Den DAK-Gesundheitsbericht 2013 präsentiert: v.l.n.r. Thomas Büttner, Leiter Servicezentrum Dessau DAK-Gesundheit, Dagmar Zoschke (MdL), Vorsitzende Ausschuss für Gesundheit und Soziales, Caterina Heepe-Wolf, Oberärztin im St. Joseph-Krankenhaus Dessau und  Dr. Marin Ottleben, Oberarzt im Städtischen Klinikum Dessau. (Foto: SKD)Immer mehr Muskel-Skelett-Erkrankungen

23,5 Prozent der Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 65 Jahren litten in Dessau-Roßlau und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld im Vorjahr an Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems. Damit führt diese Diagnose das Ranking des jetzt erschienenen DAK-Gesundheitsreports 2013 an. Muskel-Skelett-Erkrankungen bringen Beschäftigte nicht nur häufiger in den Krankenstand, sie dauern auch immer länger an. So fielen pro 100 Versicherte dadurch 435 Krankheitstage in 2012 (412 Tage in 2011) an.

Die Stadt Dessau-Roßlau und der Landkreis Anhalt-Bitterfeld liegen mit 435 Ausfalltagen sogar über dem Landesdurchschnitt von 393 Tagen.

Rückenprobleme führen zu meisthäufigsten Krankschreibungen

Auch in das Städtische Klinikum Dessau kommen zahlreiche Patienten mit Muskel-Skelett-Beschwerden. „Wir behandelten im Jahr 2012 stationär 377 und ambulant 818 Patienten mit dem Symptom Rückenschmerzen. Zählen wir sonstige Wirbelkörperveränderungen und Bandscheibenschäden hinzu, waren es insgesamt 886 Patienten in der Notfallambulanz und 822 Fälle im stationären Bereich, über die Hälfte (462 Fälle) davon im erwerbsfähigen Alter zwischen dem 17. und 66. Lebensjahr. Männer litten etwas häufiger an Muskel-Skelett-Erkrankungen als Frauen (251 zu 211 Fälle). Durchschnittlich 7,6 Tage mussten die Betroffenen in der Klinik versorgt werden“, berichtet der Ärztliche Direktor, Dr. Joachim Zagrodnick. Als Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie kennt er die Ursachen der meisten Rückenprobleme: „Oft wird die Muskulatur überbelastet oder unterfordert. Auch können Nerven durch mechanische Einwirkungen wie durch Bandscheibenvorfälle geschädigt werden.“ Schwere, körperliche Tätigkeiten auf Dauer kommen als Auslöser ebenso in Frage wie psychische und psychosoziale Belastungen, zum Beispiel ständiger Termin- und Leistungsdruck im Job.

Der Rücken muss täglich viele Belastungen ertragen. Regelmäßiger Bewegungsausgleich kann Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugen. (Foto: DGUV – Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung)Mehr Bewegung im Alltag kann helfen

Rückenbeschwerden können in jedem Alter auftreten, am häufigsten (80 Prozent) plagt das Kreuz allerdings die 50- bis 59-Jährigen*. Prävention durch Bewegung und Sport wird allerdings noch zu wenig betrieben. Wer noch keine Rückenschmerzen hatte, wird eher selten aktiv.
Dieses Ergebnis bestätigte eine aktuelle Befragung von 20.000 Erwerbstätigen im Auftrag der laufenden Präventionskampagne „Denk an mich. Dein Rücken.“ 36 Prozent der Frauen und Männer betreiben keinen Freizeitsport. „Dabei fördern die Krankenkassen präventive Kurse und betriebliches Gesundheitsmanagement. Das sollten die Beschäftigten viel öfter in Anspruch nehmen“, wünscht sich Thomas Büttner von der DAK-Gesundheit. Die DAK-Gesundheit zählt rund 155.000 Versicherte in Sachsen-Anhalt, davon circa 18.000 in der Stadt Dessau-Roßlau und im Landkreis Anhalt-Bitterfeld.

Die Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Städtischen Klinikum Dessau verfügt über eine Station mit 94 Betten und ein breites Leistungsspektrum. Pro Jahr werden hier 3.035 Patienten stationär und 14.865 Patienten ambulant mit vielfältigen angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates behandelt. Mehrere Schwerpunktabteilungen garantieren eine hohe Spezialisierung im Sinne der individuell zugeschnittenen Therapie für den einzelnen Patienten. Diesem Anspruch dient auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Allein in die seit Ende 2012 angebotene Rückenschmerzsprechstunde kamen bereits 1.047 Patienten.
Vor Ort realisiert werden in der Klinik Primär- und Revisionsendoprothetik, nichtoperative Orthopädie und Schmerzbehandlung sowie Wirbelsäulenchirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie und Plastische-, Hand- und Fußchirurgie.

*    Repräsentative Umfrage im Auftrag der Präventionskampagne “Denk an mich. Dein Rücken”,
Quelle: TNS Emnid, Informationen unter www.dein ruecken.de


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