Logo Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. Zum Tag der Organspende am 6. Juni 2015 wurde bundesweit auf die Situation der Menschen aufmerksam gemacht, die auf der Warteliste für ein neues Organ stehen. Von den über 10.000 Patienten, die auf eine postmortale Organspende warten, sind etwa 80 Prozent chronisch nierenkrank. Das belegt die große Relevanz des Themas insbesondere für Dialysepatienten. Im Jahr 2014 konnten 2.128 Nierentransplantationen (dank postmortaler Spende und Nierenlebendspende) durchgeführt werden. Der Anteil der KfH-Patienten daran liegt bei 24,6 Prozent (s. Abb. 1).

Rund 18.800 chronisch nierenkranke Patienten werden in einem der über 200 Behandlungszentren des gemeinnützigen KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. mit der Dialyse behandelt. „Nicht alle, aber viele unserer Patienten wünschen sich eine Nierentransplantation und wir unterstützen sie dabei“, berichtet KfH-Vorstandsvorsitzender Professor Dr. med. Dieter Bach. „Wenn es für unsere Patienten möglich ist, wird die Nierentransplantation als das Verfahren mit der höheren Lebensqualität angestrebt.“

Renate Stephan hatte Glück und erhielt eine Organspende. Im Alter von 29 Jahren versagten ihre Nieren wegen einer chronischen Nierenentzündung und sie war auf die regelmäßige Dialysebehandlung angewiesen. Dreimal in der Woche musste im KfH-Nierenzentrum Halle für mehrere Stunden maschinell ihr Blut gewaschen werden – eine körperlich sehr belastende Behandlung. Nach acht Jahren an der Dialyse, im September 2006, erhielt sie die Niere eines verstorbenen Spenders und konnte transplantiert werden. „Meine Lebensqualität ist nach der Transplantation bedeutend besser“, freut sich die heute 45-Jährige.

Auch Iris Kolloch erhielt eine Organspende. Als sie 28 Jahre alt war, führte bei ihr eine Gefäßerkrankung zum Nierenversagen. Acht Jahre lang wurde sie dreimal in der Woche im KfH-Nierenzentrum Magdeburg mit der Dialyse behandelt, bevor sie im Juni 1999 die Niere eines verstorbenen Spenders erhielt. „Überleben mit der Dialyse war für mich gut möglich, aber seit der Transplantation habe ich ein ganz neues Lebensgefühl“, berichtet die 52-Jährige heute.

Statt vorher dreimal in der Woche zur Dialyse gehen Renate Stephan und Iris Kolloch heute nur noch alle vier Wochen zur Transplantationsnachsorge in die nephrologische Sprechstunde der KfH-Nierenzentren Halle und Magdeburg. Dort kontrollieren ihre behandelnde Ärzte – Priv.-Doz. Dr. med. Roman Fiedler in Halle und Dr. med. Hans-Peter Bosselmann in Magdeburg –, ob die Spendernieren weiterhin gut arbeiten und der Körper keine Abstoßungsreaktionen entwickelt. „Diese Nachsorgeuntersuchungen sind ebenso wichtig wie die regelmäßige Einnahme der Medikamente, die eine mögliche Abstoßung verhindern“, weiß der Magdeburger Nierenspezialist Dr. Bosselmann. „Aber auch die Selbstkontrolle der Patienten spielt eine große Rolle, damit eventuelle Unregelmäßigkeiten sofort festgestellt und zeitnah behandelt werden können“, ergänzt sein Kollege Dr. Fiedler aus Halle. Die beiden KfH-Ärzte freuen sich über die erfolgreichen Transplantationen ihrer Patientinnen: „Durch die postmortale Organspende anderer Menschen können Frau Stephan und Frau Kolloch nun wieder ein fast normales Leben führen.“

Zu Lebzeiten eine Entscheidung pro oder kontra Organspende zu treffen und diese am besten im Organspendeausweis zu dokumentieren, ist die Kernbotschaft des bundesweiten Tags der Organspende. Auch das KfH unterstützt die Intention des Aktionstages und stellt unter www.kfh.de Organspendeausweise zum Download zur Verfügung.

| Pi KfH-Nierenzentren Halle/Saale und Magdeburg