Hydroxychloroquin ist zugelassen zur Behandlung von Malaria und bestimmten Autoimmunerkrankungen. Im Rahmen der aktuellen Pandemie wird es – bei begrenzter Datenlage – off-label auch zur Behandlung von COVID-19 angewendet. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) gibt Hinweise zur Anwendung:

  • Hydroxychloroquin-haltige Arzneimittel sollten bei COVID-19 vorzugsweise im Rahmen klinischer Studien und keinesfalls ohne Verschreibung und ohne ärztliche Aufsicht angewendet werden.
  • Hydroxychloroquin kann kardiale Nebenwirkungen (z. B. Kardiomyopathie, QT-Verlängerung, Herzrhythmusstörungen) verursachen. Das Risiko kann erhöht sein bei gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln mit ähnlicher Wirkung auf das Herz (z. B. Azithromycin) und bei Anwendung höherer Dosierungen.
  • Weitere bekannte Nebenwirkungen umfassen Störungen der Leber- und Nierenfunktion, Nervenzellschäden (mit der Folge epileptischer Anfälle) sowie Hypoglykämie.


Patienten mit COVID-19, die Hydroxychloroquin erhalten, sollten überwacht und vorbestehende Herzerkrankungen berücksichtigt werden. EKG-Kontrollen vor und regelmäßig während der Behandlung sollten erwogen werden.

Kürzlich informierte das BfArM ferner über Maßnahmen zur Sicherstellung der Versorgung chronisch Kranker mit Hydroxychloroquin (siehe Drug Safety Mail 2020-24).

▶ Information des BfArM zu Hydroxychloroquin vom 29.04.2020

▶ Information der EMA zu Chloroquin und Hydroxychloroquin vom 23.04.2020

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen und Medikationsfehler
(auch Verdachtsfälle) mit. Die Formulare finden Sie auf der Webseite der AkdÄ.

Rote Hand Die Verantwortung für die Erstellung und den Versand von Rote-Hand-Briefen liegt bei den pharmazeutischen Unternehmen. Rote-Hand-Briefe werden in der Regel von den zuständigen Behörden (BfArM, PEI) angeordnet und mit ihnen inhaltlich abgestimmt.