MRT-Bildgebung akuter Sportverletzungen

Typische Verletzungsmuster im Leistungssport und deren bildgebende Diagnostik

Dr. Richard Brill
Dr. Richard Brill (Foto: privat)

Dr. Richard Brill 1, apl. Prof. Dr. Klaus Bohndorf 1, Prof. Dr. Karl-Stefan Delank 2, apl. Prof. Dr. phil. René Schwesig 3,
Prof. Dr. Dr. Walter A. Wohlgemuth 1

1  Universitätsklinik und Poliklinik für Radiologie, Universitätsklinikum Halle (Saale)
2  Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale)
3  Department für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Labor für Experimentelle Orthopädie und Sportmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale)

Einleitung


Akute Sportverletzungen können gerade im Profi-Sport Athleten vor existenzielle Herausforderungen stellen, da sie nicht nur die körperliche Integrität bedrohen, sondern auch die berufliche Basis in Frage stellen können. Die Mannschaft und die Trainer sind ebenso involviert. Entsprechend ist eine schnelle und genaue Diagnose, fußend auf der klinischen Untersuchung und fachgerechter radiologischer Bildgebung, Grundlage für eine adäquate Therapie.

Ausmaß und Ort der Verletzung zeigen typische Muster, die sich von anderen Traumata  unterscheiden können. Die genaue Beurteilung des Verletzungsausmaßes bestimmt jedoch nicht nur die akute Therapie, sondern gibt auch Hinweise für den notwendigen Rehabilitationsprozess und hat das Ziel der Verkürzung der Zeit bis zur Wiedererlangung der Leistungsfähigkeit, der „time-to-competition“ (Guermazi 2017). Sportverletzungen sind dabei gegenüber z. B. anderen Verletzungen nicht prioritär zu diagnostizieren, sondern eben spezifisch.

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Behandlung des Nicht-Kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC)

Dr. med. Oliver Oster

Rolle der minimalinvasiven Chirurgie und der limitierten Resektion

Dr. med. Oliver Oster, Facharzt für Herzchirurgie (Schwerpunkt Thoraxchirurgie), Koblenz

Einführung

Als Standardverfahren der operativen Therapie des Nicht-Kleinzelligen-Lungenkarzinoms (Non-Small-Cell-Lung-Cancer, NSCLC) gilt die Lobektomie mit anschließender systematischer Lymphknotendissektion (SLD).

Im Bestreben Letalität und Morbidität zu senken, insbesondere vor dem Hintergrund des demographischen Wandels mit immer älteren Patienten mit schwerwiegenden Nebenerkrankungen, werden minimalinvasive und schonendere Verfahren, wie die videoassistierte thorakoskopische Lobektomie (VATS-L), Manschettenresektion, anatomische Segmentresektion, atypische Segmentresektion immer wichtiger. Das Ziel der vorliegenden Kurzübersicht ist es, basierend auf einer Auswahl relevanter Referenzen der aktuellen themenbezogenen Literatur und eigener klinischer Erfahrungen zum Krankheitsbild und chirurgischer Therapie, die Rolle der minimalinvasiven Chirurgie und der limitierten Resektion in der Behandlung des Nicht-Kleinzelligen Lungenkarzinoms (NSCLC) darzustellen.

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Klinisch-ethische Fragestellungen bei der Hämotherapie am Ende des Lebens

Heim, Marcell U., Institut für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie mit Blutbank, Universitätsklinikum Magdeburg

Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Marcell U. Heim
Univ.-Prof. Dr. med. Dr. med. habil. Marcell U. Heim

Einleitung

Über Jahrhunderte war die Gabe von Blut nicht wie heutzutage ein Ersatz von Blutbestandteilen, die zum (Über-)Leben fehlen, sondern es diente, der damals gültigen Humoralpathologie entsprechend, als heilkräftiges Mittel, d. h. als gesunder Lebenssaft von meist jungen Spendern (tierisch oder menschlich). Teilweise wurde das Blut auch als Träger von Krankheiten angesehen, die man durch Aderlässe zu entfernen suchte (Abbildung 1).
Unter diesem Aspekt sind nur noch wenige Indikationen verblieben, wobei mit Hilfe der Plasma- und Zellseparation ganz selektiv pathologische Blutbestandteile entfernt und nötigenfalls durch spezielle Blutprodukte ersetzt, respektive ausgetauscht werden (Abbildung 2).

