Eine gastroenterologische Einschätzung zur Prävention des metabolischen Syndroms in Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. med. Ali Canbay
Prof. Dr. med. Ali Canbay
(Foto: Universitätsklinikum Magdeburg)

Canbay, A.1, Sowa, J.-P.1

1  Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Das metabolische Syndrom: Eine Erkrankung verursacht durch unseren Lebensstil

In der vorliegenden Übersicht möchten wir darlegen, warum das metabolische Syndrom ein ernstzunehmendes gesundheitliches Problem, nicht nur für den Patienten, sondern auch bezogen auf Versorgung und verursachte Kosten, darstellt. Ferner wollen wir einen Vorschlag machen, wie speziell in Sachsen-Anhalt dieses Problem sinnvoll und vollumfänglich angegangen werden könnte.

Das metabolische Syndrom wurde seit der ersten Beschreibung als „Syndrom X“ (1988) mehrfach neu definiert. Die aktuelle Definition der International Diabetes Federation von 2005 basiert auf abdomineller Adipositas, idealerweise bestimmt über den Taillenumfang, und dem Vorhandensein von mindestens zwei weiteren Faktoren (siehe Tabelle 1), die für eine veränderte Stoffwechsellage sprechen.67 Diese Definition war lange Zeit sehr hilfreich und ist es noch, um Patienten mit fortgeschrittenem kardiovaskulärem Risiko zu erkennen. Auch die medizinische Forschung basiert vorwiegend auf dieser Definition. Aus Sicht der aktuellen Datenlage und vor allem aus gesundheitspolitischer Sicht limitiert diese Definition jedoch das Auffinden von Patienten mit metabolischem Risiko, bevor diese Risiken sich in ernsthaften gesundheitlichen Konsequenzen manifestieren.

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Klinische Visite aus medizinisch-studentischer Sicht

Björn Gebauer
Björn Gebauer
Foto: privat

Gebauer, B.1, Wintrath, L.1, Mahendran, P.1, Meißner, C.2, Meyer, F.3

1 Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
2 Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Magdeburg GmbH
3 Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.

#) Es wird auf eine geschlechtsneutrale Darstellung verwiesen, die jeweils die Sicht Medizinistudierender (gleichermaßen von Famulantin/Famulus, PJ-ler[in], Praktikant[in]) sowohl weiblichen und männlichen Geschlechts wiedergibt bzw. diese anspricht.

Einleitung
Die Visite ist tragender Aspekt im klinisch geprägten Tagesablauf fast jeder medizinischen, insbesondere klinischen Disziplin. Deren pünktliche, straffe, kompetente und hierarchisch geordnete Bestreitung hat weitreichende Auswirkungen auf ein effektives Klinik- bzw. Stationsmanagement.

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Magenmetastasen bei malignem Melanom

Die Bedeutung der Histologie und der endoskopischen Verlaufskontrolle in der Diagnostik von Magenulcera

Marlen Wenzel
Marlen Wenzel

Wenzel, M.1, Kolfenbach, S.1, Ensberg, D.1, Rauh, P.1, Klausenitz, S.2, Mönkemüller, K.3, Rickes, S.1

1 HELIOS Bördeklinik, Klinik für Innere Medizin, Oschersleben
2 Pathologische Praxis, Magdeburg
3 HELIOS Frankenwaldklinik Kronach, Klinik für Innere Medizin, Kronach

Einleitung
Ulcera des oberen Gastrointestinaltraktes sind häufig. Allerdings ist deren differentialdiagnostische Abklärung erfahrungsgemäß oft unzureichend. Mit diesem Artikel soll auf die Bedeutung der Gewebeprobe bei Vorliegen von Ulcera ventriculi hingewiesen werden, um Malignome (primäre Magentumore und Metastasen) nicht zu übersehen.

