Die interventionelle Therapie des akuten Schlaganfalles mittels „Stentretriever“

OA Dr. med. Silvio Brandt
OA Dr. med. Silvio Brandt

Brandt S. 1, Müller T. 2
1 Martin-Luther-Universität Halle, Klinik für Diagnostische Radiologie
2 Martin-Luther-Universität Halle, Klinik und Poliklinik für Neurologie

Fast 300 000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall (Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe). Meist sind die Betroffenen über 50 Jahre alt, aber auch jüngere Patienten unter 45 Jahren sind mit knapp 4 % davon zunehmend betroffen (Rolfs et al. 2011). Ein Anstieg der Zahlen kann zudem durch die zunehmende Alterung der Bevölkerung verzeichnet werden (Foerch et al. 2008).

Die überwiegende Ursache eines ischämischen Schlaganfalles ist ein Verschluss einer intrakraniellen hirnversorgenden Arterie. Unabhängig von der Lokalisation des Gefäßverschlusses kann die systemische Thrombolyse als rekanalisierende Therapie erfolgen. Im Falle eines Verschlusses einer Hirnbasisarterie gelingt die Rekanalisation durch systemische Thrombolyse jedoch nur in 4 bis ca. 30 %, wobei die Rekanalisationsraten für Verschlüsse der A. basilaris und der A. carotis interna am niedrigsten sind (del Zoppo et al. 1992). Diese relativ geringe Rekanalisationsrate ist eine der Ursachen dafür, dass trotz medikamentöser Lysetherapie ca. 30-50 % der Betroffenen mit einer bleibenden Behinderung leben müssen (NINDS, ECASS II, ECASS III Studien) und dass allein in den ersten vier Wochen nach dem Schlaganfall bis zu 25 % der Patienten versterben.

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