4. kardiologische und herzchirurgische Konsensuskonferenz in Sachsen-Anhalt

apl. Prof. Dr. med. habil. Axel Schlitt
apl. Prof. Dr. med. habil. Axel Schlitt

Michael Groß, Markus Seige, Petra Schirdewahn, Daniel Sedding, Sebastian Nuding, Simone Heinemann-Meerz, Axel Schlitt

Einleitung

Die mittlerweile 4. kardiologische und herzchirurgische Konsensuskonferenz Sachsen-Anhalt fand diesmal im Rahmen der Mitteldeutschen Herztage in Halle am 29.06.2019 statt. Eingeladen hatten erneut die Präsidentin der Ärztekammer Sachsen-Anhalt und in Halle niedergelassene Kardiologin Simone Heinemann-Meerz und Axel Schlitt aus der Rehabilitationsklinik Paracelsus-Harz-Klinik Bad Suderode, sowie als Ausrichter das Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III. Im Gegensatz zu den vorherigen Konferenzen war das Format offen für die teilnehmenden Ärzte der Mitteldeutschen Herztage.

Folgende Themen wurden diskutiert:

  • Gerinnungshemmende Therapie bei Patienten mit Indikation zur oralen Antikoagulation nach koronarer Stentimplantation.
  • Vorhofseptumverschluss bei Patienten mit nachgewiesenem PFO (persistierendes Foramen ovale) oder ASD (Vorhofseptum) nach kryptogenem Schlaganfall
  • MitraClip®-Implantation bei Patienten mit hochgradiger Mitralklappeninsuffizienz
  • Vorhofflimmerablation

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Minimal-invasive Versorgung von Bauchwandbrüchen

Dr. med. Ralf Michael Wilke
Dr. med. Ralf Michael Wilke
(Foto: Autor)

Aktuelle Trends aus der Hernienchirurgie

Wilke, R.
Klinik für Allgemein-, Viszeralchirurgie und Proktologie, Asklepios Klinikum Weißenfels


Einleitung

Die Hernie ist eine der häufigsten Erkrankungen im klinischen Alltag, sowohl in der Praxis, wie auch im Krankenhaus. Das Erkennen, die Operationsindikation als auch die operative Versorgung der Leistenhernie lässt sich einfach nachvollziehen. Weitaus schwieriger gestaltet sich dies bei der Bauchwandhernie. Nicht nur, dass die Patienten über erhebliche Komorbiditäten verfügen, auch ist die Erhebung des Befundes und die Ableitung der Notwendigkeit einer Operation für jeden Arzt schwierig abzuschätzen. Hinzu kommt, dass viele Patienten einem sich wandelnden Lifestyle unterliegen, mit dem Wunsch einer funktionell und kosmetisch ansprechenden Optik. Auch junge Patienten haben zunehmend den Anspruch, störende Defekte der Bauchdecke möglichst schonend versorgt zu wissen.

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Materialassoziierte Nicht-Anastomosenaneurysmen als Langzeitfolge von Polyesterprothesen

Dr. med. Udo Barth
Dr. med. Udo Barth (Foto:Autor)

Kurzreview auf Basis einer systematischen Literaturrecherche (#)
(#) Das Manuskript wird Herrn Prof. Helmut Zühlke gewidmet.

Barth U., Meyer F.*, Halloul Z.*
Aus dem Arbeitsbereich Gefäßchirurgie, Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie,
Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R., Magdeburg
*) Die Autoren sind gleichberechtigte „senior authors“.


Einleitung

Polyester Polyethylenterephthalat (Dacron) wird seit seiner Einführung 1957 als Gefäßersatz verwendet (20). Im Allgemeinen wird in gewebte und gestrickte Prothesen untergliedert. Gewebte Prothesen werden wegen der Festigkeit im Brust-/Bauchbereich und gestrickte Dacron-Prothesen im Abdomenbereich und peripheren Gefäßen verwendet. Die Begriffe „Weave Knit, Double Velor, Reverse Locknit oder Tricot Knit“ stehen für die jeweilige Art der Stricktechnik und Führung der Fäden in Strickprothesen.

