Fortschritte in der Suchttherapie

Forschner, L., Medinet GmbH Fachklinik Alte Ölmühle, Magdeburg

Die neuen Zugangswege in die Rehabilitation für Abhängigkeitskranke geben Hausärzten neue Möglichkeiten

Einleitung

Nicht erst seit der Greifswalder Studie, die im Oktober 2012 in der Presse zitiert wurde, ist bekannt, dass alkoholkranke Menschen eine deutlich geringere Lebenserwartung haben. In dem Bericht des Ministeriums für Gesundheit und Soziales Sachsen-Anhalt zum Thema „Alkoholbezogene Krankheitslast und Sterblichkeit in Sachsen-Anhalt“ von 2008 wurden Fakten vorgelegt, die zum Handeln aufforderten. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt war in Sachsen-Anhalt die Anzahl alkoholbedingter Krankenhausbehandlungen deutlich höher. Die Frühberentung durch alkoholbedingte Erkrankungen war 1,8-mal höher, es starben 1,7-mal häufiger Menschen an alkoholbedingter Lebererkrankung und gleichzeitig wurden weniger Entwöhnungsbehandlungen eingeleitet (1). 80% der alkoholabhängigen Menschen haben mindestens einmal im Jahr Kontakt zu einem Hausarzt, einem praktischen Arzt oder einem Internisten. Bei den Menschen mit Alkoholmissbrauch lag diese Rate bei 67,4% (2). Viele Betroffene erhalten also trotz eines gut definierten Suchthilfesystems keine ausreichende suchtspezifische Behandlung. Ziel dieses Artikels ist es, auf die neuen Wege in eine Entwöhnungsbehandlung und die Notwendigkeit weiterer Anstrengungen, suchtmittelabhängige Menschen für diese zu motivieren, hinzuweisen.

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