Führt der DNA-Test aus mütterlichem Blut zur stärkeren pränatalen Selektion des Down-Syndroms?

Dr. med. A. RißmannSchade K.1, Rißmann A.2
1    Institut für Community Medicine, Abteilung für Versorgungsepidemiologie
    und Community Health, Universitätsmedizin Greifswald
2    Fehlbildungsmonitoring Sachsen-Anhalt, an der Medizinischen Fakultät der
    Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Problemstellung

Thema aktueller Diskussionen ist der 2012 in Deutschland eingeführte molekulargenetische Test zur Detektion fetaler DNA-Fragmente aus dem mütterlichen Blut zur pränatalen Diagnostik einer Aneuploidie des Ungeborenen. Vor allem die Trisomie 21, als häufigste Chromosomenaberration mit guter Lebenserwartung, wird dabei angeführt. Ein Hauptargument der Testgegner ist die mögliche pränatale Selektion und daraus folgende Diskriminierung Behinderter [1, 2]. Dabei werden für die Rate der induzierten Aborte oft internationale Daten zitiert, was bei den verschiedenen gesetzlichen Gegebenheiten eine beschränkte Aussagekraft für die deutsche Diskussion hat.

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