Schmerz

Mechanismen der Chronifizierung und therapeutische OptionenProfilbild Dr. Wieser

Wieser, T.
AWO Fachkrankenhaus Jerichow

Schmerz ist eine wesentliche Voraussetzung zum Erhalt unserer körperlichen Integrität. Der Regelfall – ein akuter Schmerz tritt auf, eine Diagnose wird gestellt und eine Therapie eingeleitet – ist tägliche Routine. Der Prozess der „Heilung“ mag da zeitlich variabel sein, letztendlich wird jedoch der Ausgangswert (Schmerzfreiheit) erreicht. Dies passiert täglich millionenfach, meist wahrscheinlich sogar ohne ärztliches Eingreifen. Ist ein solches doch notwendig, so ist die Medizin, ist unser Gesundheitssystem darauf gut vorbereitet.

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Bouveret-Syndrom

Prof. Dr. med. Steffen Rickes

Endoskopische Therapie eines sonographisch diagnostizierten hohen Gallensteinileus

Kolfenbach, S., Rauh, P., Ensberg, D., Rickes, S.
Helios Bördeklinik GmbH Oschersleben, Ortsteil Neindorf, Klinik für Innere Medizin

Einleitung

Im Folgenden soll der seltene Fall eines gallensteinbedingten hohen Ileus und seine endoskopische Behandlung dargestellt werden. Diese Ileusform wurde erstmalig im Jahr 1896 durch den französischen Arzt Léon Bouveret beschrieben [1]. Die Erkrankung wird deshalb auch als Bouveret-Syndrom bezeichnet.

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Benzodiazepinabhängigkeit im Alter

Dr. med. Lukas ForschnerForschner, L.
Medinet GmbH Fachklinik Alte Ölmühle, Magdeburg

In den letzten Jahren haben wir eine Zunahme von älteren Menschen mit Medikamentenabhängigkeit feststellen können, die in die Fachklinik Alte Ölmühle nach Magdeburg in Behandlung gekommen sind. Hintergrund könnte einerseits die demografische Entwicklung aber auch eine Zunahme von Suchtproblemen im Alter sein. Ziel des Artikels ist es, sowohl auf den Behandlungsbedarf wie auf die Behandlungsmöglichkeiten am Beispiel von Benzodiazepinabhängigkeit hinzuweisen.

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Renale Denervierung – Quo vadis?

Alexander PlehnPlehn, A.
Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Poliklinik für Innere Medizin III

Einleitung

Die optimale Therapie der arteriellen Hypertonie bleibt trotz einer Vielzahl zur Verfügung stehender Medikamente eine große Herausforderung und der Zielwert wird bei vielen Patienten nicht erreicht, obwohl der Zusammenhang zwischen Bluthochdruck und kardiovaskulären Ereignissen heutzutage unumstritten ist. Die Gründe für das mangelnde Erreichen des Zielblutdrucks sind vielfältig und beinhalten Compliance-Probleme und Medikamentennebenwirkungen, aber auch ein medikamentöses Therapieversagen. Bei der therapierefraktären arteriellen Hypertonie hat das Ungleichgewicht des vegetativen Nervensystems zugunsten des Sympathikus eine übergeordnete Bedeutung. Die Notwendigkeit, Menschen mit einer therapierefraktären arteriellen Hypertonie adäquat behandeln zu können, und das Wissen, durch eine Reduzierung der Sympathikusaktivität auch eine Reduzierung des Blutdrucks zu erreichen, haben zur Entwicklung der kathetergestützten renalen Sympathikusdenervation (kurz: „renale Denervierung“ / RDN) geführt. Dabei werden sympathische Nervenfasern entlang der Nierenarterien mit Hilfe eines Katheters abladiert (Abbildung 1).

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Die Behandlung des chronischen Lymphödems – ein ambulantes Versorgungsproblem

Dr. med. Tobias HirschAus der Arbeit der Qualitätsnetzwerke Lymphologie in Sachsen-Anhalt

Hirsch, T1, Schleinitz, J.2

1Praxis für Innere Medizin und Gefäßkrankheiten, Venen Kompetenz-Zentrum®, Halle (Saale)
2Arztpraxis Dr. Schleinitz, Lützen

Das Lymphödem – Krankheit oder Verlegenheitsdiagnose?

Als chronisches Lymphödem bezeichnet man die Einlagerung eiweißreicher Flüssigkeit im Interstitium. Verursacht wird ein solches Ödem durch eine gestörte Funktion des Lymphgefäßsystems in Folge Trauma (Operation), Entzündung, Parasitenbefall oder hereditärer Faktoren. Die epidemiologischen Daten zum Lymphödem in der westlichen Welt gehen sehr weit auseinander. In Deutschland wird die Zahl der Erkrankten auf 4,5 Mio. geschätzt (Földi 2004). In der Bonner Venenstudie wurde bei 1,1% der untersuchten Männer und 2,4% der Frauen ein Lymphödem diagnostiziert (Rabe et al. 2003). Auf die Bevölkerung von Sachsen-Anhalt bezogen, könnte eine Anzahl Erkrankter von ca. 40.000 bis 100.000 zu Grunde gelegt werden.

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