Bupropion kann das Brugada-Syndroms demaskieren. Dabei handelt es sich um eine seltene Erbkrankheit des kardialen Natriumkanals mit charakteristischen EKG-Veränderungen (Rechtsschenkelblock und ST-Streckenhebungen in den rechten Brustwandableitungen [etwa V1 – V3]). Es kann zum Herzstillstand und plötzlichen Herztod führen.

  • Bei Patienten mit Brugada-Syndrom oder einer positiven Familienanamnese für Herzstillstand oder plötzlichen Tod ist Vorsicht geboten.


Bupropion ist zugelassen zur Behandlung depressiver Erkrankungen sowie als Hilfe bei der Raucherentwöhnung nikotinabhängiger Patienten. Nach Einschätzung des PRAC* deuten Daten aus Spontanmeldungen und ein in der Literatur beschriebener, nachvollziehbarer Wirkmechanismus darauf hin, dass Bupropion das Brugada-Syndrom demaskieren kann. Die Produktinformation Bupropion-haltiger Arzneimittel wird daher angepasst.

▶ Beschluss der Koordinierungsgruppe CMDh vom 15.09.2022 – Anlage 2 zum Bescheid vom 28.02.2023

▶ Bescheid vom 28.02.2023

* Ausschuss für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz der EMA

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(auch Verdachtsfälle) mit. Die Formulare finden Sie auf der Webseite der AkdÄ.