Retrosternaler Schmerz, Schluckstörung und Regurgitation ohne Achalasie: Ösophago-gastrische Abflussstörung

Perorale endoskopische Myotomie (POEM) nach klinisch erfolgreicher Botulinumtoxin-Injektion in den unteren Ösophagussphinkter

Dr. Bert Hanke (Foto: Autor)
Dr. Bert Hanke (Foto: Autor)

D. Ensberg*, Th. Lalla**, B. Hanke*
Helios Bördeklinik, Oschersleben
* Zentrum für Innere Medizin; ** Chirurgie


Einleitung und Zielsetzung

Die Achalasie mit Leitsymptom Dysphagie lässt sich heute mit modernen Funktionsuntersuchungen wie der High-Resolution-Manometrie (HRM) in drei Subklassen einteilen. Die Diagnosekriterien sind nach den Chicago-Kriterien definiert. Die neue Leitlinie der European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) fasst die Studien zur fachgerechten Behandlung zusammen.

Allerdings finden sich immer wieder Grenzbefunde wie die ösophago-gastrische Abflussstörung. Dieser Befund ist charakterisiert durch eine fehlende Relaxation des unteren Ösophagussphinkters. Die typischen Zeichen der Achalasie in Bezug auf den tubulären Ösophagus fehlen: Fehlende tubuläre Peristaltik (Typ I), simultane tubuläre Peristaltik (Typ II) oder vermehrte spastische Kontraktionen des tubulären Ösophagus (Typ III). Der klinische Schweregrad ist variabel und reicht von nicht vorhandenen Symptomen bis zur schweren Dysphagie. Teils ist der Befund selbstlimitierend, teils über Jahre persistierend mit Entwicklung einer Achalasie. Handlungsrichtlinien existieren nicht. Mittels probatorischer Botulinumtoxin-Injektion in den unteren Ösophagussphinkter und Erfassung des klinischen Symptomenscores vor und nach Therapie, inklusive dem Relaps nach primär klinisch erfolgreicher Therapie, lässt sich die Prognose einer invasiveren Therapie mit pneumatischer Ballondilatation, Hellerscher Myotomie oder peroral endoskopischer Myotomie abschätzen.

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