Prof. Dr. med. Thomas Fischer
Prof. Dr. med. Thomas Fischer

Mikusko, M. 1; Bartsch, R. 1; Wolleschak, D. 1; Wehde, N. 1; Lux, A.2; Kropf, S.2; Schraven, B. 3, 4, 5;
Mougiakakos, D .1,4;Fischer, T. 3, 4, 5, 6

1 Klinik für Hämatologie und Onkologie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
2 Institut für Biometrie und Medizinische Informatik, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
3 Institut für Molekulare und Klinische Immunologie, Medizinische Fakultät, Otto-von- Guericke-Universität, Magdeburg
4 Gesundheitscampus Immunologie, Infektiologie und Entzündung (GCI3), Otto-von-Guericke-Universität, Magdeburg
5 Center for Health and Medical Prevention (CHaMP), Otto-von-Guericke Universität, Magdeburg
6 Prof. Dr. med. Thomas Fischer, Institut für Molekulare und Klinische Immunologie, Medizinische Fakultät,
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Einleitung

Nach WHO-Kriterien (World Health Organization) ist Anämie als eine Hämoglobin-Konzentration von weniger als 8,1 mmol/l (13,0 g/dl) bei erwachsenen Männern und weniger als 7,5 mmol/l (12,0 g/dl) bei nicht schwangeren erwachsenen Frauen definiert (1).

Die Anämie ist eine der häufigsten Befunde beim älteren Menschen (2 – 11). In einer populationsbasierten Studie an 4.199 Individuen mit einem Alter von mehr als 65 Jahren aus den USA wurde bei Frauen eine Anämieprävalenz von 10,2 % und bei Männern von 11,0 % ermittelt (2). Zwischen dem 75. und 84. Lebensjahr stieg die Prävalenz stark an und erreichte bei den Frauen 20 % und bei den Männern 15,7 % (2).

In einer Metaanalyse von 27 Studien aus den sogenannten entwickelten Ländern mit insgesamt 69.975 in der Häuslichkeit lebenden Personen älter als 65 Jahre wurde in 12 % der Individuen eine Anämie ermittelt (3). Demgegenüber zeigten aktuellere populationsbasierte Studien aus Deutschland, Niederlande und Schweden deutlich niedrigere Prävalenzen (9 – 11): in der deutschen Nixdorf-Studie aus Essen, Bochum und Mühlheim an der Ruhr wurde bei den über 65-Jährigen (N = 1406) eine relativ niedrige Prävalenz von 4,3 % für beide Geschlechter festgestellt (9). Für die Niederlande wurde die Anämie-Prävalenz ebenfalls niedrig mit 3,0 % und 2,7 % für Frauen und Männer älter als 60 Jahre (N = 18667) und mit 4 % und 5 % bei Individuen jenseits der 70 Jahre (N = 3901) angegeben (10).

Für Sachsen-Anhalt, das in besonderer Weise dem demografischen Wandel unterliegt, wurden unseres Wissens nach in den letzten 30 Jahren keine populationsbasierten Studien zur Ermittlung der Anämie-Prävalenz publiziert. Aus Sicht der Gesundheitsfürsorge ist dies aber von besonderem Interesse, da neuere große populationsbasierte Untersuchungen belegen, dass auch milde Anämien beim älteren Menschen mit einer erhöhten Gesamtmortalität und insbesondere mit einer erhöhten kardiovaskulären und Malignom-assoziierten Mortalität einhergehen (11). Weiterhin steigt bei Vorliegen einer Anämie die Hospitalisierungsrate und die Entwicklung einer Depression oder einer Demenz ist signifikant erhöht (4, 7, 8, 12). So wurde z. B. in der Längsschnittbeobachtungsstudie von Atti et al (4) sowohl eine Assoziation zwischen Anämie und Entwicklung einer Demenz als auch eine höhere Mortalität bei Anämie nachgewiesen.

Die vorliegende Arbeit berichtet über die Ergebnisse der „Teleblut“-Studie, die die Anämie-Prävalenz bei sich gesund fühlenden Probanden mit einem Alter ab 50 Jahren im nördlichen Sachsen-Anhalt untersucht hat.

Probanden und Methoden

„Teleblut“-Studie

Die „Teleblut“-Studie ist eine prospektive populationsbasierte Querschnittsstudie und Teilprojekt des Forschungsverbundes „Autonomie im Alter“, welcher vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wurde. Die Konzeption der Studie erfolgte nach den Kriterien der Deklaration von Helsinki für Biomedizinische Forschung von 1964 des Weltärztebundes und ihren „Amendments“. Alle Probanden wurden ausführlich aufgeklärt und unterschrieben eine Einwilligungserklärung.

Die Studie erhielt ein positives Votum der Ethikkommission der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (Aktenzeichen 102/16). Die Studie ist beim Deutschen Register Klinischer Studien unter der Nummer DRKS 00010882 registriert. Die Datenerhebung wurde von 4/2016 bis 3/2019 durchgeführt.

