Logo Deutsche Apotheker- und ÄrztebankDer milde Winter 2013 hat die deutsche Bauwirtschaft beflügelt. Den Angaben des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie zufolge stiegen die Umsätze im vergangenen Jahr um mehr als drei Prozent. Und auch zum Jahresbeginn freute sich die Branche über steigende Auftragseingänge. Aber nicht nur die klimatischen Bedingungen sind günstig: Die Zinsen für Kauf oder Bau einer Immobilie sind so niedrig wie nie zuvor. Ingo König, Leiter der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in der Filiale Magdeburg, erklärt im Gespräch mit dem Ärzteblatt Sachsen-Anhalt, welche Überlegungen bei der Planung des Eigenheims nicht fehlen sollen und welche Besonderheiten für Heilberufler eine Rolle spielen.

Ingo KönigÄrzteblatt Sachsen-Anhalt: Herr König, der Wunsch nach den eigenen vier Wänden steht bei vielen Heilberuflern hoch im Kurs. Worauf sollte man achten?

König: In der Tat, die eigene Immobilie ist derzeit gefragt wie nie. Bei aller Euphorie gilt es jedoch, das Vorhaben genau zu überlegen. Denn mit einer solchen Entscheidung werden in der Regel Verpflichtungen über einen langen Zeitraum eingegangen – in dem sich nicht nur die Zinsen wieder ändern können. Bei der Wahl der eigenen vier Wände ist deshalb die individuelle Lebensplanung entscheidend. Beispielsweise nimmt die Familienplanung Einfluss auf die Größe des geplanten Objekts. Berufliche Ziele sollten überlegt werden, schließlich könnten sie mit einem Ortswechsel verbunden sein. In einem solchen Fall kann die Immobilie aber auch als Anlageobjekt zur Vermietung interessant werden.

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt: Sind Immobilien denn in jedem Fall eine sichere Anlage?

König: Immobilien zählen zu den rentablen Geldanlagen und sind ein wichtiger Baustein bei der Planung der Altersvorsorge. Neben der Frage nach Selbst- oder Fremdnutzung gilt es aber auch die Infrastruktur vor Ort zu prüfen. Denn die Lage entscheidet maßgeblich über Wertbeständigkeit und Wertentwicklung des Objekts. Sind Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und eine gute Verkehrsanbindung in der Nähe, verbessern sich die Möglichkeiten für einen späteren Verkauf oder die Vermietung.

Ärzteblatt Sachsen-Anhalt: Gerade Heilberufler haben oft schon eine teure Ausbildung finanziert oder die eigene Praxis. Lässt sich Wohneigentum denn auch ohne Eigenkapital finanzieren?

König: Auch wenn Eigenkapital nicht immer zwingend erforderlich ist, lohnt sich der Blick auf die eigenen finanziellen Mittel. Idealerweise lassen sich zumindest die Kaufnebenkosten aus dem Eigenkapital finanzieren, der Rest wird über die passende Finanzierung bestritten. Im Gespräch mit der Bank werden schließlich die erforderliche Finanzierungssumme, die Laufzeit des Darlehens und die individuell tragbare monatliche Belastung ermittelt. Das Finanzierungkonzept sollte dabei die individuelle Lebensplanung berücksichtigen und auf eine hohe Planungssicherheit zielen. Gerade bei den niedrigen Zinsen bietet es sich an, die Zinsbindung lange festzulegen und die Tilgung des Darlehens nicht aus den Augen zu verlieren. Insbesondere für selbständige Heilberufler kann es auch von Vorteil sein, Sondertilgungsrechte zu vereinbaren. Denn schwankt das Einkommen, können Mehreinnahmen dazu verwendet werden, den Kredit frühzeitig zurückzuführen. Wird gleichzeitig ein Praxiskredit bedient, kommen spätestens hier steuerliche Fragen ins Spiel. Denn Zinsen für das Praxisdarlehen können üblicherweise als Betriebsausgaben geltend gemacht werden, im Gegensatz zu den Zinsen für die private Immobilie. Die private Immobilie sollte also vorrangig entschuldet werden. Auch die Prüfung von Fördermöglichkeiten, wie z.B. der KfW Bank oder ländereigener Institute sollte bei der Erstellung des Finanzierungskonzepts nicht fehlen. Zudem sollte die Darlehenssumme über eine Risikolebensversicherung abgesichert werden. Diese schützt im Fall des Falles die Hinterbliebenen vor dem Verlust des Eigenheims. Für all diese Fragen ist es deshalb ratsam, Spezialisten hinzuzuziehen, die sich mit den Besonderheiten für Heilberufler auskennen.

Foto: Deutsche Apotheker- und Ärztebank