Ärztliche Fortbildung

„Letzte-Hilfe-Kurse“ in Sachsen-Anhalt 2018/2019 an 3 Standorten

Jeder kennt Erste-Hilfe-Kurse und viele haben an diesen teilgenommen, um Leben zu retten, egal ob in der eigenen Familie und Nachbarschaft, im Straßenverkehr oder Dienst. Wie sieht es jedoch am Lebensende aus, wie sind wir darauf vorbereitet, zu helfen, wenn Leben – ein Leben – zu Ende geht und es dennoch so viel zu tun gibt? Was können wir dann machen, vorbereiten, organisieren und was heißt eigentlich am Lebensende? Wie begleitet man einen Menschen am Lebensende und wo kann man sich Hilfe holen? Antworten hierzu bietet die Letzte Hilfe Fortbildung an. Ein Kurs, der Basiswissen und praktische Fertigkeiten in Palliativversorgung sowie das Umsorgen am Lebensende vermittelt und umsetzbar für jeden sein soll. Viele haben Angst, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen oder mit Angehörigen, Freunden und Nachbarn darüber zu reden. Aus der Erfahrung heraus wissen wir, dass man dann nicht den Kopf frei genug hat, um alles in Ruhe zu besprechen, sich umfassend beraten zu lassen und zu organisieren, wenn sich diese Situation einstellt. Der Kurs ist ein Vorbereitungskurs, sich dem Thema anzunähern und ähnlich wie bei der Ersten Hilfe sollte jeder auch am Lebensende Bescheid wissen!

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt möchte Ärztinnen und Ärzten mit diesem Kurs ein Instrument an die Hand geben, wie sie Patienten und Angehörige unkompliziert informieren können, um sie zu befähigen, über die Themen am Lebensende zu sprechen sowie um eine eigene Haltung und Handlungskompetenz dazu entwickeln zu können. Der Kurs setzt sich thematisch wie folgt zusammen:

  • Sterben als ein Teil des Lebens,
  • Vorsorgen und Entscheiden,
  • körperliche, psychische, soziale und existenzielle Nöte lindern und
  • Abschied nehmen vom Leben.


Referentin: Frau Dipl.-Soz.-Päd. Kirsti Gräf
Die Pfeifferschen Stiftungen haben mit Frau Gräf eine von neun zuerst ausgebildeten Kursleiterinnen in Letzter Hilfe im europäischen Raum.

Kursorte:
12.09.2018, Magdeburg, Haus der Heilberufe, Doctor-Eisenbart-Ring 2, Seminar- u. Beratungsräume, R54
27.02.2019, Halle (Saale), Theodor-Lieser-Str. 7, Studentenwerk-Heidemensa
22.05.2019, Dessau, Gropiusallee 38, Bauhaus

Kurszeit: 16.00 Uhr – 19.00 Uhr   
Fortbildungspunkte: 4 (Kat. A)
Kursgebühr: 30 Euro

Informationen zum Bildungsfreistellungsgesetz

Alle Ärztinnen und Ärzte, die in Sachsen-Anhalt beschäftigt sind, haben Anspruch auf fünf Tage bezahlten Sonderurlaub pro Jahr für Bildungszwecke, die thematisch der berufsspezifischen Weiterbildung dienen.

Voraussetzungen dafür sind:

  • der Beschäftigte hat seine Arbeitsstätte in Sachsen-Anhalt,
  • das Arbeitsverhältnis muss seit mindestens sechs Monaten bestehen,
  • der Arbeitnehmer muss mindestens sechs Wochen vor Veranstaltungsbeginn den Antrag für die Bildungsfreistellung schriftlich bei seinem Arbeitgeber anzeigen,
  • es stehen dem Sonderurlaub keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen (ansonsten Verwehrungsgrund des Arbeitgebers) und
  • der Veranstalter muss für die angebotene Fortbildung eine Genehmigung zur Gewährung der Bildungsfreistellung des Landesverwaltungsamtes haben.

Kurse der Ärztekammer Sachsen-Anhalt, die nach dem Bildungsfreistellungsgesetz vom 4. März 1998 (GVBI. LSA 1998, S. 92) in der derzeit geltenden Fassung beantragt wurden, sind über die Abteilung Fortbildung zu erfragen.

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Innovationen zur Verbesserung der Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen

In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an einer von etwa 8.000 verschiedenen Erkrankungen, die zu den seltenen Erkrankungen (SE) zählen, d. h. weniger als 5 von 10.000 Menschen betreffen. Charakteristisch für SE ist die schwierige Diagnosestellung, ein chronischer Verlauf mit Invalidität und/oder eingeschränkter Lebenserwartung und fehlende lokale Expertise. Diagnosen werden zum Teil erst nach einer jahrelangen Odyssee des Patienten durch das Gesundheitssystem gestellt, obwohl Symptome häufig bereits im Kindesalter beginnen. Spezifische therapeutische Maßnahmen unterbleiben oder falsche Therapien werden eingeleitet.