Studienpopulation
Die Akquise der Probanden erfolgte in den Landkreisen des nördlichen Sachsen-Anhalts – Jerichower Land, Stendal, Börde, Harz und dem Altmarkkreis Salzwedel. Über die Koordinationsstelle der Studie wurden die Bürgermeister der Gemeinden in den angeführten Landkreisen angesprochen. Nach den Terminvereinbarungen erfolgte die Mitteilung über die lokale Presse, Informationstafeln in den Ortschaften, Gemeindegebäuden und anderen Quellen (Präsenz der Gemeinden in den sozialen Netzwerken etc.). Zusätzlich erfolgte der Erwerb von 1.000 Anschriften potenziell geeigneter Teilnehmer über das Einwohnermeldeamt der Stadt Magdeburg und das Anwerben im Rahmen von größeren Gesundheitsveranstaltungen in den oben genannten Landkreisen. Die Probanden wurden initial pseudonymisiert.

Analytische Prozesse
Die Analyse und Auswertung aus dem Kapillarblut erfolgte über das Hämatologische Speziallabor der Klinik für Hämatologie und Onkologie des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. mittels Siemens (München, Deutschland) ADVIA Gerät, Typ ABX Micros60. Das Hämatologische Speziallabor ist gemäß dem Standard der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert. Der Blutbildbefund aus dem kapillären Blut wurde direkt vor Ort durch einen ärztlichen Kollegen zusammen mit den Probanden ausgewertet und besprochen. Bei Vorliegen einer Abnormalität wurde den Probanden die Vorstellung bei ihrem Hausarzt empfohlen. Die Proben zur Analyse der Serumparameter wurden am Institut für Klinische Chemie am Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R. bearbeitet. Das Institut ist ebenfalls DAkkS akkreditiert. Die Eingabe der schriftlich erfassten epidemiologischen Informationen und die Pseudonymisierung der Daten erfolgte in einer auf Microsoft Access-(Microsoft, Redmond, WA, USA) basierenden Datenbank durch dafür geschultes Personal. Alle angegebenen Informationen wurden mindestens einmal in einem Kontrollprozess verifiziert.

Statistik
Die statistische Planung und Auswertung erfolgte am Institut für Biometrie und Medizinische Informatik des Universitätsklinikums Magdeburg A.ö.R. Die statistischen Berechnungen wurden mittels der Software IBM (Armonk, NY, USA) SPSS in Version 26 durchgeführt. Aufgrund des Querschnitt-Designs der erhobenen Daten handelte es sich insbesondere um die Berechnung von Konfidenzintervallen zu ermittelten Prävalenzen und Distributionen der gemessenen Werte. Dies wurde mittels „bootstrapping“ unter Verwendung der „bias corrected and accelerated“-Methode (BCa-Methode) durchgeführt. Die initiale Festlegung der erforderlichen Fallzahlen wurde anhand vermuteter Frequenz (15 %) und Genauigkeit der Schätzung (2,5 %) für das Vorliegen einer Anämie mittels der Software nQuery Advisor von Statistical Solutions Ltd. (Boston, MA, USA) errechnet und betrug für die Bestimmung der Anämie-Prävalenz 784 Fälle.

Ergebnisse

Insgesamt wurden 872 Probanden ab einem Alter von 50 Jahren (577 Frauen und 295 Männer) in die Studie aufgenommen. In der gesamten Probanden-Population ließ sich eine Anämie-Prävalenz nach WHO-Kriterien von 7,8 % (95 % CI: 6,19 – 9,40) ermitteln (Tab. 1). Die Prävalenz bei den männlichen Teilnehmern lag höher und betrug 10,8 % (95 % CI: 7,80 – 14,24), während sie bei den Frauen mit 6,2 % (95 % CI: 4,51 – 7,97) bestimmt wurde. Bei beiden Geschlechtern überwogen die Fälle einer leichten Anämie nach WHO-Definition deutlich, diese waren knapp 6-mal häufiger als die Prävalenz der mäßig-gradigen Anämie. Hervorzuheben ist auch, dass keine schweren Anämien (Hämoglobin unter 4,97 mmol/l bzw. unter 80 g/l) im untersuchten Kollektiv nachweisbar waren.

In weiteren Analysen wurde das Vorkommen von Anämie in Abhängigkeit vom Alter, Nikotin- und Alkoholabusus, Sozialstatus, Bildungsstatus und Body Mass Index untersucht. Die Tabellen 2 und 3 zeigen den prozentualen Anteil der anämischen Probanden in Bezug zu den jeweiligen Attributen der epidemiologischen Variablen. Für alle analysierten Attribute wurden die Gruppengrößen ermittelt.

Bei der Betrachtung des Alters wurde die höchste Anämie-Prävalenz (8,3 %) bei den 50- bis 59-jährigen Frauen gefunden (Tab. 2). In den weiteren Altersgruppen (60- bis 69-Jährige, 70- bis 79-Jährige, 80- bis 89-Jährige) sind Prävalenzen von 5,3 %, 5 % und 6,9 % ermittelt worden. Der Befund „keine Anämie“ in der Gruppe der über 90-jährigen Frauen war wegen der geringen Gruppengröße (fünf Probandinnen) nicht auswertbar.

