Die Krebsmortalität in Sachsen-Anhalt

Prof. Dr. med. Andreas Stang
Prof. Dr. med. Andreas Stang
Foto: Photograph Martin Kaiser, Universitätsmedizin Essen

Eine Bestandsaufnahme und ein Ausblick

Prof. Dr. med. Andreas Stang, MPH 1,2
1  Zentrum für Klinische Epidemiologie; Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Universitätsklinikum Essen, Hufelandstraße 55, 45147 Essen
2  School of Public Health, Department of Epidemiology, Boston University, 715 Albany Street, Talbot Building, Boston, MA 02118, USA


Zusammenfassung


Das Land Sachsen-Anhalt (LSA) ist seit vielen Jahren eines der Bundesländer mit der höchsten Gesamtmortalität. Es wurden die aktuellen amtlichen Daten des Jahres 2016 der unikausalen Todesursachenstatistik des LSA und der Bundesrepublik Deutschland zur Beschreibung des Krebsgeschehens herangezogen.

Im Jahre 2016 verstarben in der Bevölkerung des LSA insgesamt 15.701 Männer und 15.752 Frauen. Das LSA hat die höchste altersstandardisierte Gesamtmortalität bei Männern und Frauen. Auch für die Krebs- und Herzkreislaufmortalität hat das LSA bei Männern die höchsten Mortalitätsraten. Bei der weiblichen Bevölkerung weicht die Krebsmortalitätsrate nicht vom Bundesdurchschnitt ab, während die Herzkreislaufmortalitätsrate die höchste in der BRD ist. Die erhöhte Krebsmortalität im LSA ist bei Männern ganz besonders auf die Tabakrauch-assoziierten Krebserkrankungen zurückzuführen (Lungenkrebs, Magenkrebs, Dickdarmkrebs, Kopf-Hals-Malignome). Eine Intensivierung der Verhältnis- und Verhaltensprävention zur Raucherentwöhnung kann einen günstigen Effekt auf die Krebs- als auch Herzkreislaufmortalität haben.

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