Entsprechend den EU-Empfehlungen (2009/872/EC) haben sich seit 2009 interdisziplinäre Zentren für SE (ZSEs) aus Eigeninitiative gegründet. Durch Zusammenarbeit von Patienteninitiativen, Ärzten und Wissenschaftlern wurden Fortschritte im Bereich Betreuung, Forschung und Weiterbildung auf dem Gebiet der SE erreicht. Aufgabe der ZSE ist es, Ärzte und Patienten im Diagnosepfad zu unterstützen und die Arbeit der Fachzentren zu koordinieren. Interdisziplinäre, incl. translationale Forschung und Netzwerkbildungen sind erforderlich, da kleine Fallzahlen und begrenzte Evidenz ein wesentliches Hindernis für die Forschung in Diagnostik und Therapie darstellen. Erste Erfahrungen zeigen, dass bei mindestens 20 % nach Durchlaufen eines standardisierten Patientenpfades für eine SE kein Hinweis besteht, aber bei etwa 12 % der Verdacht auf eine SE erhärtet wird.

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Die Erfahrungen der Suchtmediziner sind immer mehr gefragt

Cannabis, D/L-Methadon und vieles andere …

Cannabis als reguläres Medikament, Methadon bei Krebskranken – zwei brisante Themen, die aktuell viel diskutiert werden

Suchtmedizinisch erfahrene Kollegen erhielten in den letzten Monaten immer wieder Anrufe von Kollegen, die bei ihnen mehr dazu erfahren wollen. Obwohl es dabei doch gar nicht um die Behandlung Suchtkranker geht! Man hält offensichtlich Suchtmediziner für besonders kompetent und gut informiert über diese Substanzen und Risiken, Probleme, Dosierungen, Verschreibungsvorschriften und rechtliche Fragen bei deren Anwendung.

Tatsächlich haben Ärzte, die häufig und spezialisiert Drogenkonsumenten behandeln, insbesondere die, die Opiatabhängige substituieren, oft fundierte Kenntnisse und Erfahrungen zu Wirkungen und Risiken solcher psychotropen Substanzen. Ihre möglichen nützlichen Effekte, aber auch die Gefahren (z. B. Intoxikationen, Toleranz- und Abhängigkeitsentwicklungen, Schäden bei Dauergebrauch) sind ihnen aus der täglichen Praxis bekannt. Sie kennen sich gut aus in den Besonderheiten der ordnungsgemäßen Verschreibung von diesen oder ähnlichen psychotropen Stoffen nach dem geltenden Betäubungsmittelrecht, wenn sie als Arzneimittel angewendet werden dürfen. Diese genannten Gründe sind es, warum Suchtmediziner Anfragen zur Verordnung von Cannabis oder Methadon bei Schmerz- und Krebspatienten (und mitunter auch gleich dazu die Überweisungen von Patienten) erhalten.

Es muss dazu klargestellt werden: Die Indikationen zur Anwendung dieser Medikamente in der Schmerz- und Krebstherapie haben nur wenig (oder nur in zweiter Linie) etwas mit ihrer möglichen Rauschwirkung und ihrem Suchtpotenzial zu tun!

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Achtung: Neues Curriculum „Verkehrsmedizinische Begutachtung“

Verkehrsmedizinische Qualifikation gemäß Fahrerlaubnisverordnung (FeV),
(24 Stunden, Verordnung über die Zulassung von Personen zum Straßenverkehr)

Die Ärztekammer Sachsen-Anhalt plant die Umsetzung des neuen Curriculums in 2018, vom 15.02. bis 17.02.2018. Die Fortbildung (24 h) wird in Neugattersleben, im Akzent Hotel Acamed Resort GmbH, Brumbyer Straße 5 stattfinden. Interessenten melden sich bitte via E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder Tel. (0391) 6054-7760 bei Frau Bauer.

In der Verkehrsmedizin wird die ärztliche Kompetenz aus nahezu allen Disziplinen zum individuellen Nutzen der Verkehrsteilnehmer und allgemein zur Erhöhung der Verkehrssicherheit eingebracht. Die verkehrsmedizinische Tätigkeit fordert die Ärzte in Diagnostik und Therapie, Beratung und Aufklärung, Begutachtung und Forschung. Im Fokus steht dabei neben der Fahrsicherheit (= momentane psychische und physische Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs) die Fahreignung (= die generelle psychische und physische Fähigkeit zum Führen eines Fahrzeugs), die jeweils durch Krankheiten und/oder medikamentöse Therapie eingeschränkt sein können.

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