Bei einer aktuellen, kumulativen Analyse der Sicherheitsdatenbank des Herstellers wurden unter Atezolizumab schwere kutane Nebenwirkungen (SCARs) einschließlich Fällen von Stevens-Johnson-Syndrom (SJS) und toxischer epidermaler Nekrolyse (TEN) als Risiko identifiziert. SCARs sind eine heterogene Gruppe von immunologisch vermittelten Arzneimittelexanthemen. Sie sind selten, aber potenziell tödlich.

  • Patienten sind auf schwere Hautreaktionen zu überwachen und andere Ursachen auszuschließen. Bei Verdacht auf eine SCAR ist die Anwendung von Atezolizumab zu unterbrechen und Patienten sind an einen Spezialisten für SCARs zu überweisen.
  • Die Behandlung mit Atezolizumab ist bei bestätigtem SJS oder bestätigter TEN und bei jedem Hautausschlag Grad 4 /SCAR dauerhaft abzusetzen.
  • Vorsicht ist geboten, wenn die Anwendung von Atezolizumab bei Patienten in Erwägung gezogen wird, bei denen bereits während einer vorherigen Behandlung mit anderen immunstimulierenden Krebsmedikamenten eine schwere oder lebensbedrohliche SCAR aufgetreten ist.


Atezolizumab wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Urothelkarzinoms, zur Behandlung des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinoms sowie zur Behandlung von Patienten mit kleinzelligem Lungenkarzinom.

Die Produktinformation wird aktualisiert.

▶ Rote-Hand-Brief zu Tecentriq® vom 25.03.2021

Bitte teilen Sie der AkdÄ alle beobachteten Nebenwirkungen und Medikationsfehler (auch Verdachtsfälle) mit. Die Formulare finden Sie auf der Webseite der AkdÄ. Rote Hand Die Verantwortung für die Erstellung und den Versand von Rote-Hand-Briefen liegt bei den pharmazeutischen Unternehmen. Rote-Hand-Briefe werden in der Regel von den zuständigen Behörden (BfArM, PEI) angeordnet und mit ihnen inhaltlich abgestimmt.