Herzstiftung begrüßt G-BA-Beschluss zur stationären Notfallversorgung: Chest Pain Unit (CPU) für Herznotfallpatienten erhält Status wie Stroke Unit

Jedes Jahr werden ca. 220.000 Herzinfarkt-Patienten in Kliniken in Deutschland aufgenommen, über 49.000 Menschen sterben am Herzinfarkt.

Ein wesentlicher Baustein für die Versorgung von Patienten mit Herzinfarkt (www.herzstiftung.de/Anzeichen-Herzinfarkt.html) oder anderen schwer-wiegenden akuten Herzproblemen wie lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (plötzlicher Herztod) ist die Chest Pain Unit, kurz CPU (Herznotfallambulanz). Nach dem aktuellen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geht die CPU als zusätzliches Modul in die Neuordnung der stationären Notfallversorgung ein und wird „entgeltrechtlich Krankenhäusern der Basisnotfallversorgung gleichgestellt“ (G-BA). Damit erhält die CPU den Status einer Stroke Unit, die für Schlaganfallpatienten bestimmt ist.

Herznotfall-Ratgeber „Was tun im Notfall?“

„Wir begrüßen den G-BA-Beschluss als wichtigen Schritt für eine bessere Versorgung und den Erhalt von Lebensqualität von Herznotfallpatienten. Denn ähnlich wie beim Schlaganfall ist die moderne Diagnostik und Therapie für die Versorgung von Patienten mit akutem Koronarsyndrom, wozu Herzinfarkt und Angina pectoris zählen, zeitkritisch und in einem hohen Maß von spezialisierten Fachärzten ab­ hängig“, betont Herzspezialist Prof. Dr. med. Thomas Voigtländer vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung.

Beim Herzinfarkt zählt jede Minute zwischen Symptombeginn und Wiedereröffnung des durch einen Blutpropf (Thrombus) verschlossenen Herzkranzgefäßes. Die häufig lebensrettende Wiedereröffnung des Herzkranzgefäßes geschieht mittels Herz­katheter im Katheterlabor. Dieses ist integraler Bestandteil des CPU-Konzeptes. „Je zeitiger das geschieht, umso geringer ist der Schaden, den der Herzmuskel erleidet. Bei Verdacht auf Herzinfarkt sollte umgehend der Notruf 112 erfolgen und der Rettungsdienst die nächstgelegene CPU anfahren. So ist garantiert, dass eine optimale Betreuung der Herzinfarktpatienten erfolgt.“, so der Kardiologe.  

In Deutschland gibt es derzeit rund 270 von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierte CPUs. Diese sind in die Gesamtstruktur eines Krankenhauses integriert. Nach den DGK-Kriterien müssen CPUs neben der Diagnostik und Überwachung der Patienten u. a. eine interventionelle Therapieeinheit mit Herzkatheterlabor und einem eigenen 7-Tage-24-Stunden-Bereitschaftsdienst mit mehreren interventionellen Kardiologen vorhalten.

Zur G-BA-Pressemeldung: www.g-ba.de/institution/presse/pressemitteilungen/744/
Zur CPU-Seite der DGK: cpu.dgk.org/zertifizierte-cpus/

Wichtige und hilfreiche Infos zu den Herzinfarkt-Schmerzorten sowie zur Diagnose und Therapie von koronarer Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt erhalten Betroffene kostenfrei unter www.herzstiftung.de/Anzeichen-Herzinfarkt.html oder unter www.herzstiftung.de/Koronare-Herzkrankheit-Sonderband.html

Einen Herznotfall-Ratgeber „Was tun im Notfall?“ (22 Seiten) mit einer Darstellung der Herzinfarkt-Alarmzeichen und Erläuterungen zur Wiederbelebung für Laien bietet die Herzstiftung kostenfrei unter Tel. 069 955128400 oder per E-Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an.


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