Bei der Analyse des Sozialstatus zeigte sich die höchste Anämie-Prävalenz bei den in Partnerschaft lebenden Frauen (12,8 %), gefolgt von den alleinlebenden Frauen (7,6 %). Die verheirateten Frauen lagen mit einer Anämie-Prävalenz von 5,7 % leicht unter der Gesamtprävalenz. Die niedrigste Anämie-Prävalenz boten mit 2,5 % die verwitweten Frauen.
Beim Alkoholabusus ließen sich in allen drei definierten Gruppen vergleichbare Anämie-Prävalenzen verzeichnen.

  Leichte Anämie (Grad I)
F 7,44 –  6,84 und
M 8,06 –6,84 mmol/l
(F 110 –119g/l
und M 110 –129 g/l)
Mäßig-gradige Anämie
(Grad II)
F+M 6,83 –  4,97 mmol/l
(80-109 g/l)
Schwere Anämie (Grad III)
F+M < 4,97 mmol/l
(< 80 g/l)
Gesamtzahl der Anämie-Fälle
F < 7,45 und
M < 8,07 mmol/l
(F < 120g/l und
M < 130 g/l)
Normale Werte
F 7,45 – 9,93 und
M 8,07 – 10,24 mmol/l
(F 120 – 160 g/l und
M 130 – 165 g/l)
Probandenzahl
Z (%)  58 (6,6)  10 (1,2)  0 (0)  68 (7,8 %)
95 % CI 6,19 – 9,40
792 (90,8)  872 
F (%)  31 (5,4)  5 (0,9)  0 (0)  36 (6,2 %)
95 % CI 4,51 – 7,97
540 (93,6)  577
M (%)  27 (9,2)  5 (1,7)  0 (0)  32 (10,8 %)
95 % CI 7,80 – 14,24
252 (85,4)  295

Tabelle 1: Gesamtprävalenz der Anämie (leichte, mäßig-gradige und schwere Anämie, Gesamtzahl der Anämien). Fallzahlen und prozentuale Anteile in Klammern.
Abkürzungen: Frauen (F), Männer (M) und zusammen (Z); 95 %-Konfidenzintervall: 95 % CI. Die Quersummen der Probanden mit Anämie und der Probanden mit normalen Werten ergibt nicht 100 %, da auch Personen mit erhöhtem Hämoglobin (Polyzythämien) ermittelt worden sind (Daten werden nicht gezeigt).    

 

Parameter / Attribute

 

Anämie Gr.I 

6,83-<7,45 mmol/l
(110-
119 g/l)

 

Anämie Gr.II 

4,97-<6,83 mmol/l  (80-109 g/l)

Anämie Gr.III 

<4,97 mmol/l

(<80 g/l)

Gesamtzahl der

Anämie-Fälle  

<7,45 mmol/l

(<120 g/l)

Hb > 7,45

Alter                              ** p [Jahre] =0,395

Abs.Zahl  / %

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

 

>50

  31/577

5,4%

5/577

0,9%

0/577

0%

36/577

6,2%

541/577

93,8%

 

50-59,9

13/193

6,7%

3/193

1,6%

0/193

0%

16/193

8,3%

177/193

91,7%

 

60-69,9

9/209

4,3%

2/209

1%

0/209

0%

11/209

5,3%

198/209

94,7%

 

70-79,9

7/141

5%

0/141

0%

0/141

0%

7/141

5%

134/141

95%

 

80-89,9

2/29

6,9%

0/29

0%

0/29

0%

2/29

6,9%

27/29

93,1%

 

>90

0/5

0%

0/5

0%

0/5

0%

0/5

0%

5/5

100%

 

>60

18/384

4,7%

2/384

0,5%

0/384

0%

20/384

5,2%

364/384

 94,8%

 

>70

9/175

5,1%

0/175

0%

0/175

0%

9/175

5.1 %

166/175

 94,9%

Nikotinabusus            
** p =0,412

 

 

 

 

 

 

ja 

6/64

9,4%

0/64

0%

0/64

0%

6/64

9,4%

58/64

90,6%

 

nein

25/507

4,9%

5/507

1%

0/507

0%

30/507

5,9%

477/507

94,1%

 

nicht angegeben

0/6

0%

0/6

0%

0/6

0%

0/6

0%

6/6

100%

Alkoholabusus           
** p=0,969

 

 

 

 

 

 

regelmäßig

4/59

6,8%

0/59

0%

0/59

0%

4/59

6,8%

55/59

93,2%

 

gelegentlich

18/304

5,9%

1/304

0,3%

0/304

0%

19/304

6,3%

285/304

93,8%

 

kein

8/207

3,9%

4/207

1,9%

0/207

0%

12/207

5,8%

195/207

94,2%

 

nicht angegeben

1/7

14,3%

0/7

0%

0/7

0%

1/7

14,3%

6/7

85,7%

Sozialstatus               
** p =0,116

 

 

 

 

 

