinfektion/Sterilisation
  • Immunsystem
  • Impfungen
  • Arbeitsgebiete der Pathologie
  • Bakterielle und virale Infektionskrankheiten


Diagnostik und Therapie von Erkrankungen des Bewegungsapparates
   

  • Bau und Funktion
  • Pathologie des Bewegungsapparates
  • Therapie und Diagnostik


Allgemeine Pharmakologie

Zwischenfälle und Notfallsituationen

  • Anatomie und Physiologie des Herz-Kreislauf-Systems
  • Pathologie von Herz und Kreislauf
  • Untersuchungsinstrumente und Apparate
  • Therapie (Erste Hilfe)
  • Anatomie und Physiologie der Atmungsorgane
  • Pathologie/Diagnostik der Atmungsorgane


Anatomie und Physiologie des Blutes

  • Blutbildung
  • Pathologie des Blutes und der blutbildenden Organe
  • Diagnostik


Urogenitalsystem

  • Anatomie und Physiologie der Harnorgane
  • Pathologie der Harnorgane
  • Diagnostik


Verdauungssystem
 

  • Anatomie und Physiologie des Verdauungsapparates
  • Pathologie des Verdauungsapparates
  • Pathologie von Leber, Gallenblase und ableitenden Gallenwegen
  • Stoffwechselkrankheiten
  • Diagnostik
  • Diagnostische und therapeutische Geräte


Chirurgische Behandlungen und Wundversorgung

  • Anatomie und Physiologie der Haut und Hautanhangsgebilde
  • Hautveränderungen
  • Verletzungen der Haut
  • Allgemeine Pathologie
  • Diagnostik/Therapie


Prävention

  • primäre, sekundäre und tertiäre Prävention


Betriebsorganisation und -verwaltung
Die gültige Prüfungsordnung formuliert:
„Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben bearbeiten. Er soll in der Prüfung zeigen, dass er Betriebsabläufe beschreiben, Arbeitsabläufe systematisch planen sowie interne und externe Koordinierungsaufgaben darstellen kann. Dabei soll er Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, Umweltschutz, Maßnahmen der Qualitätssicherung sowie Informations- und Kommunikationsmöglichkeiten berücksichtigen.“

Relevant sind dabei Inhalte des Lernfeldes 1, 2, 6, 7, 11, 12 des MFA-Lehrplanes.

Arztpraxis als Dienstleistungsunternehmen

  • Gesetzliche und vertragliche Bestimmungen der medizinischen Versorgung
  • Zeitmanagement
  • Arbeiten im Team
  • Marketing


Vertragsrecht (berufstypisch)

  • Haftung
  • Behandlungsvertrag


Zahlungsverkehr

  • Rechnungsverfahren
  • Mahnverfahren
  • Verjährung
  • Abrechnung erbrachter Leistungen (EBM/GOÄ)


Warenbeschaffung und -verwaltung

  • Materialbeschaffung
  • Umgang mit Belegen
  • Zahlungsarten
  • Lagerhaltung (Praxis- und Sprechstundenbedarf)


Praxisverwaltung

  • Post
  • Telekommunikation/Anmeldung
  • Verwaltung von Patientendaten/EDV/Datenschutz


Wirtschafts- und Sozialkunde
Die gültige Prüfungsordnung formuliert:
„Der Prüfling soll praxisbezogene Aufgaben aus der Berufs- und Arbeitswelt bearbeiten und dabei zeigen, dass er allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge darstellen kann.“

Relevant sind dabei Inhalte des Lernbausteins 3 im Fach Sozialkunde, Inhalte des Lernfeldes 1 und Inhalte des Lernfeldes 12 des Lehrplanes für Medizinische Fachangestellte.

Arbeitsrecht/Arbeitswelt der MFA

  • Berufsausbildungsvertrag
  • BBiG
  • Arbeitsvertrag/Arbeitszeugnis
  • Arbeitszeitgesetz
  • Bundesurlaubsgesetz
  • JArbSchG
  • Mutterschutzgesetz
  • Kündigung/Kündigungsfristen/Kündigungsschutz
  • Tarifvertragsrecht
  • Gehaltsabrechnung
  • Grundlagen der Sozialversicherung (Träger, Beiträge, Leistungen)
  • Betriebsverfassungsgesetz
  • Individualversicherung


Geldanlage und Vermögensbildung

  • Lebensversicherung
  • Bausparvertrag
  • Vermögenswirksame Leistungen


Zahlungsverkehr

  • Girokonten
  • Kreditmöglichkeiten


Vertragsrecht

  • Kaufvertrag


Allgemeine Rechtsgeschäfte

  • Rechtsordnung, Rechtssubjekte, Rechtsobjekte
  • Rechtsfähigkeit, Geschäftsfähigkeit
  • Nichtigkeit und Anfechtbarkeit von Rechtsgeschäften


Es handelt sich in der Abschlussprüfung um Multiple-Choice-Aufgaben.

