Minimalinvasive onkologische Thoraxchirurgie

Dr. med. Patrick Zardo
Dr. med. Patrick Zardo

Status quo und Zukunftsausblick

Zardo P., Busk H., Tawab G. und Kutschka I.
Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

An dieser Stelle soll eine kritische Bestandsaufnahme der minimalinvasiven onkologischen Thoraxchirurgie in Deutschland erfolgen, die sicherlich im internationalen Vergleich noch über erhebliches Entwicklungspotential verfügt, und das aktuell innovativste thoraxchirurgische Verfahren vorgestellt werden.

Wie in einer Reihe anderer Fachdisziplinen auch, gewinnen minimalinvasive Operationstechniken in der Thoraxchirurgie zunehmend an Bedeutung. Seit Erstbeschreibung einer anatomischen Lungenlappenresektion in Video-assistierter Technik (sogenannte VATS-Lobektomie; VATS = Video-assisted Thoracic Surgery) Anfang der 90er Jahre [1] setzt sich dieses  Verfahren gegen anfängliche Bedenken nun schrittweise in Deutschland durch. Ursprüngliche Hauptargumente gegen videoassistierte onkologische Operationen an der Lunge waren eine vermeintlich suboptimale Übersicht während des Eingriffes sowie Sorgen hinsichtlich der notwendigen Radikalität bei Tumorresektion und Lymphadenektomie. Durch eine Reihe klinischer Studien konnte inzwischen belegt werden, dass dieses Operationsverfahren aus onkologischer Sicht den klassischen „offenen“ Techniken ebenbürtig ist und zusätzlich in Bezug auf postoperative Morbidität und Mortalität relevante Vorteile bietet [2-5]. So haben Patienten nach VATS-Lobektomie nicht nur deutlich weniger Schmerzen, sondern auch relevant seltener Vorhofflimmern, Atelektasen, Luftlecks sowie Pneumonien, was in Summe zu kürzeren postoperativen Liegezeiten führt [6, 7].

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