 

allein lebend

8/119

6,7%

1/119

0,8%

0/119

0%

9/119

7,6%

110/119

92,4%

 

verheiratet

18/331

5,4%

1/331

0,3%

0/331

0%

19/331

5,7%

312/331

94,3%

 

verwitwet

1/80

1,3%

1/80

1,3%

0/80

0%

2/80

2,5%

78/80

97,5%

 

in Partnerschaft lebend

4/47

8,5%

2/47

4,3%

0/47

0%

6/47

12,8%

41/47

87,2%

 

nicht angegeben

0

0%

0

0%

0/577

0%

0

0%

0

0%

Ausbildungsstatus     
**
p =0,230

 

 

 

 

 

 

kein Abschluss

0/6

0%

0/6

0%

0/6

0%

0/6

0%

6/6

100%

 

Hauptschule/ Volksschule

4/73

5,5%

2/73

2,7%

0/73

0%

6/73

8,2%

67/73

91,8%

 

Realschule/ POS-Abschluss

10/289

3,5%

2/289

0,7%

0/289

0%

12/289

4,2%

277/289

95,8%

 

(Fach-) Abitur

4/66

6,1%

0/66

0%

0/66

0%

4/66

6,1%

62/66

93,9%

 

Hochschule

12/140

8,6%

1/140

0,7%

0/140

0%

13/140

9,3%

127/140

90,7%

 

nicht angegeben

1/3

33,3%

0/3

0%

0/3

0%

1/3

33,3%

2/3

66,7%

BMI *                            ** p [kg/m²]=0,554

 

 

 

 

 

 

<18

0/3

0%

1/3

33,3%

0/3

0%

1/3

33,3%

2/3

66,7%

 

18-24,9

16/232

6,9%

0/232

0%

0/232

0%

16/232

6,9%

216/232

93,1%

 

25-29,9

6/176

3,4%

3/176

1,7%

0/176

0%

9/176

5,1%

167/176

94,9%

 

>30

5/129

3,9%

1/129

0,8%

0/129

0%

6/129

4,7%

123/129

95,3%

 Tabelle 2: Anämie-Prävalenz bei Frauem in Abhängigkeit der untersuchten epidemiologischen Variablen.
Dargestellt sind die Absolutzahlen und die prozentualen Anteile der anämischen und nicht anämischen Probanden in den jeweiligen Kategorien.

Bezüglich des Nikotinabusus zeigte sich die Anämie-Prävalenz bei den rauchenden Probandinnen höher als bei den nicht rauchenden Teilnehmerinnen (9,4 % gegenüber 5,9 %). Hinsichtlich des Body Mass Index wurden vergleichbare Anämie-Prävalenzen in den einzelnen Kategorien beobachtet.

Bei den Männern erbrachte die Analyse dieser epidemiologischen Parameter in den jeweiligen Kategorien folgende Ergebnisse (Tab. 3).

Es ließ sicheine kontinuierliche Zunahme der Prävalenz der Anämie mit steigendem Alter beobachten. Die niedrigste Anämie-Prävalenz wurde bei den 50- bis 59-Jährigen mit 3,2 % und die höchste bei den 80- bis 89-Jährigen mit 25 % ermittelt. Die Gruppe der 90-Jährigen und Älteren wurde aufgrund der geringen Anzahl von nur zwei Probanden nicht berücksichtigt. Die Zunahme der Anämie-Prävalenz mit dem Alter wurde durch eine Distributionsanalyse über die definierten Alterskategorien als statistisch signifikant bestätigt (Kruskal-Wallis-Test; Daten beim Verfasser; werden nicht gezeigt).

Beim Sozialstatus waren die verwitweten Männer aufgrund der Gruppengröße nicht sicher beurteilbar. Bei den restlichen auswertbaren Attributen („alleinlebend“, „verheiratet“, „in Partnerschaft lebend“) wurden vergleichbare Anämie-Prävalenzwerte festgestellt.

Bei der Betrachtung des Body Mass Indexes lag die Anämie-Prävalenz bei den normalgewichtigen Männern höher als bei den Übergewichtigen und Adipösen (20 % gegenüber 7,1 % bzw. 9,5 %).

Parameter / Attribute

Anämie Gr. I 

6,83-<8,07 mmol/l

(110-129 g/l)

Anämie Gr. II 

4,97-<6,83 mmol/l
(80-
109 g/l)

Anämie Gr. III 

<4,97mmol/l (<80 g/l)

Gesamtzahl der Anämie-Fälle  

<8,07 mmol/l

(<130 g/l)

Hb > 8,07

Alter                           ** p=0,002

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

Abs.Zahl / %

 

>50

27/295

9,2%

5/295

1,7%

0/295

0%

32/295

10,8%

263/295

89,2%

 

50-59,9

3/94

3,2%

0/94

0%

0/94

0%

3/94

3,2%

91/94

96,8%

 

60-69,9

12/114

10,5%

0/114

0%

0/114

0%

12/114

10,5%

102/114

89,5%

 

70-79,9

9/69

13%

4/69

5,8%

0/69

0%

13/69

18,8%

56/69

81,2%

 

80-89,9

3/16

18,8%

1/16

6,8%

0/16

0%

4/16

25%

12/16

75%

 

>90

0/2

0%

0/2

0%

0/2

0%

0/2

0%

2/2

100%

 

