Aufgeben ist keine Option: Auch die allermeisten betroffenen Ärztinnen und Ärzte machen weiter.
Aufgeben ist keine Option: Auch die allermeisten betroffenen Ärztinnen und Ärzte machen weiter.

Normaler Alltag ist in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen noch lange nicht eingekehrt. Auch Monate später dauern die Aufräumarbeiten an. Zur Normalität ist es noch ein weiter Weg. Auch bei den betroffenen Ärztinnen und Ärzten.

In der einstigen Flaniermeile der Kurstadt Bad Neuahr-Ahrweiler gibt es keine Läden mehr.
In der einstigen Flaniermeile der Kurstadt Bad Neuahr-Ahrweiler gibt es keine Läden mehr.

Das einst so idyllische Ahrtal mutet trotz der emsigen Aufräumarbeiten apokalyptisch an. Entlang der Ahr schaut es aus als ob ein riesiger King-Kong mit seinen gigantischen Pranken Bäume und Bahnschienen gepackt und aus dem Boden herausgerissen hat. Straßenlaternen hat die Flut wie Streichhölzer umgekippt. Mobile Lichtmasten stehen an einigen Straßen oder Plätzen, um die Dunkelheit punktuell aufzubrechen.

Strom und fließendes Wasser haben die meisten Menschen wieder und die Heizung soll bald wieder laufen. Im kleinen Dernau, das zu fast 80 Prozent zerstört wurde, sind etwa zehn Prozent der zerstörten Häuser in den oberen Etagen wieder bewohnt. In den Häusern im unteren Ortskern stehen die allermeisten Erdgeschossbereiche und zum Teil auch die ersten Etagen leer. Sofern noch Fenster drin sind, stehen diese zum Lüften weit offen. Bautrockner dröhnen, Presslufthämmer rattern, Kompressoren brummen und unzählige Traktoren zwängen sich durch die engen Gassen, um Schutt wegzufahren. Mitten im Ort steht ein größerer Container mit öffentlichen Waschmaschinen und am Ortsrand hat die Tankstelle wieder geöffnet. Kinder spielen auf Schutthaufen oder entdecken Häuserruinen als Abenteuerspielplätze. Spielplätze sind keine mehr da. Läden gibt es nicht mehr. Es riecht nach feuchtem Putz, muffigen Gemäuern und Schimmel. Abends ist kein Mensch mehr unterwegs und nirgendwo in den Häusern brennt Licht.

Entkernte kleine Fachwerkhäuser lassen erahnen, wie idyllisch das Ahrtal vor der Flutnacht war.
Entkernte kleine Fachwerkhäuser lassen erahnen, wie idyllisch das Ahrtal vor der Flutnacht war.

Doch der Aufbau geht voran. Mit viel Kreativität, Flexibilität und jeder Menge Pragmatismus. Die betroffenen Ärztinnen und Ärzte haben in ihren Privatwohnungen, in Garagen oder Containern inzwischen provisorische Sprechstunden eingerichtet. Und sie sind dankbar und gerührt zugleich über die Geldspenden, die ihnen sehr viel bedeuten. Sie haben damit erste Handwerker bezahlt, Hardware für die Praxis angeschafft und auch überbrücken können, dass ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit gegangen sind. Sie freuen sich über diese Unterstützung und bezeichnen sie immer wieder als „Lichtblicke in dunklen Stunden“ und als „Hoffnungsschimmer“.

Geldspenden werden auch weiterhin viel Gutes tun und sind herzlich willkommen auf dem eigens eingerichteten Spendenkonto der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz:
Empfänger Landesärztekammer
Mainzer Volksbank
IBAN: DE74 5519 0000 0654 2750 31
BIC: MVBMDE55
Stichwort: Hochwasser

Ines Engelmohr
Pressesprecherin und Flutmanagerin der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz

Fotos: Engelmohr