Folgende Hilfsmittel sind zur schriftlichen und praktischen Prüfung erlaubt und mitzubringen: Taschenrechner, EBM und GOÄ.    

Bestehensregeln/Mündliche Ergänzungsprüfung
Sind im schriftlichen Teil der Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit mangelhaft und im weiteren Prüfungsbereich mit mindestens ausreichend bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit mangelhaft bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von höchstens 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind das bisherige Ergebnis und das Ergebnis der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

Teil: Praktische Prüfung

  • Komplexe Prüfungsaufgabe (55 Minuten) inklusive Fachgespräch (15 Minuten) => insgesamte Prüfungszeit 70 Minuten


In der praktischen Prüfung soll der Prüfling gemäß Ausbildungsverordnung und Prüfungsordnung praxisbezogene Arbeitsabläufe entsprechend folgender Aufzählung simulieren, demonstrieren, dokumentieren und präsentieren:
Assistieren bei Diagnose- und Therapiemaßnahmen einschließlich Betreuen des Patienten oder der Patientin vor, während und nach der Behandlung, Pflegen, Warten und Handhaben von Geräten und Instrumenten, Durchführen von Hygienemaßnahmen, Abrechnen und Dokumentieren von Leistungen sowie Aufklären über Möglichkeiten und Ziele der Prävention oder Durchführen von Laborarbeiten.

In der Durchführung der Prüfungsaufgabe und im Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er mit den Patienten situationsgerecht und personenorientiert kommunizieren, sie sachgerecht informieren und zur Kooperation motivieren kann. Er soll nachweisen, dass er Arbeitsabläufe planen, Betriebsabläufe organisieren, Verwaltungsarbeiten durchführen, Mittel der technischen Kommunikation nutzen, Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Belange des Umweltschutzes berücksichtigen sowie die für die Prüfungsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen und die Vorgehensweise bei der Durchführung der Prüfungsaufgabe begründen kann. Darüber hinaus soll er nachweisen, dass er Erste-Hilfe-Maßnahmen an dem Patienten oder an der Patientin durchführen kann.

Folgende Übersicht enthält die konkreten medizinischen und verwaltungstechnischen Tätigkeiten, welche in den praktischen Prüfungsfällen der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gefordert werden.   

  • Desinfektion/Hygiene am Arbeitsplatz
  • Hygienische Händedesinfektion
  • Blutdruckmessung
  • Pulsmessung
  • Ruhe-EKG mit mind. 12 Ableitungen
  • Spirometrie/Peak Flow erklären
  • Vorbereiten einer Blutentnahme/Blutentnahme bis zum Versand durchführen
  • Kapillarblutentnahme
  • Blutzuckermessung (mit Teststreifen)
  • Urinuntersuchung mittels Teststreifen/Urinkultur
  • Rektale Untersuchung vorbereiten (einschl. Abstrich- und Stuhlprobeentnahme)
  • Hämoccult-Test (Verwendung erklären)
  • Gesundheitsuntersuchungen/Krebsfrüherkennung
  • Infusion (auch mit Medikamentengabe) vorbereiten
  • s.c. Injektion (vorbereiten und durchführen)     
  • i.m. Injektion (vorbereiten und durchführen)
  • i.v. Injektion (vorbereiten)
  • Impfungen vorbereiten
  • Verabreichen einer sublingualen Applikation
  • Postexpositionsprophylaxe
  • Notfallsituationsgerechte Kommunikation
  • Patientenlagerung bei bestimmten Erkrankungen (z. B.: Autotransfusion, stabile Seitenlage, Kutschersitz...)
  • Herzdruckmassage
  • Desinfektion einer Wunde
  • Wundabstrich/Wundspülung
  • Wundversorgung vorbereiten
  • Wundverband/Salbenverband anlegen
  • Stützverband/Pütterverband anlegen
  • Nekrosen abtragen (Vorbereitung)
  • Ulcus cruris versorgen (Instrumententisch vorbereiten)
  • Fäden ziehen (vorbereiten und durchführen)
  • Herstellen einer Desinfektionslösung
  • Abrechnung (EBM/GOÄ)
  • Dokumentation/Verwaltung