>60

24/201

11,9%

5/201

2,5 %

0/201

0%

29/201

14,4 %

172/201

 85,6%

 

>70

12/87

13,8%

5/87

5,7%

0/87

0%

17/87

19,5 %

70/87

 80,5%

Nikotinabusus          ** p=0,098

 

 

 

 

 

 

ja 

1/40

2,5%

0/40

0%

0/40

0%

1/40

2,5%

39/40

97,5%

 

nein

26/250

10,4%

5/250

2%

0/250

0%

31/250

12,4%

219/250

87,6%

 

nicht angegeben

0/5

0%

0/5

0%

0/5

0%

0/5

0%

5/5

100%

Alkoholabusus        
** p=0,309

 

 

 

 

 

 

regelmäßig

7/83

8,4%

0/83

0%

0/83

0%

7/83

8,4%

76/83

91,6%

 

gelegentlich

12/145

8,3%

2/145

1,4%

0/145

0%

14/145

9,7%

131/145

90,3%

 

kein

7/63

11,1%

3/63

4,8%

0/63

0%

10/63

15,9%

53/63

84,1%

 

nicht angegeben

1/4

25%

0/4

0%

0/4

0%

1/4

25%

3/4

75%

Sozialstatus              ** p=0,178

 

 

 

 

 

 

allein lebend

3/26

11,5%

0/26

0%

0/26

0%

3/26

11,5%

23/26

88,5%

 

Verheiratet

20/235

8,5%

4/235

1,7%

0/235

0%

24/235

10,2%

211/235

89,8%

 

Verwitwet

1/5

20%

1/5

20%

0/5

0%

2/5

40%

3/5

60%

 

in Partnerschaft lebend

2/27

7,4%

0/27

0%

0/27

0%

2/27

7,4%

25/27

92,6%

 

nicht angegeben

1/2

50%

0/2

0%

0/2

0%

1/2

50%

1/2

50%

Ausbildungsstatus   
** p=0,355

 

 

 

 

 

 

kein Abschluss

0/2

0%

0/2

0%

0/2

0%

0/2

0%

2/2

100%

 

Hauptschule/ Volksschule

5/30

16,7%

0/30

0%

0/30

0%

5/30

16,7%

25/30

83,3%

 

Realschule/ POS-Abschluss

8/113

7,1%

1/113

0,9%

0/113

0%

9/113

8%

104/113

92%

 

(Fach-) Abitur

1/26

3,8%

0/26

0%

0/26

0%

1/26

3,8%

25/26

96,2%

 

Hochschule

12/120

10%

4/120

3,3%

0/120

0%

16/120

13,3%

104/120

86,7%

 

nicht angegeben

1/4

25%

0/4

0%

0/4

0%

1/4

25%

3/4

75%

BMI                         **  p=0,020

 

 

 

 

 

 

<18

0/1

0%

0/1

0%

0/1

0%

0/1

0%

1/1

100%

 

18-24,9

10/70

14,3%

4/70

5,7%

0/70

0%

14/70

20%

56/70

80%

 

25-29,9

9/140

6,4%

1/140

0,7%

0/140

0%

10/140

7,1%

130/140

92,9%

 

>30

6/63

9,5%

0/63

0%

0/63

0%

6/63

9,5%

57/63

90,5%

 

Tabelle 3: Anämie-Prävalenz bei Männern in Abhängigkeit der untersuchten epidemiologischen Variablen. Dargestellt sind die Absolutzahlen und die prozentualen Anteile der anämischen und nicht anämischen Probanden in den jeweiligen Kategorien.
** Abhängigkeit der Anämie-Prävalenz von verschiedenen Faktoren (Chi-Quadrat-Test für Kontingenztafeln).

Es wurde auch eine Analyse hinsichtlich des Erythrozyten-Indexes MCV (mean corpuscular volume), der Vitamin-B12- und Folsäure-Spiegel sowie der Serumeisen- und Ferritin-Werte durchgeführt (Daten beim Verfasser; werden nicht gezeigt). Makrozytäre Anämien wurden lediglich drei identifiziert. In einem Fall ist am ehesten von einer klassischen Vitamin B12-Anämie auszugehen. Es wurden insgesamt nur drei mikrozytäre Anämien identifiziert. Bei zwei Anämien ist mittels der erhobenen Eisen- und Ferritinwerte eine Eisenmangelanämie anzunehmen.

Insgesamt unterstützen diese Daten Literaturbefunde (13 – 15) die zeigen, dass die Eisenmangel- beziehungsweise Vitamin-B12-Mangel- oder Folsäuremangelanämien eher eine weniger relevante Rolle bei der Anämie-Prävalenz im höheren Alter spielen. Abgesehen von den bereits erwähnten zwei Fällen einer Eisenmangelanämie wurden in dieser Studie vier wahrscheinliche Vitamin-B12-Mangelanämien und zehn gut annehmbare Folsäureanämien identifiziert. Nur eine dieser Anämien war makrozytär. Die höhere Häufigkeit der Folsäureanämien gegenüber Vitamin-B12-Mangelanämien ist auch in der Literatur bekannt (13). Die Gesamtprävalenz der Mangelanämien (Vit. B12, Folsäure, Fe) erreichte bei den weiblichen Probandinnen 33,3 % aller Anämien und bei den männlichen Probanden 21,9 % aller erfassten Anämien (Daten beim Verfasser; werden nicht gezeigt). Der Wert entsprach insbesondere bei Frauen den Prävalenzangaben in der Literatur (13, 14).