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Patienten-abgeleitete 3D-Zellkulturmodelle (PD3D®) zur Vorhersage der Chemosensitivität in kolorektalen Karzinomen

Dr. Christian Regenbrecht
Dr. Christian Regenbrecht
Portraitfoto: K. Schempp/cpo

Christian RA Regenbrecht 1,2; Roland Croner 3; Ali Canbay 4; Johannes Haybäck 1

1 Institut für Pathologie, Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
2 cpo – cellular phenomics & oncology Berlin-Buch GmbH
3 Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
4 Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie & Infektiologie, Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Leser des Ärzteblattes,
mit dem folgenden Artikel soll eine kleine Serie von zunächst drei konzipierten Beiträgen der Pathologie, Gastroenterologie und Viszeralchirurgie des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. eingeleitet werden, die sich mit modernen Aspekten fachspezifischer Betätigungsfelder, insbesondere zur Behandlung solider Tumoren beschäftigen. Dabei sollen neben den ureigen fachgebietsbezogenen, vor allem neuen Themenfeldern die interdisziplinären Spezifika der 3 stark interagierenden Fachdisziplinen zum viszeralmedizinischen Diagnoseprofil herausgearbeitet werden, wie sie sich insbesondere am Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. nutzbringend in der Patientenversorgung darstellen und in einem modern ausgerichteten therapeutischen Management eingesetzt werden. Während sich die Pathologie im ersten Artikel mit der neuen Methode der „3D Zellkulturmodelle zur Vorhersage der Chemosensitivität in soliden Tumoren“, einem hochaktuellen methodischen Thema gerade im Zeitalter der sich herausbildenden, stark individualisierten Therapie beschäftigt, wird sich die Gastroenterologie mit innovativen Methoden der viszeralmedizinischen Diagnostik bzw. ggf. diagnosespezifisch indizierter interventionell(-endoskopisch)er Therapiemaßnahmen auseinandersetzen. Die Viszeralchirurgie wird das Thema der angezeigten „complete mesocolic excision“ (CME) bei der operativen Versorgung des Kolonkarzinoms, einem der häufigen Tumorentitäten im viszeralmedizinischen Betreuungsspektrum, behandeln, die – korrekt und kompetent ausgeführt – einen signifikanten Überlebensvorteil der betroffenen Patienten erbringt.  Neben der anregenden Wissensvermittlung soll die fachgebietsübergreifende Beschäftigung mit den vorgestellten neuen Themen auch eine Diskussion darüber anstoßen, die, die Darstellung eigener Erfahrungen und Ergebnisse als auch brandaktueller neuer Aspekte der medizinischen Betreuung aus der angesprochenen ärztlichen Kollegschaft befördert, gern auch in thematischer Ergänzung oder Erweiterung der bisher konzipierten Themen, sowie die notwendige Zusammenarbeit der drei herausgestellten Fächer, wie am Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. gelebt, umrissen werden.
F. Meyer (im Namen der Profs. Haybäck, Canbay, Croner)

Einleitung

Krebs umfasst eine Reihe von Krankheitsbildern, in denen genetische Alterationen in einzelnen Zellen die Ursache für malignes Wachstum sind. Während der letzten 20 Jahre ist das Verständnis der Tumorbiologie exponentiell gewachsen, ohne dass die Behandlung von Tumorpatienten sich in gleichem Maße verbessert hätte. Hier wird eine Plattform am Institut für Pathologie der Universitätsklinik Magdeburg beschrieben, die in Zusammenarbeit mit der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie entsteht. Diese Plattform inte­griert Daten von Ultra-Deep Sequencing, zielgerichtete Proteomik und Chemosensitivitätstestung von Patienten-abgeleiteten 3D-Tumormodellen in die klinische Routine, um so die zuverlässige Identifizierung von effektiven therapeutischen Strategien für den einzelnen Patienten zu ermöglichen.

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Neugeborenenhörscreening in Sachsen-Anhalt

Ergebnisse im Rahmen der deutschlandweiten Evaluierung und Gründung eines Kompetenzzentrums „Frühkindliches Hören“ für Sachsen-Anhalt

Dr. med. Marja Loderstedt
Dr. med. Marja Loderstedt
(Foto: Sarah Koßmann, AVMZ, Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R.)

Dr. med. Marja Loderstedt 1, 2, Dr. med. Anke Rißmann 1, 3, Dipl.-Gesundheitswirtin Andrea Köhn 1, 3 und
Priv.-Doz. Dr. med. Ulrich Vorwerk 1, 2
1 Sachsen-Anhalt hört früher e. V.
2 Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Klinikdirektor Prof. Dr. med. C. Arens
3 Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt, Universitätsmedizin Magdeburg

Einleitung
Ein Hörscreening für Neugeborene ist unerlässlich, die Notwendigkeit unumstritten. Ohne Hören ist Sprache als wesentliches Mittel der menschlichen Kommunikation nicht möglich. Wird die kindliche Hörstörung nicht erkannt und einer entsprechenden Therapie zugeführt, kommt es abhängig vom Schweregrad zu ausgeprägten Sprachentwicklungsstörungen. Die Folge: Lernstörungen, Einschränkungen der kognitiven und intellektuellen Leistungen sowie schwerwiegende Störungen im emotionalen und psychosozialen Bereich. Konsekutiv ergeben sich Schwierigkeiten in der Berufswahl bzw. der entsprechenden Ausbildung durch Einschränkung der beruflichen Qualifikation, was dann letztendlich einen lebenslangen Einkommensverlust nach sich zieht.

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