Chirurgie der thorakalen Hauptschlagader – aktuelle Konzepte

Prof. Dr. med. Jens Wippermann
Prof. Dr. med. Jens Wippermann (Foto: uk-koeln)

Prof. Dr. med. Jens Wippermann, Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R

Einleitung

Die Aorta ist das größte und damit wichtigste Gefäß im menschlichen Körper. Das Besondere an ihr ist die s. g. „Windkesselfunktion“, die für einen Druckausgleich zwischen dem schubweise aus dem Herzen ausgestoßenen Blutstrom und einer kontinuierlichen Organperfusion notwendig ist. Verschiedene Erkrankungen führen zu einem Verlust dieser Elastizität. In der Folge kann es dann zu einer Erweiterung des Gefäßes mit der Gefahr des Einreißens kommen.

Die Ruptur oder die Dissektion eines Aortenaneurysmas sind Notfallindikationen und bedürfen der sofortigen operativen Versorgung. Die Inzidenz eines Aortenaneurysmas beträgt 40/100.000 Einwohner. Die Inzidenz der Aortendissektion beträgt 3/100.000 Einwohner. In der Regel ist die Dissektion mit einer aneurysmatischen Erweiterung der Aorta verbunden. Sie ist unter Männern deutlich erhöht (65 %) und nimmt mit dem Patientenalter zu. Unbehandelt ist eine Typ-A Dissektion lebensbedrohend. Knapp die Hälfte der Patienten versterben kurz nach Entritt des Ereignisses und im unmittelbaren Verlauf (2 %/Stunde). Hier ist rasches Handeln lebensrettend. Die prä- und frühpostoperative Mortalität ist auch in erfahrenen Zentren erhöht und beträgt 5-20 % [1].

Weiterlesen ...