Insbesondere die Anämie bei chronischer Erkrankung stellt im fortgeschrittenen Alter durch die vielfältigen kausalen Ursachen (Infektionen, Entzündungen, Neoplasien) eine wichtige Entität dar. Pathophysiologisch besteht hier eine sekundäre Eisenverwertungsstörung. Es gibt jedoch keinen konkreten Test, welcher die Diagnose der Anämie bei chronischer Erkrankung sicher bestätigen könnte. Bei dieser Diagnose handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, welche anhand der Kombination bestimmter Blut-Parameter gestellt werden kann (16). Demnach konnte bei Frauen in drei von 36 Anämiefällen (8,3  %) eine Anämie der chronischen Erkrankung angenommen werden (Vorliegen von drei Kriterien). Interessanterweise wurden diese Kriterien in sechs von 32 Anämiefällen (18,8 %) bei den Männern gefunden.

Diskussion

In der hier untersuchten Population von älteren Probanden aus Sachsen-Anhalt ließ sich eine Anämie-Prävalenz von 7,8 % (95 % CI: 6,19 – 9,40) ermitteln. Die Anämie-Prävalenz bei den männlichen Probanden betrug durchschnittlich 10,8 % (95 % CI: 7,80 – 14,24) und bei den weiblichen Probandinnen 6,2 % (95 % CI: 4,51 – 7,97). Wir sahen deutlich niedrigere Prävalenzen der mittelschweren und schweren Anämien gegenüber leichten Anämien und zudem eine Prädominanz der normozytären Anämie gegenüber den makrozytären und mikrozytären Formen. Einerseits sind diese Ergebnisse in guter Übereinstimmung mit den Ergebnissen früherer Studien (2, 3, 4, 6, 7, 12, 14, 17, 18). Andererseits wird in jüngeren populationsbasierten Studien aus den Niederlanden, Schweden und Deutschland (Region Ruhrgebiet) über niedrigere Anämie-Prävalenzen berichtet. So wurde für die Niederlande bei den Männern > 60 bzw. > 70 Jahre eine Anämie-Prävalenz von 2,7 % und 5 % ermittelt (10). Diese ist demnach deutlich niedriger als in der hier vorliegenden Analyse aus Sachsen-Anhalt mit 14,4 % und 19,5 %. In der Nixdorf-Studie aus dem Ruhrgebiet wurde ein Anämie-Prävalenz von nur 4,3 % für beide Geschlechter jenseits der 65 Jahre gefunden (9). In der Erhebung aus Schweden wurde ebenfalls eine sehr niedrige Gesamtprävalenz von 3,8 % für die untersuchte Population der 44- bis 73-Jährigen gefunden (11).

Was mögen Gründe und Ursachen der hohen Anämie-Prävalenzen in Sachsen-Anhalt sein? Zum einen könnte man anführen, dass die hier vorliegende Stichprobe zwar insgesamt 872 Probanden umfasst, aber bei Analyse der jeweiligen geschlechtergetrennten Altersgruppen die betrachteten Gruppengrößen deutlich kleiner sind und somit einer größeren statistischen Schwankungsbreite unterliegen. Demgegenüber steht aber die Beobachtung, dass bereits in der Gesamtpopulation die Anämie-Prävalenz mit 7,8 % (95 % CI: 6,19 – 9,40) doppelt so hoch ausfiel wie in den Studien aus dem Ruhrgebiet (3,2 %; 95 % CI: 2,7 – 3,7), den Niederlanden (4,0 %) und Schweden (3,8 %). Auch das Argument einer möglichen Selektionsbias hinsichtlich der Rekrutierung von Probanden mit einem geringeren Gesundheitsbewusstsein ist unwahrscheinlich: die hier vorliegende Stichprobe zeigt einen relativ niedrigen Raucheranteil von 11,0 % bei den Frauen und von 13,5 % bei den Männern. Ein BMI > 30 kg/m² wurde nur bei 23,8 % bzw. 22,9 % der Frauen bzw. Männer ermittelt.

Die Zunahme der Prävalenz der Anämie mit dem Alter dokumentiert eindrucksvoll die Tabelle 3. Bei den weiblichen Probandinnen (Tab. 2) korrelieren die Ergebnisse gut mit der Literatur in den Altersgruppen 50 – 59 Jahre und 60 – 69 Jahre. Auffällig bleibt sowohl die insgesamt niedrigere Prävalenz gegenüber männlichen Probanden als auch der fehlende Anstieg der Prävalenz der Anämien bei den Alterskategorien der 70- bis 79-Jährigen und der nur leichte Anstieg der Prävalenz bei den 80-Jährigen und Älteren.