In den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde häufig die gestrickte Dacron-Prothese mit Kollagenbeschichtung, mechanischer Aufrauhung und eingearbeiteten Velourfäden im femoro-poplitealen Bereich zur Rekonstruktion im Rahmen der operativen Behandlung einer pAVK eingesetzt. Bei langfristiger Anwendung von Dacron-Gefäßtransplantaten in peripheren Gefäßen ist eine Veränderung des Prothesenmaterials möglich. Die Gründe können multifaktoriell sein: Hydrolyse, Erosion, Klemmung oder Beschädigung während des Herstellungsprozesses (14). In seltenen Fällen kann dies zu nicht-anastomotischen Prothesenaneurysmen, d. h. Aussackungen der Prothese außerhalb des Anschlussbereiches an das Originalgefäß, mit Komplikationen einer Ruptur oder einem Bypassverschluss durch Thrombuswanderung führen.

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Die Krebsmortalität in Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. med. Andreas Stang
Prof. Dr. med. Andreas Stang
Foto: Photograph Martin Kaiser, Universitätsmedizin Essen

Eine Bestandsaufnahme und ein Ausblick

Prof. Dr. med. Andreas Stang, MPH 1,2
1  Zentrum für Klinische Epidemiologie; Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 55, 45147 Essen
2  School of Public Health, Department of Epidemiology, Boston University, 715 Albany Street, Talbot Building, Boston, MA 02118, USA


Zusammenfassung


Das Land Sachsen-Anhalt (LSA) ist seit vielen Jahren eines der Bundesländer mit der höchsten Gesamtmortalität. Es wurden die aktuellen amtlichen Daten des Jahres 2016 der unikausalen Todesursachenstatistik des LSA und der Bundesrepublik Deutschland zur Beschreibung des Krebsgeschehens herangezogen.

Im Jahre 2016 verstarben in der Bevölkerung des LSA insgesamt 15.701 Männer und 15.752 Frauen. Das LSA hat die höchste altersstandardisierte Gesamtmortalität bei Männern und Frauen. Auch für die Krebs- und Herzkreislaufmortalität hat das LSA bei Männern die höchsten Mortalitätsraten. Bei der weiblichen Bevölkerung weicht die Krebsmortalitätsrate nicht vom Bundesdurchschnitt ab, während die Herzkreislaufmortalitätsrate die höchste in der BRD ist. Die erhöhte Krebsmortalität im LSA ist bei Männern ganz besonders auf die Tabakrauch-assoziierten Krebserkrankungen zurückzuführen (Lungenkrebs, Magenkrebs, Dickdarmkrebs, Kopf-Hals-Malignome). Eine Intensivierung der Verhältnis- und Verhaltensprävention zur Raucherentwöhnung kann einen günstigen Effekt auf die Krebs- als auch Herzkreislaufmortalität haben.

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Die posteriore retroperitoneoskopische Adrenalektomie

Dr. med. Manuela Petersen
Dr. med. Manuela Petersen
Foto: Universitätsklinikum Magdeburg

Petersen, M.1; Wolff, St.1; Klose, S.2; Croner, R. S.1
1    Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Gefäß- und Transplantationschirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg A. ö. R
2    Klinik für Nieren- und Hochdruckkrankheiten, Diabetologie und Endokrinologie, Universitätsklinikum Magdeburg A. ö. R

Die Inzidenz zufällig entdeckter Raumforderungen der Nebenniere ist aufgrund häufiger durchgeführter Bildgebungen in den letzten 30 Jahren vermeintlich angestiegen (2).

Neben der Präzisierung der Diagnostik mit entsprechender Entitätszuordnung veränderte sich die Nebennierenchirurgie, in der die minimal-invasiven Techniken das offen-chirurgische Vorgehen weitestgehend abgelöst haben. Die minimal-invasive Adrenalektomie gilt heute als der Goldstandard bei gutartigen Nebennierentumoren.

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