Repräsentativbefragung deutscher Krankenhäuser 2017

Krankenhäuser im Land sichern die Notfallversorgung trotz finanzieller Defizite

Die Krankenhäuser haben im Jahr 2016 bundesweit rund 11,9 Millionen ambulante Notfälle versorgt und dabei ein Minus von rund einer Milliarde Euro in Kauf nehmen müssen. Grund ist die anhaltende Unterfinanzierung der ambulanten Notfallleistungen. Zu diesem Ergebnis kamen die Autoren des „Krankenhaus Barometer 2017“ des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI). 96 Prozent der befragten Kliniken gaben an, dass die Versorgung nicht kostendeckend war.

„Wieder einmal zeigt sich, dass das Problem der Notfallversorgung dringend gelöst werden muss“, kommentierte Dr. Gösta Heelemann, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Sachsen-Anhalt, das Ergebnis. „Wir begrüßen, dass der Reformbedarf der Notfallversorgung von allen Parteien erkannt wurde und nun in den Koalitionssondierungen thematisiert wird. Zu einer solchen Reform gehört natürlich eine leistungsgerechte Finanzierung. Voraussetzung hierfür ist, dass die ambulanten Notdienstleistungen im Krankenhaus direkt zwischen Kliniken als Leistungserbringer und Krankenkassen abgerechnet werden und nicht, wie das derzeit der Fall ist, sektorengetrennt zwischen Krankenhaus und Kassenärztlicher Vereinigung.“

Das DKI erfragte auch die Verteilung der Notfälle über die Woche hinweg: 34 Prozent der Notfälle kommen am Wochenende und an Feiertagen, 14,5 Prozent an Mittwochnachmittagen, aber 36 Prozent kommen an den übrigen Werktagen. „Deutlich wird, dass auch eine KV-Notdienst-Praxis am oder in der Nähe eines Krankenhauses nicht die Lösung sein kann“, sagte der KGSAN-Geschäftsführer. Nur 14 - 15 Prozent dieser sog. Portalpraxen haben durchgehend am Wochenende, an den anderen Wochentagen außerhalb der normalen Öffnungszeiten bzw. nachts geöffnet. „Die große Mehrheit der kassenärztlichen Notdienst-Praxen hingegen, nämlich 85 Prozent, ist nur zwischen 19.00 und 22.00 Uhr besetzt. Die Zahlen verdeutlichen, dass von einer Sicherstellung durch den ambulanten Bereich in der Notdienstversorgung nicht die Rede sein kann“, so Heelemann.

Weiterlesen ...

Neufassung des Genfer Gelöbnisses liegt jetzt auch auf Deutsch vor

Die überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses liegt nun auch in deutscher Übersetzung vor. Sie wurde zwischen den deutschsprachigen Mitgliedsverbänden und den Ethikexperten des Weltärztebundes (WMA) abgestimmt. Der WMA hatte im Oktober 2017 eine modernisierte Fassung des hippokratischen Eids für Ärzte verabschiedet.

Er verpflichtet die Ärzte nun, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert das Gelöbnis aber auch an die Ärzte, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten.

Auf der ganzen Welt berufen sich Ärzte auf das Genfer Gelöbnis. In vielen Ländern ist es Teil der ärztlichen Berufsordnung, in manchen hat es sogar Gesetzescharakter. Der WMA rechnet damit, dass die überarbeitete Fassung weltweit als ethischer Kodex für alle Ärzte anerkannt wird. Die Änderungen waren von einer internationalen Arbeitsgruppe unter Leitung der Bundesärztekammer über einen Zeitraum von zwei Jahren vorbereitet worden.

| Pi BÄK

 Genfer Gelöbnis hier abrufbar:
www.t1p.de/dvg

Weltkongress der Psychiatrie in Berlin

vom 08.10.2017 bis 12.10.2017

Der übliche Jahreskongress der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde) fand in diesem Jahr deutlich früher und an anderen Wochentagen statt. In Zusammenarbeit mit der World Psychiatric Association (WPA), einem Zusammenschluss psychiatrischer Fachgesellschaften aus 118 Ländern, gelang es, 11.000 Teilnehmer in die Hauptstadt zu locken. Die deutsche Fachgesellschaft verfügt zurzeit über rund 9.000 Mitglieder. Durch die vielseitige Zusammenarbeit nationaler und internationaler Experten konnte ein breit aufgestelltes Programm angeboten werden.