Hinsichtlich der oben dargelegten negativen Folgen der Anämie für Morbidität, Mortalität, Hospitalisierungsraten, Auftreten einer Depression und Entwicklung einer Demenz ist die wichtigste Frage, welche Schlussfolgerungen aus den vorliegenden Daten gezogen werden sollten. Aus unserer Sicht kann die Feststellung einer Anämie-Prävalenz von 6,2 % bei den Frauen und 10,8 % bei den Männern nicht ohne Konsequenzen bleiben. Geht man davon aus, dass die Befunde der „Teleblut“-Studie mit insgesamt 872 Probanden repräsentativ sind, ist im nördlichen Sachsen-Anhalt circa jede 16. Frau und jeder 9. Mann über 50 Jahre von einer Anämie betroffen. Diese besondere Auffälligkeit im Vergleich zu den jüngsten oben dargestellten populationsbasierten Studien aus Deutschland, den Niederlanden und Schweden verlangt nach einer Bestätigung durch eine in der Fläche breiter angelegten Erhebung an einer größeren Zahl von Probanden in Sachsen-Anhalt. Bis diese Ergebnisse vorliegen, ist eine Kontrolle der Blutzellen (Erythrozytenzahl, Hb, etc.; sogenanntes kleines Blutbild) im Rahmen der Vorstellungen beim Hausarzt zu erwägen: eine jährliche Kontrolluntersuchung und im positiven Fall eine differentialdiagnostische Abklärung erscheint im Licht unserer Studie ab einem Alter von 60 Jahren als eine vernünftige Maßnahme.
Ob es sich bei der Zunahme der Anämie-Prävalenz mit dem Alter, wie sie bei den Männern in dieser Arbeit ermittelt wurde, um eine zunehmende Pathologie handelt oder ob dies möglicherweise zum Teil auch einen physiologischen Altersprozess darstellt, bleibt umstritten. Mehrere Arbeiten (4 – 7, 12, 17, 18) haben eindeutig negative Folgen des Vorliegens einer Anämie in höherem Alter nachweisen können. Einige dieser Arbeiten (6, 7) konnten sogar optimale Hämoglobinwerte vorschlagen, bei welchen die untersuchten negativen Folgen statistisch signifikant abgenommen hatten. Interessanterweise lagen die so ermittelten Hämoglobinwerte stets im Normbereich. Andere Arbeiten (14, 19) haben darauf hingewiesen, dass die Definition der Anämie nach WHO-Kriterien aufgrund der negativen Folgen für Morbidität und Mortalität revidiert werden sollte und dass die aktuellen WHO-Hämoglobingrenzwerte für die ältere Population sehr wahrscheinlich als zu niedrig angesetzt sind.

Die Prädominanz der normozytären Anämie in der „Teleblut“-Studie, welche in der Form einer „Anämie bei chronischer Erkrankung“ eine häufige Anämieform der älteren Population darstellt, korreliert gut mit der aktuellen Literatur (13). Die zu Grunde liegenden Pathologien können vielfältig sein und umfassen eine Reihe von entzündlichen Erkrankungen, die bei Vorliegen einer sogenannten Anämie bei chronischer Erkrankung abgeklärt werden sollten. Darunter fallen Rheumatoide Arthritis, autoimmune Bindegewebserkrankungen, Arteriitiden, entzündliche Darmerkrankungen, chronisch inflammatorische Nierenerkrankungen, solide Tumore und hämatologische Neoplasien (20).

Zusammenfassung

Eine Anämie beim älteren Menschen ist mit erhöhter Morbidität wie zum Beispiel Entwicklung einer Demenz oder Depression und mit erhöhter Hospitalisierungsrate sowie Mortalität assoziiert. Die Erfassung der Anämie-Prävalenz stellt daher eine Basis für vorbeugende Maßnahmen zur Abwehr von potenziell gesundheitsbeeinträchtigenden Folgen im fortgeschrittenen Alter dar. Für Sachsen-Anhalt liegen dazu keine aktuellen Daten vor. Die vorliegende Arbeit berichtet über die Ergebnisse der „Teleblut“-Studie, an der sich 872 Probanden im Alter von 50 und mehr Jahren im nördlichen Sachsen-Anhalt beteiligt haben. Die Gesamtprävalenz der Anämie wurde im Rahmen der Studie mit 7,8 % (95 % CI: 6,19 – 9,40) ermittelt. Die Prävalenz war im nationalen und internationalen Vergleich insbesondere bei den männlichen Teilnehmern überhöht und betrug 10,8 % (95 % CI: 7,80 – 14,24), während sie bei den Frauen mit 6,2 % (95 % CI: 4,51 – 7,97) bestimmt wurde. Mit zunehmendem Alter stieg die Anämie-Prävalenz bei den Männern deutlich an und erreichte ab einem Alter von 70 Jahren 19,5 %. Mögliche Ursachen und Konsequenzen für die Gesundheitsfürsorge der älteren Bevölkerung in Sachsen-Anhalt werden dargestellt und diskutiert.

