am 26. und 27. September 2019 in Berlin

Am 26. September 2019 wurde die 11. Qualitätssicherungskonferenz des G-BA durch den Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, eröffnet. Im Vordergrund dieser zweitägigen Veranstaltung standen die Aufgaben des G-BA im Rahmen der gesetzlichen Qualitätssicherung unter besonderer Fokussierung auf die Themen: Patientensicherheit, Erfahrungen mit der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben in die Praxis und Nutzung der QS-Ergebnisse. Verschiedene methodische Ansätze für Qualitätssicherungsmaßnahmen, technische Herausforderungen und Schnittstellen zu bundesweiten Registern waren weitere wichtige Themen auf der Konferenz.

In verschiedenen Parallelveranstaltungen erfolgte u. a. die Vorstellung der Richtlinien des G-BA. Ein Blick auf die wichtigsten Beschlüsse des G-BA zur Qualitätssicherung im Unterausschuss zeigt, dass deren Anzahl von 2015 bis 2019 auf das Doppelte angestiegen ist und jährlich eine umfangreiche Überarbeitung und Weiterentwicklung des Qualitätsberichts der Krankenhäuser (Qb-R) stattfindet, der die Öffentlichkeit über Strukturen und Leistungen der Krankenhäuser informiert.

Informiert wurde auch darüber, dass seit 2017 für vier Leistungsbereiche (endo-prothetische Gelenkversorgung, Prävention des postoperativen Delirs, Respiratorentwöhnung von langzeitbeatmeten Patienten, Versorgung von Menschen mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen im Krankenhaus) Qualitätsverträge existieren. Im September 2019 erfolgte die Festlegung von verbindlichen Mindestvorgaben für die Ausstattung der stationären Einrichtungen in der psychiatrischen und psychosomatischen Versorgung mit dem für die Behandlung erforderlichen therapeutischen Personal (Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie [PPP-RL]).

Des Weiteren wurde darüber berichtet, dass die Anwendung der Mindestmengenregelung (Mm-R), die seit dem 1.1.2018 gilt, die stationäre Versorgung maßgeblich beeinflusst. So muss ein Krankenhaus aufgrund der Fallzahlen des Vorjahres eine Prognose abgeben, ob es die Mindestmengen im nächsten Jahr erfüllt. Wird dies von den Kassen widerlegt, darf die entsprechende Leistung im darauffolgenden Kalenderjahr nicht mehr erbracht werden.

Das IQTIG wertete für den Qualitätsreport 2019 auf Grundlage des Erfassungsjahres 2018 über 3,3 Millionen Datensätze von mehr als 1.500 Krankenhäusern mit insgesamt 1.811 Standorten sowie Daten aus der vertragsärztlichen Versorgung aus. Der Report stellt detaillierte Informationen zu 23 Qualitätssicherungsverfahren (QS-Verfahren) in diversen Versorgungsbereichen wie beispielsweise Gefäßchirurgie, Gynäkologie und Transplantationsmedizin bereit. Er beinhaltet ebenso eine Zusammenfassung der Ergebnisse des Strukturierten Dialogs mit den Leistungserbringern und führt Empfehlungen der Expertengruppen zur Weiterentwicklung der QS-Verfahrens auf.

Weitere thematische Schwerpunkte waren u. a. die Umsetzung der Qualitätssicherung auf Landesebene und die Darstellung der Aktivitäten im Zusammenhang mit der gesetzlichen QS.

Ebenso wurde über die Chancen und Risiken der seit 2017 erfassten planungsrelevanten Qualitätsindikatoren (planQI) in der Realität, die Erkenntnisse aus den Ergebnissen der Qualitätssicherung und deren weitere Nutzung referiert. Es handelt sich hierbei um 11 Indikatoren aus den Bereichen Mammachirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe, also einen kleinen Ausschnitt aus dem gesamten Leistungsspektrum eines Krankenhauses, die gegenwärtig zur Darstellung unzureichender Qualität einer Fachabteilung oder eines Krankenhauses herangezogen werden. Für 2018 zeigt sich eine sinkende Tendenz hinsichtlich der Anzahl der für die Leistungserbringung zu einzelnen Indikatoren mit unzureichender Qualität bewerteten Einrichtungen im Vergleich zu 2017.

Weitere Informationen zur 11. Qualitätssicherungskonferenz finden Sie unter: www.g-ba.de/service/veranstaltungen/qskonferenz2019/

Dr. med. Manuela Wolf
Leiterin Abteilung Qualitätssicherung Ärztekammer Sachsen-Anhalt

Nicole Fremmer
Redaktion Ärzteblatt Sachsen-Anhalt