Logo Deutsches Institut für MenschenrechteDerzeit führt das Deutsche Institut für Menschenrechte im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) eine Befragung von Ärzt/innen der Geburtshilfe zum Umgang mit intergeschlechtlichen Kindern durch. Diese Befragung fließt in eine Evaluierung der Neuregelung im Personenstandsgesetz (§ 22 Abs. 3 PStG) ein.
Mit Inkrafttreten des § 22 Abs. 3 Personenstandsgesetz (PStG) zum 1.11.2013 sind Kinder, die „weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden [können]“ ohne Angaben zum Geschlecht im Geburtenregister einzutragen. Grundlage einer solchen fehlenden Geschlechtsangabe ist die Geburtsanzeige, aus der sich ergeben muss, „dass das Kind zum Zeitpunkt der Anzeige weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zugeordnet werden kann“ [PStG-VwV]. Seither ist demnach nicht nur der Eintrag eines männlichen oder weiblichen Geschlechts gesetzlich möglich und geregelt, sondern auch eine ausbleibende Einordnung in ein männliches oder weibliches Geschlecht für intergeschlechtliche Kinder vorgesehen. Damit ist die Neuregelung nicht nur für die Neugeborenen und deren Eltern von Bedeutung, sondern auch für Ärzt/innen, die das Geschlecht eines Kindes mit der Geburtsanzeige als männlich oder weiblich angeben oder die Zuordnung offen lassen.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte evaluiert diese Neuregelung im Auftrag des BMFSFJ.
Um die Praxiserfahrung und Sichtweise von Ärzt/innen bei der Evaluation und Erarbeitung von Regelungsvorschlägen für intergeschlechtliche Kinder (DSD) berücksichtigen zu können, bittet das Institut um die Teilnahme an einer kurzen Online-Befragung. Für die Beantwortung der Fragen gibt es keine Voraussetzungen, d. h. sie richtet sich explizit an alle Ärzt/innen, die in der Geburtshilfe tätig sind oder waren. Die Beantwortung des Fragebogens dauert fünf bis zehn Minuten. Alle Angaben sind anonym. Die Antworten können also nicht persönlich zugeordnet werden. Zur Online-Befragung geht es über folgenden Link:
https://ww3.unipark.de/uc/deutsches_institut_fuer_menschenrechte_aerzt_innen/

Außerdem würde das Deutsche Institut für Menschenrechte gerne Ärzt/innen, die seit dem 1.11.2013 Geburtshilfe bei einem intergeschlechtlichen Kind geleistet haben und/oder das Geschlecht eines Kindes auf der Geburtsanzeige als nicht feststellbar eingetragen haben, für ein ca. 30-minütiges Interview gewinnen. Bei Interesse melden Sie sich bitte bei Greta Schabram, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter: 030 259359-468.