Hohe Zahl an HIV-Spätdiagnosen in Sachsen-Anhalt

Dr. med. Christian Schulz
Dr. med. Christian Schulz

Deutliche Erhöhung der Testbereitschaft erforderlich

Schulz C. 1, Selgrad M. 1, Färber J. 2, Körber S 1, Schlüter D. 2, Malfertheiner P. 1

1    Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie,
    Universitätsklinikum Magdeburg AöR
2    Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene,
    Universitätsklinikum Magdeburg AöR

Abstrakt
Die schrittweise signifikante Verbesserung der antiretroviralen Therapie seit Einführung der 3fach-Therapien 1996 führt zu einer Normalisierung des Gesamtüberlebens HIV-infizierter Patienten. Die dadurch bedingte Zunahme der Prävalenz wird bei stabilen Neuinfektionsraten auch in den kommenden Jahren anhalten. Trotz umfangreichen sowohl öffentlich geförderten als auch universitär und industriell begleiteten Aufklärungskampagnen für die Bevölkerung und medizinisches Personal ist neben einer seit Jahren unveränderten Inzidenz eine Zunahme der Spätdiagnosen alarmierend.

Der vorliegende Artikel zeigt anhand der Charakteristika der im Jahr 2014 in der infektiologischen Ambulanz des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. behandelten HIV-Neuinfektionen die Notwendigkeit zur vermehrten HIV-Testung insbesondere beim Auftreten von Indikatorerkrankungen auf.

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Routinemäßige Ernährungsevaluation

Dr. med. Carl Meißnerund nachfolgende Initiierung einer fall- und befundadaptierten Ernährungstherapie im klinisch-chirurgischen Alltag „STANDARD OPERATING PROCEDURE“ (SOP)

Meißner C. 1, Meyer F. 2, Meißner G. 3, Bruns C. 2, Ridwelski K. 1
1    Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Klinikum Magdeburg gGmbH
2    Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie,
    Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., Magdeburg
3    Klinik für Chirurgie, Carl-von-Basedow Klinikum Saalekreis gGmbH, Querfurt

Das Klinikum Magdeburg gGmbH, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, sowie das Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, beziehen Aspekte der Ernährungsmedizin in ihr spezifisch-chirurgisches Behandlungsprofil befundgerecht stets mit ein. Ziel ist es, die Patienten mit erhöhtem nutritiven/metabolischen Risiko so früh wie möglich als solche zu erkennen und adäquat ernährungsmedizinisch zu behandeln [1], denn das metabolische Risiko bei der stationären Behandlung hat erhebliche Auswirkungen auf Morbidität, Krankenhausverweildauer und Letalität [2, 3, 4, 5].

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35 Jahre Spaltprävention an der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Konstanze SchellerScheller K.1, Schubert J.2
1    Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
2    Petersberg, Halle/Saale

Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (Cheilognathopalatoschisis, LKGS, Abb. 1, S. 64) und isolierte Gaumenspalten (Palatoschisis, GS) sind in Europa die zweithäufigste angeborene Fehlbildung. So lag die Prävalenz im Jahr 2012 für eine LKGS in Sachsen-Anhalt mit 23 Lebendgeburten (17♂, 8♀) bei 14,7/10.000 Geburten (1/681) und für eine isolierte GS mit 15 Neugeborenen (6♂, 9♀) bei 8,8/10.000 Geburten (1/1.135) (Fehlbildungsmonitor des Landes Sachsen-Anhalts; Götz et al., 2012). Die Auswertung spiegelt auch die bekannte geschlechtsspezifische Verteilung wider, die zeigt, dass Knaben deutlich häufiger von der schweren Form der Spaltbildung, der durchgängigen LKGS (♂:♀ = 2-3:1), und Mädchen häufiger von einer isolierten GS (♂:♀ =1:2) betroffen sind.

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Die Spezifische Immuntherapie bei Patienten mit allergischen Krankheitsbildern

Boris HaxelHaxel  B.1,
1    AMEOS Klinikum Haldensleben, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Allergische Erkrankungen nehmen europaweit zu, so kann man heute davon ausgehen, dass jeder 4. Einwohner von einer Allergie betroffen ist [1]. Darunter zählen in erster Linie IgE-vermittelte Akutreaktionen auf die häufigsten Allergene wie frühblühende Bäume (Birke, Erle, Hasel), Gräser und Roggen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze und Kräuter.

Seltener, aber teils akut lebensbedrohend, kommen allergische Reaktionen auch auf Insektengifte (vor allem Biene und Wespe), Nahrungsmittel (z.B. Erdnuss) und Medikamente (Antibiotika, Kontrastmittel) vor.

Davon müssen pseudoallergische Reaktionen oder Intoleranzen abgegrenzt werden: Diese können ähnliche Symptome auslösen, denen aber kein Antikörper-vermittelter Mechanismus zugrundeliegt. Als Beispiele seien die Laktoseintoleranz oder die Acetylsalicylsäure(ASS)-Intoleranz genannt.

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Führt der DNA-Test aus mütterlichem Blut zur stärkeren pränatalen Selektion des Down-Syndroms?

Dr. med. A. RißmannSchade K.1, Rißmann A.2
1    Institut für Community Medicine, Abteilung für Versorgungsepidemiologie
    und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald
2    Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt, an der Medizinischen Fakultät der
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Problemstellung

Thema aktueller Diskussionen ist der 2012 in Deutschland eingeführte molekulargenetische Test zur Detektion fetaler DNA-Fragmente aus dem mütterlichen Blut zur pränatalen Diagnostik einer Aneuploidie des Ungeborenen. Vor allem die Trisomie 21, als häufigste Chromosomenaberration mit guter Lebenserwartung, wird dabei angeführt. Ein Hauptargument der Testgegner ist die mögliche pränatale Selektion und daraus folgende Diskriminierung Behinderter [1, 2]. Dabei werden für die Rate der induzierten Aborte oft internationale Daten zitiert, was bei den verschiedenen gesetzlichen Gegebenheiten eine beschränkte Aussagekraft für die deutsche Diskussion hat.

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