Kasuistik
Ein 79-jähriger Patient wurde mit Teerstuhl eingewiesen. Wegen Kniegelenksschmerzen nahm er über längere Zeit Diclofenac ein. Anamnestisch war ein im Vorjahr am Rücken „weit im Gesunden entferntes malignes Melanom“ zu eruieren, in der Zwischenzeit fanden keine weiteren Nachsorgeuntersuchungen statt. Laborchemisch fielen eine nicht transfusionspflichtige normozytäre Anämie (Hämoglobinkonzentration: 6,6 mmol/l, Norm: 8,4-11,1 mmol/l) und ein erhöhtes Creaktives Protein (40 mg/l, Norm: unter 5 mg/l) auf.

In der unmittelbar durchgeführten Ösophago-Gastro-Duodenoskopie (Olympus®, GIF-H-185, Japan) konnten mehrere Ulcera ventriculi (Forrest IIa und III) nachgewiesen werden. Diese wiesen am Grund eine schwarze Pigmentation auf (Abbildung 1). Deshalb wurde bereits makroskopisch der Verdacht auf Metastasen des bekannten malignen Melanoms erhoben. Dieser konnte histologisch bestätigt werden (Abbildung 2). Mittels Ultraschall und Computertomographie konnte eine Leber-, Lungen- sowie Peritonealmetastasierung nachgewiesen werden. Der Patient wurde zur weiteren Behandlung an ein spezialisiertes Zentrum überwiesen.

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Ausgewählte Operationsstrategien in der Pankreaschirurgie

Univ.-Prof. Jörg Kleeff
Univ.-Prof. Jörg Kleeff

Kleeff, J.1,2, Michl, P.3 und Schneider, R.1

1  Klinik f. Viszerale, Gefäß- und Endokrine Chirurgie, Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)
2 Klinik f. Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Bergmannstrost BG Klinikum Halle (Saale)
3 Klinik f. Innere Medizin I, Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle (Saale)

Einleitung

Trotz immer modernerer gastroenterologisch-endoskopischer Verfahren zur Therapie von Pankreaserkrankungen ist die chirurgisch-operative Therapie ein wichtiger Bestandteil des therapeutischen Spektrums. Die Resektion ist die einzige kurative Option beim Pankreaskarzinom und den Vorläuferläsionen intraduktale papilläre muzinöse Neoplasie (IPMN) und muzinöse zystische Neoplasie. Bei der chronischen Pankreatitis ist eine Operation häufig zur Therapie von Organkomplikationen oder bei Versagen konservativer Therapieoptionen notwendig, und bei der nekrotisierenden akuten Pankreatitis ist die Chirurgie die letzte Stufe der Therapieeskalation. In dieser Übersicht stellen wir ausgewählte chirurgische Therapiestrategien für die häufigsten Pankreaserkrankungen vor.

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Modellprojekte zur Weiterentwicklung der Psychiatrischen Versorgung nach § 64b SGB V

Bettina Wilms
Bettina Wilms

Nie waren sie so wertvoll wie heute

Wilms B.
Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Carl-von- Basedow-Klinikum Saalekreis gGmbH

Einleitung
Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Versorgung und Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) kommt eine Reihe von Veränderungen verbunden mit neuen Herausforderungen und Aufgabenstellungen auf die Psychiatrie und Psychotherapie in Fachkliniken und Allgemeinkrankenhäusern zu. Vor allem die Ausgestaltung einer flexibleren Krankenhausbehandlung und die dazu nötigen Personalressourcen sind wesentliche Themen, die die Diskussion in den kommenden Jahren bestimmen werden. Mit § 64b SGB V1 wurde seit 2012 die Möglichkeit eröffnet, alternative Versorgungsmodelle zu erproben und mit einer ausreichend langen Laufzeit von maximal 8 Jahren in den betroffenen Regionen auch Schritte in den Regelbetrieb zu gehen. Bei weitem nicht alle Aspekte der gesetzlichen Vorgaben sind hierbei umgesetzt: weder die Vorgabe, mindestens ein Modellprojekt pro Bundesland zu etablieren, noch der Einbezug der Kinder- und Jugendpsychiatrie- und -psychotherapie.

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