Bei Patienten mit Dihydropyrimidin-Dehydrogenase(DPD)-Mangel ist das Risiko für schwere Toxizität im Zusammenhang mit Flucytosin erhöht. Der Schweregrad korreliert mit dem Ausmaß des DPD-Mangels.

  • Bei bekanntem vollständigen DPD-Mangel ist die Behandlung mit Flucytosin kontraindiziert (Risiko einer lebensbedrohlichen Toxizität).
  • Bei partiellem DPD-Mangel ist das Risiko für schwere Toxizität ebenfalls erhöht.
  • Wird eine Arzneimitteltoxizität bestätigt oder vermutet, kann die Bestimmung der DPD-Aktivität in Betracht gezogen werden.
  • Vor Behandlungsbeginn sind keine Tests auf DPD-Mangel vorgeschrieben, um die antimykotische Therapie nicht zu verzögern.


Das Antimykotikum Flucytosin ist ein Prodrug von 5-Fluorouracil (5-FU). Das geschwindigkeitsbestimmende Enzym im Abbau von 5-FU ist DPD. Bei DPD-Mangel ist das Risiko für schwere Toxizität erhöht (z. B. Schleimhautentzündung, Durchfall, Neutropenie, Neurotoxizität). Wenn toxische Symptome auftreten, sollte ein Behandlungsabbruch erwogen werden. Von einem vollständigen DPD-Mangel sind 0,01–0,5 % der Kaukasier betroffen, von einem partiellen DPD-Mangel 3–8 %.

Dieser Rote-Hand-Brief wird postalisch nur an Krankenhaus- und krankenhausversorgende Apotheken sowie Fachgesellschaften versendet und enthält den Hinweis, diese Information an die leitenden Ärzte und Krankenhauspersonal weiterzuleiten.


▶ Rote-Hand-Brief zu Flucytosin (Ancotil®) vom 04.06.2020

Siehe auch DSM 2020-38 (Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil- (i.v.), Capecitabin- und Tegafur-haltigen Arzneimitteln vom 04.06.2020) sowie DSM 2020-31 (Rote-Hand-Brief zu Brivudin vom 12.05.2020).

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Rote Hand Die Verantwortung für die Erstellung und den Versand von Rote-Hand-Briefen liegt bei den pharmazeutischen Unternehmen. Rote-Hand-Briefe werden in der Regel von den zuständigen Behörden (BfArM, PEI) angeordnet und mit ihnen inhaltlich abgestimmt.