Korrespondierender Autor:
Prof. Dr. med. Thomas Fischer
Institut für Molekulare und Klinische Immunologie
Medizinische Fakultät
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg
Tel.: 0391/67 21055, Fax: 0391/67 15852
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Projektförderung: Die „Teleblut“-Studie ist Teil des Forschungsverbundes „Autonomie im Alter – Modellregion Sachsen-Anhalt“ (http://autonomie-im-alter.ovgu.de/), welcher vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wurde. Eine Personal- und Sachmittelzuwendung ging an Prof. Dr. T. Fischer, Förderperiode 2016 – 2019.

Danksagung: Wir möchten uns bei den Mitgliedern des Teams der „Teleblut“-Studie (Dipl.-Psych. Dr. rer. nat. Michael Köhler, Stephanie Frey, Anja Sammt, Corinna Fahldieck) für die ausgezeichnete Mitarbeit bedanken. Ebenfalls bedanken möchten wir uns bei den Mitarbeitern des Hämatologischen Speziallabors der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie (PD Dr. med. Enrico Schalk, Helga Lühr, Daniela Crasser, Sabine Demarczyk, Sandra Kranz) und bei Frau Dr. Katrin Borucki und ihren Mitarbeitern aus dem Institut für klinische Chemie der Universitätsmedizin.

Quellenangabe: Die hier vorgelegte Publikation ist in weiten Teilen ein Excerpt der Dissertationsschrift von Herrn Dr. med. Martin Mikusko „Anämie- und Polyzythämie-Prävalenz im nördlichen Sachsen-Anhalt“ zur Erlangung des Doktorgrades Dr. med. (doctor medicinae) an der Medizinischen Fakultät der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.


Literatur:

  1.  WHO Scientific Group on Nutritional Anaemias & World Health Organization. (1968) Nutritional anaemias : report of a WHO scientific group [meeting held in Geneva from 13 to 17 March 1967]. Geneva: World Health Organization. Online: https://apps.who.int/iris/handle/10665/40707. Erstelldatum 2020. Zugriffsdatum April 2021.
  2. Guralnik JM, Eisenstaedt RS, Ferrucci L, et al. Prevalence of anemia in persons 65 years and older in the United States: evidence for a high rate of unexplained anemia. Blood. 2004 104(8):2263-2268
  3. Gaskell H, Derry S, Andrew, et al. Prevalence of anaemia in older persons: systematic review. BMC Geriatr. 2008 8: 1-8
  4. Atti AR, Palmer K, Volpato S, et al. Anaemia increases the risk of dementia in cognitively intact elderly. Neurobiol. of Aging 2006  27:278–284
  5. Artz AS, Fergusson D, Drinka PJ, et al. Prevalence of anemia in skilled-nursing home residents, Arch. Gerontol. Geriatr., 2004 39(3):201-206
  6. Culleton BF, Manns BJ, Zhang J, et al. Impact of anemia on hospitalization and mortality in older adults. Blood. 2006 107(10):3841-3846
  7. Denny SD, Kuchibhatla MN, Cohen HJ. Impact of anemia on mortality, cognition, and function in community-dwelling elderly. Am J Med. 2006 119(4):327-334
  8. Onder G, Penninx BW, Cesari M, et al.  Anemia is associated with depression in older adults: results from the InCHIANTI study. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2005 60(9):1168-72
  9. Eisele L, Dürig J, Broecker-Preuss M et al. Prevalence and incidence of anemia in the German Heinz Nixdorf Recall Study. Ann Hematol. 2013 92:731-737
  10. Wouters HJCM, van der Klauw MM, de Witte T et al. Association of anemia with healthrelated quality of life and survival: a large population-based cohort study. Hematologica. 2019, 104(3):468-476
  11. Martinsson A, Andersson C, Andell P et al. Anemia in the general population: prevalence, clinical correlates and prognostic impact. Eur J Epidemiol. 2014 29:489-498
  12. Hong CH, Falvey C, Harris TB, et al. Anemia and risk of dementia in older adults: findings from the Health ABC study. Neurology. 2013 81(6):528-33
  13. Bach V, Schruckmayer G, Sam I, et al. Prevalence and possible causes of anemia in the elderly: a cross-sectional analysis of a large European university hospital cohort. Clin Interv Aging. 2014 9:1187-96
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  16. Camaschella C, Weiss G. Anemia of chronic disease/anemia of inflammation - Uptodate.com - Online: https://ww.uptodate.com/contents/anemia-of-chronic-diseasehttps://www.uptodate.com/contents/anemia-of-chronic-disease-anemia-of-inflammationanemia-of-inflammation. Erstelldatum März 2021. Zugriff April 2021.
  17. Penninx BW, Pahor M, Woodman RC, et al. Anemia in old age is associated with increased mortality and hospitalization. J Gerontol A Biol Sci Med Sci. 2006 61(5):474-479
  18. Riva E, Tettamanti M, Mosconi P, et al. Association of mild anemia with hospitalization and mortality in the elderly: the Health and Anemia population-based study. Haematologica. 2009 94(1):22-28
  19. Stauder R, Valent P, Theurl I. Anemia at older age: etiologies, clinical implications, and management. Blood. 2018 131(5):505-514
  20. Weiss G, Goodnough LT. Anemia of chronic disease. N Engl J Med. 2005 352:


Foto: Pressestelle des Universitätsklinikums Magdeburg