Bewertungsmaßstab
Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils im praktischen und im schriftlichen Teil der Prüfung sowie innerhalb des schriftlichen Teils der Prüfung in mindestens zwei Prüfungsbereichen mindestens ausreichende Prüfungsleistungen erbracht sind. Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsfach mit ungenügend bewertet, ist die Prüfung nicht bestanden


Bewertungsmaßstab

100 % – 92 % = Note 1
Unter 92 % – 81 % = Note 2
Unter 81 % – 67 % = Note 3
Unter 67 % – 50 % = Note 4
Unter 50 % – 30 % = Note 5
Unter 30 % = Note 6

Freistellung von Auszubildenden zu den Prüfungen
Ausbildende haben Auszubildende für die Teilnahme am Berufsschulunterricht und an Prüfungen freizustellen. Das Gleiche gilt, wenn Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte durchzuführen sind (§ 15 BBiG).
Ausbildungsbetriebe müssen Auszubildende an dem Arbeitstag, der der schriftlichen Abschlussprüfung unmittelbar vorangeht, freistellen (§ 15 Abs. 5 BBiG). Bei einem Schultag ist die Freistellung von der jeweiligen berufsbildenden Schule zu entscheiden.

Freistellung für Bewerbungen
Denjenigen, denen wenig oder keine Aussicht auf Übernahme gemacht wurde, muss die Gelegenheit gegeben werden, sich noch während des Berufsausbildungsverhältnisses nach einem Arbeitsplatz umzuschauen. Der/die Arbeitgeber/in hat der/dem Auszubildenden dafür laut § 629 BGB auf Verlangen angemessene Freizeit (unter Fortzahlung der Ausbildungsvergütung) zu gewähren, erforderlichenfalls sogar mehrfach.

Prüfung absolviert – wie geht’s weiter?
In der Neufassung des § 37b SGB III sind Auszubildende, deren Ausbildungsverhältnis endet, verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend zu melden. Die Pflicht der Meldung besteht unabhängig davon, ob der Fortbestand des Ausbildungsverhältnisses gerichtlich geltend gemacht oder vom Arbeitgeber in Aussicht gestellt wird. Liegen zwischen der Kenntnis des Beendigungszeitpunktes und der Beendigung des Ausbildungsverhältnisses weniger als drei Monate, hat die Meldung innerhalb von drei Tagen nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes zu erfolgen. Bei Nichterfüllung der Meldeverpflichtung entfallen die Arbeitsförderungsleistungen für die Dauer von einer Woche ersatzlos.

Abschlussprüfung nicht bestanden – was nun?
Die Abschlussprüfung ist eine Art Gütesiegel einer Berufsausbildung und entsprechend anspruchsvoll. Es kann folglich passieren, dass Prüflinge durchfallen. Sicher, das ist ärgerlich und keine schöne Erfahrung – aber es ist auch kein Weltuntergang.
Bis zu zweimal kann jede/jeder Auszubildende die Abschlussprüfung wiederholen, und zwar stets zu den turnusgemäßen Prüfungsterminen (Sommer oder Winter). In der Zwischenzeit heißt es dann, gut zu lernen und sich auf die Wiederholungsprüfung vorzubereiten. Prüfungsteile bzw. Prüfungsbereiche, die mit ausreichend bewertet wurden, müssen nicht wiederholt werden, wenn die Wiederholungsprüfung in den übrigen Prüfungsteilen innerhalb von zwei Jahren nach dem Nichtbestehen der ersten Prüfung erfolgt. Dazu wird ein schriftlicher Antrag bei der Ärztekammer Sachsen-Anhalt gestellt.

Verlängerung der Ausbildung
Auszubildende, die die Abschlussprüfung nicht bestanden haben, haben Anspruch, ihr Ausbildungsverhältnis um maximal ein Jahr zu verlängern (§ 21 Berufsbildungsgesetz).Dies passiert jedoch nicht automatisch, sondern der Auszubildende muss seine Absicht dazu gegenüber seinem Ausbildenden erklären. Auch die Ärztekammer Sachsen-Anhalt muss über die Verlängerung der Ausbildung informiert werden. Die Verlängerung der Ausbildungszeit ist für den Azubi jedoch nicht zwingend. Der/die Auszubildende kann die Prüfung auch wiederholen, indem er/sie nicht weiter in der Praxis lernt, sondern sich lieber im Selbststudium auf die Wiederholungsprüfung vorbereitet.

