Trotz erfreulicher Urteile zu unseriösen Eintragungsangeboten versenden die Unternehmen oft weiterhin ihre Anschreiben und Formulare. Durch die oft offiziell wirkenden Schreiben werden durch die unterzeichnete Rücksendung Einträge in den Verzeichnissen beauftragt. Insbesondere die unverhältnismäßig hohen Kosten von teils über 1.000 Euro sind dabei oft nur auf den zweiten Blick ersichtlich. Daher können wir nur weiter eindringlich vor derartigen unseriösen und kostenpflichtigen Offerten warnen.

So versendet auch die GWE-Wirtschaftsinformations GmbH trotz höchstrichterlicher Entscheidungen unter Bezeichnungen wie „Gewerbeauskunfts-Zentrale“ weiterhin Eintragungsangebote. Für bereits Betroffene ist eine Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf interessant. Mit Urteil vom 21.12.2012 wurden die massiven Zahlungsaufforderungen sowie die Mahntätigkeit der Firma als wettbewerbswidrig bewertet und zugleich untersagt. Dies kann auch zum Anlass genommen werden, sich gegen bereits erfolgte Mahntätigkeit der Firma zur Wehr zu setzen.
Hilfe bietet zudem eine Broschüre, welche der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e.V. gemeinsam mit anderen Institutionen zusammengestellt hat. Diese enthält wichtige Hinweise zum Thema und kann, neben anderen Informationen und den aufgeführten Urteilen, auf der Internetseite www.dsw-schutzverband.de abgerufen werden.

Aktuell werden neben bereits bekannten Angeboten auch neue Aufforderungen unter Namen wie „Deutsches Branchenbuch“ oder Branchenbuch „Lokale-Suche.de“ versendet. Deshalb raten wir unseren Mitgliedern, Anschreiben generell genau zu überprüfen. Insbesondere sollte geprüft werden, ob die Anfrage von seriöser Stelle erfolgt und ob das Angebot eine (versteckte) Kostenpflicht enthält. Zugleich sollten auch Mitarbeiter für das Thema „Adressbuchschwindel“ sensibilisiert werden. Bei Zweifeln an der Seriosität entsprechender Schreiben empfiehlt es sich, die Angebote von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt prüfen zu lassen.

Ass. jur. Tobias Brehme