Logo BergmannstrostAls erstes Krankenhaus in Sachsen-Anhalt haben die Berufsgenossenschaftlichen (BG) Kliniken Bergmannstrost das Zertifikat „Saubere Hände“ in Gold erhalten. Das Qualitätsmerkmal unterstreicht den Einsatz der Klinik bei der richtigen Händedesinfektion und damit beim aktiven Patientenschutz. „Hygienische Händedesinfektion ist eine einfache, effektive und wichtige Maßnahme in der Prävention nosokomialer, durch sogenannte Krankhauskeime erworbener, Infektionen. Am Bergmannstrost stellt sie einen wesentlichen Baustein im Multibarrierekonzept dar“, erklärt Krankenhaushygienikerin Dr. Silvia Fanghänel. Für das Zertifikat überprüft die „Aktion Saubere Hände“ eingereichte Datenblätter der Kliniken an Hand von gemessenen Daten und Selbstauskunft. Das Zertifikat wird für zwei Jahre vergeben. Danach muss erneut ein Antrag gestellt werden, um immer Aktualität und tatsächlich umgesetzte Hygienemaßnahmen vor Ort sicher zu stellen.

Krankenhaushygienikerin Dr. Silvia Fanghänel (re.) überprüft bei Schwester Kirsten (li.) die richtige Händedesinfektion. Mit Hilfe fluoreszierender Desinfektionslösung und einer Schwarzlichtlampe werden Benetzungslücken an den Händen sichtbar. Auf diese Weise werden die Mitarbeiter für die richtige Händedesinfektion sensibilisiert. (Foto: Bergmannstrost)Ein wichtiger Messparameter im Rahmen der Kampagne ist der Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln. Eine steigende Umsetzung (Compliance) der Händedesinfektion spiegelt sich in einem erhöhten Verbrauch an Händedesinfektionsmitteln wider. Für eine Goldauszeichnung ist unter anderem der Nachweis notwendig, dass 50 Prozent der teilnehmenden Stationen des Hauses zehn Prozent mehr Händedesinfektionsmittel verbraucht haben als im Vergleich zum Ausgangsjahr.

Im Bergmannstrost haben sich alle Stationen an der Aktion beteiligt“, so Fanghänel. „Das ist ein sehr gutes Ergebnis, denn durch eine richtige Händehygiene lassen sich nosokomiale Infektionen zwar nicht komplett verhindern, ihre Verbreitung jedoch im Sinne einer deutlich erhöhten Patientensicherheit reduzieren. Natürlich erfordert das auch veränderte Arbeitsabläufe und damit eine Umstellung von Gewohnheiten im Arbeitsalltag.“ Bereits vor Start der „Aktion Saubere Hände“ 2008 haben wir seit 2004 den Händedesinfektionsmittelverbrauch in den einzelnen Klinikbereichen ausgewertet. Zusätzlich sind Händedesinfektionsmittel-Spender auch außerhalb der Patienten- und Behandlungszimmer im gesamten Haus platziert. Diese können Patienten, Mitarbeiter und Besucher jeder Zeit unter anderem am Haupteingang, auf den Stationen oder in der Notfallaufnahme nutzen.

Darüber hinaus führen wir seit 2004 in unserer gesamten Klinik über alle Berufsgruppen hinweg regelmäßig anonym sogenannte Händeabklatschuntersuchungen durch. Damit können wir bei allen Mitarbeitern mit direktem Patientenkontakt feststellen, ob und mit welchen Keimen die Hände besiedelt sind. Gleichzeitig trainieren wir die richtige Händedesinfektion. Mit Hilfe fluoreszierender Desinfektionslösung können wir Benetzungslücken an den Händen sichtbar machen. Ziel ist es, unsere Mitarbeiter immer wieder für dieses Thema zu sensibilisieren und weiterzubilden.“ Zusätzlich führt das Bergmannstrost seit 2000 jährlich eine Aktionswoche „Saubere Hände“ in der Klinik durch und arbeitet als Referenzklinik aktiv im Netzwerk Hygiene in Sachsen-Anhalt mit.

Die BG Kliniken Bergmannstrost gehören mit ihren 560 Betten zu den modernsten Traumazentren in Deutschland. Rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Als Spezialklinik insbesondere für Unfall-, Schwerstbrand- und Wirbelsäulenverletzte sowie mit ihrem Querschnittzentrum, dem Neurozentrum und Zentrum für Septische Chirurgie behandelt sie Patienten auf höchstem medizinischen Niveau. Darüber hinaus stehen die berufliche Rehabilitation und die Wiedereingliederung in das Arbeits- und Lebensumfeld im Vordergrund. Getreu dem Motto „Helfen und heilen mit allen geeigneten Mitteln.“ Die BG Kliniken Bergmannstrost sind Mitglied des Klinikverbundes der gesetzlichen Unfallversicherung (KUV).

Die "AKTION Saubere Hände" ist eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Händehygiene in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Sie wurde am 1. Januar 2008, mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit, vom Nationalen Referenzzentrum für die Surveillance Nosokomialer Infektionen (NRZ), dem Aktionsbündnis Patientensicherheit e. V. (APS) sowie der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen (GQMG) ins Leben gerufen. Die Kampagne basiert auf der 2005 gestarteten WHO Kampagne "Clean Care is Safer Care".

Weitere Informationen zum Thema: www.aktion-sauberehaende.de

| Pi und Foto: Bergmannstrost