Berufsschulbesuch
Wird die Ausbildungszeit verlängert, dann ist der Azubi weiterhin zum Besuch der Berufsschule verpflichtet. Verlängert sich die Ausbildungszeit nicht, ist dies nicht der Fall. Vielleicht möchte der Azubi dennoch weiter am Berufsschulunterricht teilnehmen. Einen Anspruch darauf hat der/die Auszubildende ohne Ausbildungsvertrag nicht, doch lohnt es sich, das Anliegen der Berufsschule vorzutragen. Die Schulen haben eigene Ermessensspielräume und können unter Umständen auch ohne Ausbildungsverhältnis die Teilnahme am Unterricht ermöglichen.

Termin für die Abschlussprüfung Sommer 2022
Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt führt MFA-Abschlussprüfungen zweimal jährlich durch, im Winter und im Frühsommer. Die nächste Abschlussprüfung findet zu folgenden Terminen statt.

  • Schriftliche Prüfung: 07.05.2022
  • Praktische Prüfung: 13.06.2022 – 27.06.2022


Die Anmeldung der Auszubildenden und Einzelumschüler muss bis spätestens 31.01.2022 erfolgen. Später eingehende Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden.

Bitte achten Sie beim Ausfüllen des Antrages darauf, dass die in der Ausbildungspraxis aufgetretenen Fehlzeiten im Ausbildungsnachweisheft in der Fehlzeitentabelle unbedingt eingetragen werden müssen. Der Antrag für die Anmeldung zur Abschlussprüfung wird/wurde den ausbildenden Ärzten (ggf. auch Bildungsträger) übermittelt.

Auszubildende, die die Möglichkeit nutzen möchten, die Abschlussprüfung sechs Monate vor dem Ausbildungsende abzulegen und die dazu erforderlichen Voraussetzungen erfüllen sowie die Zwischenprüfung abgelegt haben, fordern den Antrag bitte bei der Ärztekammer Sachsen-Anhalt ab.
Am Tag der schriftlichen Prüfung erhält jeder Prüfling den Termin seiner praktischen Prüfung. Am letzten Prüfungstag erhalten die Auszubildenden vom Prüfungsausschuss eine Bestätigung über das Bestehen (oder Nichtbestehen) der Prüfung. Das Ausbildungsverhältnis endet mit dem Tag der Bekanntgabe des Ergebnisses durch den Prüfungsausschuss. Bei Übernahme der/des Medizinischen Fachangestellten muss der Arbeitsvertrag zum Tag nach der Prüfung geschlossen werden. Wird der/die Medizinische Fachangestellte nicht in ein Beschäftigungsverhältnis übernommen, endet die Ausbildung und somit die Beschäftigung in der Ausbildungspraxis am Prüfungstag. Das im Berufsausbildungsvertrag vereinbarte Datum der Beendigung der Ausbildung hat nur noch Bedeutung für den Fall, dass die Abschlussprüfung nicht bestanden wurde oder keine Anmeldung bzw. keine Teilnahme an der Abschlussprüfung erfolgte.

Fremdsprachige Zeugnisse
Gemäß § 37 Abs. 3 des Berufsbildungsgesetzes können die Auszubildenden den Antrag auf Ausstellung eines Zeugnisses in englischsprachiger und/oder französischsprachiger Übersetzung stellen. Dieser Antrag erfolgt mit der Anmeldung zur Abschlussprüfung.
Da die Abschlussprüfung für die Auszubildenden gebührenfrei ist, werden die Kosten für die Übersetzungen dem Ausbilder mit in Rechnung gestellt (Kosten je Übersetzung 25 Euro).

Freisprechung für die Abschlussprüfung Sommer 2022
Die Freisprechung ist am 06.07.2022, um 15:00 Uhr, in der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, vorgesehen. Die Einladung für die Freisprechung erhalten die Prüfungsteilnehmer am Tag der schriftlichen Abschlussprüfung am 07.05.2022.

Kerstin Uterwedde
Referatsleiterin MFA