Foto PD Dr. Dr. med. habil. Reinhard Schück

Neues Stipendien-Programm der Kassenärztlichen Vereinigung

In der Klinik für Chirurgie am Städtischen Klinikum Dessau kommen die Operateure immer öfter mit nur einem Zugang durch den Bauchnabel aus. Demnächst wird hier die 700. dieser sogenannten minimalst-invasiven Operationen durchgeführt. „Für die Patienten ist diese Methode weniger belastend. Sie sind schneller wieder fit und haben keine sichtbaren Narben“, bestätigt Privatdozent Dr. Dr. med. habil. Reinhard Schück. Vor zehn Jahren, am 1. November 2003, übernahm er die Leitung der Chirurgischen Klinik und entwickelte die in Fachkreisen als Single Access Laparoscopic Surgery (SALS) bezeichnete Operationsmethode in der Allgemein-, Tumor- und Thoraxchirurgie (SATS) weiter.

Schonendere Eingriffe bei Kindern und Erwachsenen

Bis zu 7 cm lange Schnitte sind im Bauchnabel unsichtbar möglich. „Dieser Bereich ist so flexibel und elastisch, dass man mehrere Operationsinstrumente über einen Adapter (Trokar) in den Bauchraum einbringen und auf diese Weise nicht nur Gallenblase und Blinddarm, sondern auch Tumore an Dickdarm, Magen und Leber schonend entfernen kann.“ Reinhard Schück gelang vor fünf Jahren mit seinem Ärzteteam der Durchbruch bei dieser Methode. Sowohl Kinder als auch Erwachsene profitieren von den Eingriffen, die ohne sichtbare Narben vollzogen werden. Der Schnittbereich verschwindet im Nabel. Neben dem kosmetischen Aspekt fallen aber vor allem weniger Schmerzen und eine schnellere Genesung ins Gewicht. „Die Patienten sind zufrieden. Einzig der Hausarzt erkennt bei seinen Patienten nicht mehr auf den ersten Blick chirurgische Eingriffe. Deshalb bieten wir den Patienten die Ausstellung spezieller Patienten-Karten an, auf denen die durchgeführten narbenlosen Eingriffe vermerkt sind“, berichtet Schück. Insgesamt behandelte Dr. Schück mit seinem Ärzteteam in den letzten zehn Jahren rund 35.000 Patienten. „Man kann sagen, fast jeder zweite Dessauer, vom Säugling bis zum Hochbetagten, war schon in unserer Klinik.“
Als Facharzt für Chirurgie und Facharzt für Herzchirurgie, Teilgebiet Kinderchirurgie, und mit dem Schwerpunkt Viszeralchirurgie kam Reinhard Schück 2003 nach Dessau. Zuvor wirkte er an der Medizinischen Fakultät der Justus-Liebig-Universität Gießen als kommissarischer Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Transplantations- und Kinderchirurgie sowie als Oberarzt an der dortigen Klinik für Herz-, Kinderherz- und Gefäßchirurgie. Die Dessauer Klinik für Chirurgie befasst sich mit der Allgemein-, Viszeral-, Thorax-, Gefäß- und der Kinderchirurgie. In seiner Funktion als Chefarzt gelang es Dr. Schück, die Klinikbereiche leistungsfähig zu etablieren und das Angebot der Kinder-, Tumor- und Thoraxchirurgie auszubauen. Zehn Doktoranden betreute er in den letzten zehn Jahren. Er bildete neun Fachärzte der Chirurgie aus und begleitete sieben Ärzte bei ihrer Schwerpunkt-Qualifizierung ebenfalls auf dem Gebiet der Viszeralchirurgie. Fünf Chefärzte sind in dieser Zeit aus der Chirurgischen Klinik hervorgegangen und in anderen Kliniken tätig geworden. Zudem leitet Dr. Schück als geschäftsführender Vorsitzender das Tumorzentrum Anhalt am Städtischen Klinikum Dessau e.V. ehrenamtlich.

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