Der WPA-Präsident, Prof. Dinesh Bhugra, London, wies bereits im Vorfeld auf der Bundespressekonferenz darauf hin, dass weltweit 300 Millionen Menschen an Depressionen leiden, 47 Millionen an einer Demenz erkrankt und 21 Millionen von Schizophrenie betroffen sind. Psychische Erkrankungen stellen heute eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen für die Gesellschaft dar.

50 % der Bevölkerung leiden im Laufe ihres Lebens an einer behandlungsbedürftigen psychischen Störung. Damit ist nicht nur ein großer Leidensdruck für die Betroffenen verbunden, die daraus resultierenden Kosten betragen allein in Europa 450 Milliarden Euro pro Jahr. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Hälfte der Weltbevölkerung psychiatrisch weiter schlecht versorgt. Es werden pro 200.000 Einwohner häufig nur ein Psychiater und weniger vorgehalten. Zur Eröffnung wies er auf den kleinen blauen Anstecker in Form eines Schmetterlinges hin – der Schmetterling symbolisiert in vielen Kulturen die Psyche. Er steht für Veränderung, Wiedergeburt und Auferstehung während seines Lebenszyklus. Die blauen Exemplare hätten eine besondere Bedeutung, diese stehen für Glück und Wunder. Die künftige Präsidentin, Frau Prof. Helen Herrman, Melbourne, berichtete über die Facetten mentaler Gesundheit sowie von Krankheit über die Lebensspanne in unterschiedlichen Populationen sowie Lebensbedingungen.

Weiterlesen ...

Neu beim Krebsinformationsdienst: Das Heft „Lungen•krebs – was nun?“ in leichter Sprache

Lungen•krebs – was nun?

Ziel der leichten Sprache ist es, Sachverhalte so wiederzugeben, dass auch Menschen mit Lern- und Leseschwierigkeiten oder geringen Deutschkenntnissen diese Informationen besser verstehen können. Um das zu erreichen, gibt es ein Regelwerk mit Syntax- und Layout-Vorgaben. Mit der neuen Broschüre kommt der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums seinem Auftrag nach, allen Bürgerinnen und Bürgern Zugang zu verständlichen Gesundheitsinformationen zur Verfügung zu stellen. Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes, dazu: „Es liegt uns sehr am Herzen, allen Menschen die Teilhabe an wichtigen Informationen zu Krebs zu ermöglichen – unabhängig von sprachlicher Kompetenz, Bildung und psychosozialem Hintergrund.“ Wie der Abbau sprachlicher Barrieren aussehen kann, zeigt die nachfolgende Pressemitteilung in leichter Sprache:

Texte über die Krankheit Lungenkrebs sind für viele Menschen schwer zu verstehen. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums hat zusammen mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg das Heft „Lungenkrebs – was nun?“ geschrieben.

Weiterlesen ...

Bislang kein Nutzen belegt: Methadon in der Krebsbehandlung

Neue Kurzinformation erschienen

Verständlich und kompakt – das neue Informationsblatt von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung steht jetzt kostenlos zum Ausdrucken bereit.

In den Medien machen derzeit Geschichten von Patientinnen und Patienten die Runde, deren Krebs angeblich erfolgreich mit Methadon behandelt wurde. Hier ist es wichtig zu prüfen, wie zuverlässig diese Berichte sind. Mündliche Erzählungen sind keine gute Forschungsquelle. Bislang gibt es zudem nur wenige Veröffentlichungen dazu. Sie erlauben keine sicheren Aussagen darüber, ob sich Krebs mit Methadon behandeln lässt. Gesichert ist aber, dass Methadon Schäden verursachen kann. Deshalb raten Experten derzeit einstimmig davon ab, es gegen Krebs einzusetzen.

Weiterlesen ...