Digitalisierung von Gesundheit konstruktiv und kritisch durchleuchten

Dr. med. Thomas Langer
Dr. med. Thomas Langer
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Diese Überschrift las ich kürzlich in einem Onlinebeitrag einer Zeitung. Sie bezog sich auf Verlautbarungen des Vorsitzenden des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen“, Herrn Prof. Ferdinand Gerlach, der erneut zum Vorsitzenden dieses Gremiums gewählt wurde.

Dieser erstmals 1985 eingesetzte Rat umfasst sieben Mitglieder aus den Bereichen Medizin, Ökonomie und Pflegewissenschaften. Er hat unter anderem die Aufgabe, Vorschläge für medizinische und ökonomische Orientierungsdaten vorzulegen sowie Möglichkeiten und Wege zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens aufzuzeigen. Thematisiert wurde in diesem aktuellen Beitrag neben der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit und der Work-Life-Balance der jungen Ärztegeneration vor allem die Notwendigkeit einer digitalen Patientenakte. Hierbei dürfe der Datenschutz aber nicht als vorgeschobenes Argument gegen eine sinnvolle Digitalisierung der Gesundheitsversorgung missbraucht werden. Die Adressaten dieser Kritik könnten Ärztinnen und Ärzte sein, die kritisch ihren Finger in diese Wunde legen. Bis vor wenigen Jahren stellten diese Kritiker beim Ärztetag sogar die Mehrheit.

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Nicht ohne unseren ärztlichen Sachverstand

Dr. med. Gunther Gosch
Dr. med. Gunther Gosch
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„Der eine oder andere Arzt wird ab Mittwochnachmittag auf dem Golfplatz gesehen.“ Karl Lauterbach (SPD) am 20. Dezember in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ zum Ruf der Krankenkassen nach mehr Arztsprechstunden in den Abendstunden und an Samstagen.

Diese gewiss nicht einfach dahingesagte, sondern mit Kalkül getätigte Bemerkung des Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach ordnet sich ein in den gefährlichen Kontext ehrverletzender Verunglimpfungen unseres ärztlichen Berufstandes durch vermeintliche Experten, deren Verhaftung in der Realität nicht nur des Gesundheitssystems bezweifelt werden muss. Wie kürzlich in einem offenen Brief einer jungen Assistenzärztin einer Potsdamer Hausarztpraxis stellen selbst SPD-Mitglieder die Expertise Lauterbachs in Frage. Möglicherweise ist dem Kollegen Lauterbach die Neufassung des Ärztlichen Gelöbnisses nicht bekannt. Hier gelobt der Arzt, eigene Gesundheit und Wohlergehen zu berücksichtigen, um Patienten auf höchstem Niveau behandeln zu können. Dem Arzt abzusprechen, nach den durchschnittlich 52 Arbeitsstunden allein in der Praxis Sport im Sinne der eigenen Gesunderhaltung treiben zu dürfen, ist stillos und anmaßend.

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Renditeobjekt MVZ? – Wehret den Anfängen!

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

Dr. Simone Heinemann-Meerz
Dr. Simone Heinemann-Meerz,
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das Jahr ist neu, die Herausforderungen bleiben die alten. Dazu zählt der bedrohliche Trend zur Konzernbildung in unserem Gesundheitswesen. In Zeiten von Niedrigzinsen suchen Private-Equity-Gesellschaften händeringend nach neuen Möglichkeiten, ihr Kapital gewinnbringend anzulegen. Immer mehr rückt dabei das Gesundheitswesen in den Fokus. Durch den medizinischen Fortschritt werden die Behandlungsmöglichkeiten zunehmend ausgefeilter und damit aufwändiger. Gleichzeitig bietet das Gesundheitssystem in Deutschland stabile und verlässliche Rahmenbedingungen. Kein Wunder, dass Kapitalgeber in diesem Umfeld auf satte und verlässliche Rendite hoffen. Beliebte Spekulationsobjekte sind neben Pflegeeinrichtungen auch Medizinische Versorgungszentren (MVZ).

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Ein Blick zurück zum Jahreswechsel

Liebe Kollegen und Kolleginnen,

Dr. med. Peter Wolf
Dr. med. Peter Wolf,
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das Jahr neigt sich dem Ende zu, die Festivitäten zum Jahreswechsel stehen vor der Tür und wollen vorbereitet sein. Aber es gibt auch Momente, in denen man das alt gewordene Jahr rückblickend betrachtet und sich fragt, was es gebracht hat.

Für mich persönlich war das erstaunlichste Ereignis in 2018, dass ein D. Trump immer noch als Präsident der USA fungiert. Ich habe in den ersten Monaten seiner Präsidentschaft eigentlich täglich erwartet, dass er mit einem April, April abtritt. Inzwischen ist er etabliert, bedroht nach Belieben mal diese, mal jene Nation, innenpolitisch wie außenpolitisch herrscht Chaos und offenbar gibt es nichts, was ihn aufhalten kann. Es fühlt sich an wie auf einem Pulverfass zu sitzen und ein Psychopath spielt mit dem Feuerzeug.

Seit dem 14. März, fast ein halbes Jahr nach der Bundestagswahl, wurde Angela Merkel wieder Bundeskanzlerin. Seither befindet sich die große Koalition im Dauerstreit. Man hat nicht den Eindruck, es sollten irgendwelche der anstehenden großen sozialen und sonstigen Probleme gelöst werden, geschweige denn visionären Zielen gefolgt werden.

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Personalmangel im Gesundheitswesen – und kein Ende

apl. Prof. Dr. med. habil. Udo Rebmann
apl. Prof. Dr. med. habil.
Udo Rebmann
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Mediale Schlagzeilen über Abweisung von Notfallpatienten oder Stationsschließungen in Krankenhäusern des Landes mehren sich in den letzten Wochen. Als Gründe wurden vor allem Personalmangel angegeben. Die Reaktion des Sozialministeriums erfolgte in einem neuen Krankenhausgesetz. Angedroht wurden Sanktionen bis zur Schließung von Krankenhäusern aus Gründen des Versorgungsauftrages und der fehlenden Qualität.

Laut Bundesministerium für Gesundheit sind 38.000 Stellen in Kliniken und Pflegeeinrichtungen vakant. Bis 2035 wird vom Bundesberufsbildungsinstitut ein Fachkräftemangel von 280.000 Personen erwartet. Ist diese Situation neben der demografischen Entwicklung auch hausgemacht verstärkt?

13.000 Stellen sollen im nächsten Jahr zusätzlich zu 100 % finanziert werden – das ist laut Pflege-Personal-Stärkungsgesetz gut. Gleichzeitig wurden gemäß Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnungen aus Qualitätsgründen Personaluntergrenzen in bisher 4 Bereichen festgelegt (ITS, Geriatrie, Kardiologie, Traumatologie). Auch das ist gut – oder? Woher soll das Personal kommen? Der Markt ist leer, Ausbildung von Nachwuchs dauert und ist auch für diesen nicht sehr lukrativ, ausländische Pflegekräfte sind auch in entsprechender Anzahl nicht vorhanden.

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