Die Spezifische Immuntherapie bei Patienten mit allergischen Krankheitsbildern

Boris HaxelHaxel  B.1,
1    AMEOS Klinikum Haldensleben, Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Allergische Erkrankungen nehmen europaweit zu, so kann man heute davon ausgehen, dass jeder 4. Einwohner von einer Allergie betroffen ist [1]. Darunter zählen in erster Linie IgE-vermittelte Akutreaktionen auf die häufigsten Allergene wie frühblühende Bäume (Birke, Erle, Hasel), Gräser und Roggen, Hausstaubmilben, Tierhaare, Schimmelpilze und Kräuter.

Seltener, aber teils akut lebensbedrohend, kommen allergische Reaktionen auch auf Insektengifte (vor allem Biene und Wespe), Nahrungsmittel (z.B. Erdnuss) und Medikamente (Antibiotika, Kontrastmittel) vor.

Davon müssen pseudoallergische Reaktionen oder Intoleranzen abgegrenzt werden: Diese können ähnliche Symptome auslösen, denen aber kein Antikörper-vermittelter Mechanismus zugrundeliegt. Als Beispiele seien die Laktoseintoleranz oder die Acetylsalicylsäure(ASS)-Intoleranz genannt.

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Führt der DNA-Test aus mütterlichem Blut zur stärkeren pränatalen Selektion des Down-Syndroms?

Dr. med. A. RißmannSchade K.1, Rißmann A.2
1    Institut für Community Medicine, Abteilung für Versorgungsepidemiologie
    und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald
2    Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt, an der Medizinischen Fakultät der
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Problemstellung

Thema aktueller Diskussionen ist der 2012 in Deutschland eingeführte molekulargenetische Test zur Detektion fetaler DNA-Fragmente aus dem mütterlichen Blut zur pränatalen Diagnostik einer Aneuploidie des Ungeborenen. Vor allem die Trisomie 21, als häufigste Chromosomenaberration mit guter Lebenserwartung, wird dabei angeführt. Ein Hauptargument der Testgegner ist die mögliche pränatale Selektion und daraus folgende Diskriminierung Behinderter [1, 2]. Dabei werden für die Rate der induzierten Aborte oft internationale Daten zitiert, was bei den verschiedenen gesetzlichen Gegebenheiten eine beschränkte Aussagekraft für die deutsche Diskussion hat.

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Mobile ECMO/ECLS-Therapie bei Patienten mit kardiopulmonalen Organversagen

Prof. Dr. med. Christoph Raspé

Daten des Halleschen Extrakorporalen Life Support Programm

Raspé C.1, Steinke T.1, Werdan K.2, Nuding S.2, Rückert F.3, Neitzel T.3, Stiller M.3, Silber R.3,
Gielen S.2, Nestler F.1, Bucher M.1, Metz D.3, Frantz S.2, Rath S.1, Groß I.1, Bushnaq H.3
1 Universitätsklinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin, Universitätsklinikum Halle (Saale)
2 Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Halle (Saale)
3 Universitätsklinik und Poliklinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Universitätsklinikum Halle (Saale)

Einleitung

Trotz allen medizinischen Fortschritts sowie Implementierungen von aktuellen Leitlinien [1] bleibt das kardiopulmonale Organversagen, ungeachtet der Ätiologie, eine der führenden Todesursachen in der Intensivmedizin. Die Letalität ist mit bis zu 70 % unverändert hoch. [2-9] Jüngste Behandlungsstrategien sehen den Einsatz mechanischer, extrakorporaler Systeme zur Herz-/Lungenunterstützung vor, die mit einer niedrigeren Letalität im Vergleich zur bisherigen Therapie assoziiert sind. [10-12] Diese Geräte ermöglichen eine unmittelbare Verbesserung der systemischen Perfusion und Oxygenierung. [8, 9, 13]

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Die Prävalenz von Hörstörungen bei Frühgeborenen

Profilbild C. Franckin Sachsen-Anhalt und deren pädaudiologische Diagnostik

Franck, C. 1, Vorwerk ,W. 2, 4, Köhn, A. 3, 4, Rißmann, A. 3, 4, Vorwerk, U. 1, 4
1 Univ. HNO-Klinik, Otto-von-Guericke Universität Magdeburg
2 Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie, HNO-Klinik, Klinikum Braunschweig
3 Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt
4 Verein „Sachsen-Anhalt hört früher e.V.“

Einleitung

Angeborene Hörstörungen mit im schlimmsten Fall drohender schwerer Entwicklungsschädigung und der Folge lebenslanger Behinderung sind in Deutschland mit einer Prävalenz von ungefähr 1,2 ‰ aller Lebendgeburten häufiger als angeborene Stoffwechselerkrankungen, für die schon seit Jahrzehnten ein GKV-finanziertes Screeningprogramm etabliert ist. Die Verfügbarkeit einer unkomplizierten, diagnostisch sicheren Nachweismethode und der nach Diagnosestellung sofort ersichtliche Behandlungserfolg bei einigen Stoffwechselstörungen ließen die Blutuntersuchung aller Neugeborenen schon früher bei Fachpersonal, Eltern und Laien als gerechtfertigt erscheinen. Demgegenüber wurde das universelle Neugeborenenhörscreening erst am 1. Januar 2009 deutschlandweit durch Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) eingeführt.

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Kommen und Gehen

Profilbild Jens AbendrothErste Ergebnisse einer Studie zu Berufswegen von Ärzten in Sachsen-Anhalt

Abendroth J., Fuchs S., Wienke A., Klement A.
Sektion Allgemeinmedizin, Profilzentrum Gesundheitswissenschaften
Medizinische Fakultät Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Einleitung

Die Sicherstellung der medizinischen Versorgung der Bevölkerung und Mangel an ärztlichem Nachwuchs in Mitteldeutschland sind Dauerthemen in Medien und Politik. Aktuelle Bedarfsanalysen zeigen aufgrund wachsender alterungsbedingter Morbidität einen steigenden Bedarf nach ärztlicher Arbeitskraft trotz sinkender Bevölkerungszahlen (4, 5).

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