Weltärztebund verabschiedet neues ärztliches Gelöbnis

Der Weltärztebund (WMA) hat den hippokratischen Eid für Ärzte modernisiert. Die Delegierten einigten sich auf ihrer Generalversammlung in Chicago auf eine überarbeitete Fassung des Genfer Gelöbnisses, das aus dem Jahr 1948 stammt.

„Die Neufassung hebt nun stärker als zuvor auf die Autonomie des Patienten ab“, sagte Prof. Dr. Frank Ulrich Montgomery, stellvertretender Vorsitzender des WMA. In der aktualisierten Fassung verpflichtet das Gelöbnis die Ärzte, medizinisches Wissen zum Wohl der Patienten und zur Förderung der Gesundheitsversorgung mit ihren Kollegen zu teilen. Vor dem Hintergrund der steigenden Arbeitsbelastung appelliert es aber auch an die Ärzte, sich um ihre eigene Gesundheit zu kümmern. Nur dann könnten sie eine gesundheitliche Versorgung auf höchstem Niveau leisten.

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In Deutschland nehmen die Diagnosen für Krätze zu

Seit 2012 steigen in Deutschland die Diagnosen und Verordnungen von Arzneimitteln bei der Krätze (Scabies). Der starke Anstieg der Verordnungen ab dem Jahr 2016 ist unter anderem auf das in 2016 neu gegen Krätze zugelassene Scabioral zurückzuführen. Scabioral ist verschreibungspflichtig und wird von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Durch die orale Gabe ist es einfacher in der Anwendung als Mittel gegen Krätze in Form von Cremes. Im zweiten Quartal 2017 entfielen rund 25 Prozent der Verordnungen auf dieses Präparat.

In der Grafik sind nur die Daten abgebildet, bei denen von einem niedergelassenen Arzt die gesicherte Akutdiagnose Krätze gestellt bzw. die Arzneikosten der Verordnung von einer gesetzlichen Krankenkasse übernommen wurden. Die verfügbaren Diagnosedaten liegen derzeit lediglich bis zum Jahr 2015 vor, die aktuellen Verordnungsdaten reichen bis zur Mitte des Jahres 2017.

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Einschränkungen für das Multiple-Sklerose-Medikament Zinbryta

Information des Paul-Ehrlich-Instituts

Aufgrund des Risikos schwerwiegender Leberschädigungen empfiehlt der PRA: Zinbryta ist nur in einer eingeschränkten Patientengruppe und unter strenger Überwachung der Leber anzuwenden.

Übersetzung der Pressemitteilung der EMA vom 27.10.2017

Der Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (Pharmacovigilance Risk Assessment Committee, PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur EMA empfiehlt nach einer Überprüfung der Wirkung des Multiple-Sklerose-Medikamentes Zinbryta (Daclizumab) auf die Leber weitere Auflagen für dessen Anwendung.

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Patientenversorgung unter Druck – Ihre Meinung zählt

Zu viel Bürokratie, zu wenig Personal, keine verlässlichen Arbeitszeiten. Diese drei Kritikpunkte hört man immer wieder, befragt man Ärztinnen und Ärzte in Klinik und Praxis nach ihren Arbeitsbedingungen. Und Besserung ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Zunehmende Arbeitsverdichtung, die demografische Entwicklung und vor allem der wachsende ökonomische Druck im stationären und ambulanten Bereich führen zu Rahmenbedingungen, die es Ärzten und Pflegekräften immer seltener erlauben, sich genug Zeit für ihre Patienten zu nehmen. Kurz gesagt, die Kommerzialisierung setzt die Patientenversorgung immer stärker unter Druck. Dabei ist ein möglichst wirtschaftlicher Umgang mit den begrenzten Ressourcen in einem solidarisch finanzierten System selbstverständlich. Problematisch wird es aus Sicht der Ärzteschaft aber dann, wenn ökonomische Parameter das ärztliche Handeln bestimmen, etwa wenn Entscheidungsspielräume durch vorgegebene ökonomische Rentabilitätskriterien begrenzt werden. Viele Ärztinnen und Ärzte müssen tagtäglich mit diesen Konflikten umgehen und sind zutiefst verunsichert.

Das Deutsche Ärzteblatt widmet sich diesen Fragen im Rahmen eines crossmedialen Themenschwerpunktes. Neben zahlreichen Videointerviews mit betroffenen Ärztinnen und Ärzten bereitet das Deutsche Ärzteblatt die Thematik in Expertenbeiträgen aus ärztlicher, medizinischethischer und gesundheitsökonomischer Sicht auf.

Gefragt sind dabei auch und gerade Ihre Alltagserfahrungen. Wie beeinflusst die Ökonomisierung Ihren beruflichen Alltag? Wie wirkt sie sich auf die Patientenversorgung aus? Und was muss die Politik ändern, damit die Rahmenbedingungen für eine gute medizinische Versorgung gewährleistet sind? Schalten Sie sich in die Debatte ein und tragen Sie mit dazu bei, dieses für Patienten und Ärzte gleichermaßen wichtige Thema für die politische Arbeit der Ärztekammern aufzubereiten. Ihre Meinung zählt, schildern Sie dem Deutschen Ärzte-blatt Ihre Erfahrungen per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Rückblick: Zi-Konferenz 2017 zur regionalisierten Versorgungsforschung

Wie sehen die regionalen Versorgungsunterschiede aus, welche Ursachen liegen ihnen zugrunde, und wie kann die medizinische Versorgung auf dieser Grundlage verbessert werden? Das sind die Fragen, mit denen sich die zweitägige Konferenz zur regionalisierten Versorgungsforschung am 13. und 14. September 2017 in Berlin beschäftigt hat. Auf Einladung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) trafen sich Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland und dem Ausland für einen fachlichen Austausch. Die Konferenz wurde von einer hohen Anzahl an internationalen Vorträgen geprägt, die in dieser Qualität und Dichte selten anzutreffen sind. „Regionale Versorgungsunterschiede sind kein rein deutsches Phänomen, sondern sie sind überall anzutreffen. Erfahrungen und Lösungsansätze aus dem Ausland können uns deshalb auch in Deutschland Anregungen geben, wie die Behandlungsqualität verbessert werden kann“, sagte Dr. Dominik von Stillfried, Geschäftsführer des Zi.

„Versorgungsforschung dient nicht primär dem wissenschaftlichen Diskurs, sondern soll Impulse zur Veränderung und Weiterentwicklung geben“, sagte Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Er betonte außerdem, dass es in erster Linie Sache der Ärzte ist, die Unterschiede zu bewerten und daraus Konsequenzen zu ziehen.

Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und dem Deutschen Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) durchgeführt. Prof. Rolf Kreienberg machte als Vertreter der AWMF deutlich, wie wichtig die Versorgungsforschung für die Erstellung und Weiterentwicklung medizinischer Leitlinien ist, und dass die Erforschung bestehender Versorgungsunterschiede einen wichtigen Beitrag dazu leistet. Prof. Matthias Schrappe vom DNVF attestierte dem Zi Weitblick, indem es vor einigen Jahren den regionalisierten Ansatz als einen Arbeitsschwerpunkt gesetzt hat. Schrappe rechnet damit, dass – wenn auch nicht direkt zu der aktuell anstehenden Wahl, aber möglicherweise danach – die Stärkung regionalisierter Versorgungskonzepte Eingang in die Agenda der künftigen Bundesregierung finden wird.

Regionalisierte Auswertungen zur Inanspruchnahme der Grippe-Impfung hat das Zi im Versorgungsatlas veröffentlicht: https://www.versorgungsatlas.de/

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